OB-Wahl Offenbach Kandidaten Peter Schneider
Peter Schneider Bild © Privat

hessenschau.de: Ihre politische Arbeit in drei Schlagworten:

Peter Schneider: Transparent - kompetent - zukunftsfähig

hessenschau.de: Warum wären Sie der richtige Oberbürgermeister für Offenbach?

Schneider: Offenbach ist eine dynamisch wachsende Stadt mit begrenzten räumlichen und finanziellen Ressourcen. An der Spitze der Verwaltung und des Stadtkonzerns muss jemand stehen, der Erfahrung und Durchsetzungsvermögen hat, sodass die Stadt sich zukunftsfähig entwickelt. Investoren müssen schon im ersten Gespräch klar genannt bekommen, welche Ziele die Stadt verfolgt. Grün- und Naherholungsgebiete müssen erhalten und entwickelt werden, Lärm- und Schadstoffemissionen müssen reduziert werden. Bei allen Stadtentwicklungsmaßnahmen muss immer die Infrastruktur für Betreuung, Erziehung und Bildung ebenso mitgedacht - und gerechnet! - werden wie ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept. Ich verfüge über die notwendige Detailkenntnis und verfolge beharrlich die von der Stadtverordnetenversammlung formulierten Ziele, kann Menschen motivieren und sie in die Entscheidungsfindung einbinden. Und ich hätte als Mitglied der Koalition die politische Mehrheit hinter mir. Ein OB braucht Mehrheiten.

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Peter Schneider

Geburtsdatum: 28. November 1955
Geburtsort: Frankfurt
Familienstand: verheiratet
Erlernter Beruf: Gymnasiallehrer
Ausgeübter Beruf: Bürgermeister

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hessenschau.de: Wie unterscheiden Sie sich von Ihren Mitbewerbern?

Schneider: Zunächst natürlich bezüglich der Parteizugehörigkeit. Ich bin seit 32 Jahren Grüner. Damit ist verbunden, dass ich prioritär für die in Offenbach vorrangig zu verfolgenden Ziele stehe: Eine Stadtentwicklung mit Augenmaß, damit sich die Bausünden der Vergangenheit nicht wiederholen. Dabei muss ein gesundes Lebensumfeld für alle entwickelt werden, mit einer modernen Verkehrsinfrastruktur und einer in allen Bereichen an den Klimawandel angepassten Strategie. Ich möchte aus der Arrival City eine Stadt zum Bleiben machen, für alle.

Mein aktuell ausgeübter Beruf unterscheidet mich auch von Mitbewerbern. Ich trage seit fünf Jahren als Bürgermeister. Auch vor meinem Eintritt in den Magistrat habe ich Verwaltungserfahrung sammeln können, seit über 20 Jahren bin ich kommunalpolitisch in Offenbach aktiv.

Schließlich nenne ich in aller Bescheidenheit die mir mitunter zugeschriebenen Eigenschaften Beharrlichkeit, Transparenz, Kompromiss-, Team- und Durchsetzungsfähigkeit.

hessenschau.de: Welches Problem in Offenbach würden Sie als OB als erstes angehen?

Schneider: Es ist evident, dass bei der steigenden Nachfrage nach Wohnungen im Ballungsraum mit Hochdruck daran gearbeitet werden muss, dass es in Offenbach auch künftig bezahlbaren Wohnraum für die Bezieher geringerer Einkommen gibt. Deshalb muss sofort nicht nur postuliert, sondern durchgesetzt werden, dass bei Neubauvorhaben immer auch geförderter Wohnraum mit Mietpreisbindung geschaffen wird. Ziel muss es sein, den Anteil geförderter Wohnungen auf ca. 10 Prozent des Bestands zu bringen. Dafür müssen auch sofort alle Anstrengungen unternommen werden, geförderte Wohnungen nach Ablauf der Bindung in der Förderung zu behalten.

Zudem muss das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene schnellere Schaffen von Baurecht ebenso umgesetzt werden wie die Umwidmung der von der Stadtverordnetenversammlung für den Erhalt von Grünflächen vorgesehenen Wohnbauflächen im Regionalen Flächennutzungsplan.

Weiterhin haben der Ausbau des ÖPNV sowie der Radwegeverbindungen hohe Priorität.

hessenschau.de: Steigende Einwohnerzahlen, wachsende Mieten: Offenbach verändert sich schnell. Wird die Stadt für die alten Einwohner bald zu teuer?

Schneider: Der Preisdruck ist ohne Zweifel vorhanden, die Stadt muss gezielt gegensteuern. Um das Ziel zu erreichen, Seniorinnen und Senioren so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Wohnen in einem intakten sozialen Umfeld zu ermöglichen, muss ein Bündel von Maßnahmen ergriffen werden. So ist die städtische Förderung gemeinschaftlicher Wohnformen ("Mehrgenerationenhäuser") ebenso sinnvoll wie das Schaffen eines spezifischen Wohnungsangebots für ältere Menschen. Dafür sind Auflagen zur Erhöhung der Zahl barrierefreier und behindertengerechter Wohnungen ein geeignetes Mittel. Viele ältere Menschen leben alleine oder zu zweit in großen Wohnungen, die sich besser für Familien eignen würden. Mit einem guten Angebot für Seniorinnen und Senioren wird also auch der Wohnungsmarkt insgesamt entspannter.

Die Einrichtung einer Wohnraumberatung für Ältere kann auch zu einer Entspannung beitragen. Der jüngst fortgeschriebene Kommunale Altenplan enthält eine Fülle von Handlungsvorschlägen, die schnell priorisiert und umgesetzt werden sollten.

hessenschau.de: Welche weiteren Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Schneider: Für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt ist es aus meiner Sicht von entscheidender Bedeutung, die Anstrengungen beim Klimaschutz zu verstärken. Dies wird aber nicht reichen. In Offenbach muss die schon auf den Weg gebrachte Klimaanpassungsstrategie einen ganz hohen Stellenwert bekommen. Die Stadt für die Herausforderungen eines sich ändernden Klimas fit zu machen, darf nicht nur als Aufgabe eines Amtes angesehen werden. Ich werde vielmehr darauf achten, dass die Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe der gesamten Verwaltung und des Stadtkonzerns aufgefasst und gelebt wird. Das beginnt beim - leider mehrfach verschobenen - Hochwasserschutz am Main, der keinerlei Aufschub mehr verträgt, setzt sich über die Beachtung kleinklimatischer Bedingungen bei Baugebieten und -vorhaben fort und endet noch nicht bei der Begrenzung des Flächenverbrauchs und der Versiegelung von Grünflächen. Die Umstellung der Mobilität gehört ebenso dazu wie eine bessere Abfallvermeidung und -trennung.

hessenschau.de: Ein Blick aufs Jahr 2023 - wie sollte sich Offenbach nach Ihrer sechsjährigen Amtszeit verändert haben?

Schneider: Es gibt keine Stadtviertel mehr, in denen sich binnen drei Jahren die komplette Bevölkerung durch Wegzug erneuert. Unabhängig von der jeweiligen Lebenssituation und dem Alter sehen die Bürgerinnen und Bürger eine Perspektive in Offenbach, engagieren sich in unterschiedlichen Bereichen ehrenamtlich, beteiligen sich an den politischen Entscheidungsprozessen und begreifen einander jenseits der Unterschiede bezüglich Herkunft, Religion oder Anschauung als Bürger einer Stadt, in der es sich zu leben lohnt. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Stadt hat sich deutlich erhöht, da etliche Firmen die Chancen in Offenbach erkannt und sich hier niedergelassen haben. Immer mehr Menschen sind vom Individualverkehr auf den ÖPNV oder das Fahrrad umgestiegen, der Anteil an Elektroautos in der Stadt hat sich vervielfacht. Die finanzielle Situation der Stadt hat sich so entspannt, dass man sogar über den Bau eines Schwimmbads nachdenkt.

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Persönliches

Das mag ich an Offenbach besonders ...
... Offenbach ist überschaubar, sowohl geographisch als auch soziologisch. Mit wenigen Ressourcen wird hier von vielen Menschen eine weitgehend harmonische Stadtgesellschaft am Laufen gehalten, was vor allem durch eine fantastische Vernetzung in allen Bereichen gelingt, über alle Unterschiede in der Vielfalt hinweg.

Mein Lieblingsort in Offenbach ist ...
... Zunächst mal unser Hof oder unser Garten in Rumpenheim. Wenn es um öffentliche Plätze geht: Der Wilhelmsplatz.

Wenn ich nicht Politik mache ...
... gehe ich mit meiner Frau und unserem Hund im Wald wandern, ruhe ich mich im Garten aus, gehe ich zu den Spielen des OFC und der SKG Rumpenheim, treffe ich mich mit Familie und Freunden, genieße ich mit meiner Frau Wellness und gutes Essen, mähe ich den Rasen, in ich ein ziemlich zufriedener Mensch.

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