Porträtbilder der Kandidaten.
Wer wird's denn nun? Die Landrats-Kandidaten für den Main-Taunus-Kreis Einhaus, Cyriax und Hornung (von links). Bild © georg-einhaus.de, Facebook, mtk-links.de

Mehr bezahlbaren Wohnraum, ein Schwimmbad, oder mehr Geld für die Klinik? Bei der Landratswahl am Sonntag im Main-Taunus-Kreis setzen die Kandidaten unterschiedliche Schwerpunkte.

Rund 181.000 Bürger im Main-Taunus-Kreis sind heute zur Wahl des Landrats aufgerufen. Neben dem christdemokratischen Amtsinhaber Michael Cyriax bewerben sich in der CDU-Hochburg zwei weitere Kandidaten um den politischen Spitzenposten in Deutschlands flächenmäßig kleinstem Landkreis: der SPD-Politiker Georg Einhaus und Fritz-Walter Hornung von der Linken.

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Georg Einhaus will erster SPD-Landrat seit fast 40 Jahren werden. Der 49-Jährige meint, eine Wechselstimmung im Kreis wahrzunehmen, und setzt dabei vor allem auf das Thema bezahlbarer Wohnraum zwischen Frankfurt und Wiesbaden. "Ich möchte im Main-Taunus-Kreis 3.000 Wohnungen in den nächsten sechs Jahren bauen", kündigt er an. Dafür will er eine eigen Kreiswohnungsbaugesellschaft gründen, denn für die bezahlbaren Wohnungen "muss der Kreis auch Geld in die Hand nehmen, das müssen wir subventionieren".

Amtsinhaber Michael Cyriax (CDU) sagt dagegen, die Planungshoheit für Wohnraum liege nicht beim Landrat und sei keine Aufgabe des Kreises. Der Landrat könne das Thema lediglich vorantreiben und moderieren. "Der Schlüssel liegt bei den Städten und Gemeinden." Seine Priorität ist daher, ein weiteres Schwimmbad im Kreis zu schaffen. "Mir ist es wichtig, dass jedes Kind schwimmen lernt, und dass Sportler eine Heimat haben, in der sie ihren Sport ausüben können", sagt der 47-Jährige. Außerdem will er in einer zweiten Amtszeit die Schulen für Ganztagsoptionen öffnen.

Das Wohl der Main-Taunus-Kliniken ist der Schwerpunkt von Linken-Kandidat Fritz-Walter Hornung, der bereits 2011 zur Landratswahl angetreten war. "Das ist eine öffentliche Klinik, die kann nicht geführt werden wie ein x-beliebiges privates Unternehmen", sagt er. Es müsse hingenommen werden, dass Defizite entstehen, sagt er, und lehnt zudem den Verbund mit der Klinik in Höchst ab. Außerdem spricht er den öffentlichen Nahverkehr an und erinnert an das "große Chaos", das durch einen Betreiberwechsel Mitte Dezember im Kreis herrschte. "Das könnte man sich sparen, wenn man eine kreiseigene Busgesellschaft gründen würde."

Bei der vorherigen Landratswahl vor sechs Jahren setzte sich Amtsinhaber Cyriax gleich im ersten Wahlgang mit 61,5 Prozent durch. Auch damals hatte er zwei Gegenkandidaten. Im Kreistag ist die CDU stärkste Fraktion und bildet mit den Grünen und der FDP eine Koalition.