Wilson Kamavuaka
Der Blick von Wilson Kamavuaka spricht nach der Niederlage der Lilien im Erzgebirge Bände. Bild © Imago

Nach einer desolaten Leistung in Aue fällt Darmstadts Trainer Torsten Frings ein hartes Urteil: Mit Profifußball habe das nichts zu tun.

Der SV Darmstadt 98 stürzt immer tiefer. Die Lilien unterlagen am Freitagabend in der 2. Fußball-Bundesliga beim FC Erzgebirge Aue verdient mit 0:1 (0:1) und sind nun seit bereits elf Spielen in Serie ohne Sieg.

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98-Torhüter Daniel Heuer Fernandes ärgerte sich nach dem Abpfiff maßlos über den Auftritt seiner Mannschaft: "Es ist total bitter, dass wir den Fans so etwas bieten. Die fahren 500 Kilometer und wir können ihnen keinen Sieg schenken, das tut weh." Mit dieser Niederlage bleibt der Bundesliga-Absteiger zum Abschluss der Hinrunde auf dem Relegationsplatz.

Frings spürt den Druck

Nach dem wichtigen Erfolg im Abstiegskampf jubelten die zuvor in fünf Begegnungen sieglosen Gastgeber dank eines Treffers von Cebio Soukou in der 35. Minute. "Ich bin wieder mal sehr enttäuscht. Das war einfach zu wenig, wie kampflos und herzlos wir uns präsentieren. Das hat mit Profifußball nicht zu tun. Wenn wir das nicht schleunigst ändern, wird's schwer, Punkte zu holen", sagte Darmstadts Trainer Torsten Frings, dem Präsident Rüdiger Fritsch zuletzt das Vertrauen ausgesprochen hatte. "Ich spüre eine Riesen-Rückendeckung, aber ich weiß natürlich auch, dass das nicht unendlich ist."

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Auf schneebedecktem Boden und vor 6.400 Zuschauern vergab vor allem Aue zahlreiche Torchancen, scheiterte aber immer wieder an Heuer Fernandes. Dennoch hatten in der Schlussphase Wilson Kamavuaka, als Keeper Martin Männel gerade noch mit dem Fuß klärte, und Felix Platte per Kopf die Gelegenheit zum Ausgleich. Kurz zuvor hatte Sören Bertram auf der Gegenseite das Lattenkreuz von Darmstadts Gehäuse getroffen.

"Es klappt nichts"

Den Gegentreffer leitete ausgerechnet Hamit Altintop an seinem 35. Geburtstag ein, als er sich im Mittelfeld einen Ballverlust gegen Dimitri Nazarov leistete. Soukou setzte sich dann gegen Kapitän Aytac Sulu und Heuer-Fernandes durch. Zur Halbzeit forderte Frings von seinem enttäuschenden Team, "dass wir Mentalität zeigen müssen", wie Routinier Tobias Kempe später berichtete: "Aber es klappt zur Zeit nichts, kein Ball will reingehen."

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In der 57. Minute musste die Partie kurz unterbrochen werden, um die Linie freizuschaufeln. "Wir brauchen nicht reden", sagte Heuer Fernandes nach dem erneuten Rückschlag und empfahl: "Einfach weiter machen und dann kommen die Siege!" Kempe meinte: "Wir müssen schnell drei Punkte holen, sonst sieht es ganz mies aus." Die nächste Gelegenheit dazu hat Darmstadt am Sonntag kommender Woche in Fürth.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am samstag, 9.12.2017, 17.15 Uhr