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Trainer Torsten Frings mit seinem Team Bild © Imago

Der SV Darmstadt 98 hat in der Länderspielpause vor allem eines gemacht: gearbeitet. Trainer Torsten Frings hofft, dass sich die harten Einheiten am Montag gegen den Club auszahlen und dämpft die Erwartungshaltung der Fans.

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Wer glaubt, in Länderspielpausen geht es bei Vereinsmannschaften ruhig zu, wurde bei Darmstadt 98 eines Besseren belehrt. In intensiven Trainingseinheiten legte Trainer Torsten Frings mit seinem Team echte Malocher-Mentalität an den Tag. "Es hat gut getan, mal zwei Wochen nicht diesen Druck zu haben, sondern gezielt an Sachen zu arbeiten, die nötig sind", sagte der Coach im Gespräch mit dem hr-sport.

Zwar arbeite seine Mannschaft immer gut, nun habe er aber die Möglichkeit gehabt, andere Schwerpunkte zu setzen, an Defiziten zu arbeiten. "Zum Beispiel am Defensivverhalten", so Frings, "und an Standards. Das können wir gegen Nürnberg dann auch sehen." Denn am Montag ist der Club am Böllenfalltor zu Gast - Flutlichtspiel um 20.30 Uhr vor wohl ausverkauftem Haus. "Nürnberg ist mit Sicherheit ein Aufstiegskandidat", so Frings. "Das ist eine Top-Mannschaft mit einem sehr guten Trainer."

Frings drückt die Erwartungshaltung

Gegen das Team von Coach Michael Köllner wollen die Lilien die deutliche 0:3-Niederlage in Ingolstadt vergessen machen. Vor allem die schwache Abwehrleistung der Darmstädter hatte Kritiker auf den Plan gerufen. "Die Kritik war berechtigt. Wir haben zu viele Tore kassiert - durch eigene Fehler und persönliche Duelle, die man verliert", gab Frings zu. "Aber wir haben daran gearbeitet und wollen wieder dahin kommen, wo wir mal waren."

Die Aufstiegsträume der Anhänger sind trotz zuletzt durchwachsener Leistungen der Mannschaft ungebrochen. "Das kann ich nachvollziehen. Die Fans möchten immer nach oben", so Frings. "Aber wir müssen realistisch sein. Mit den Möglichkeiten, die wir haben, holen wir gerade das Beste raus."

Und dazu gehören aus Frings‘ Sicht auch Rückschläge. "Das kann auch zwei- oder dreimal passieren. Das habe ich von Tag eins an gesagt. Das ist eine Mannschaft, die im Prozess ist", sagte er, "das geht nicht von heute auf morgen." Frings wirbt um Verständnis darum, ihm und dem Team Zeit zu geben. Und er dämpft die Erwartungshaltung, wohlwissend, dass die Lilien dennoch zu den Aufstiegsaspiranten zählen.

Mit Bescheidenheit zurück an die Spitze

"Wir wollen uns weiter etablieren und ein gutes Spiel abliefern", sagte Frings mit Blick auf den Kracher am Montagabend, "aber wir haben immer gesagt, dass wir langfristig im Profi-Bereich sein wollen." Da ist sie wieder - die Bescheidenheit der Lilien. Trotzdem will die Frings-Elf gegen den Club zeigen, dass sich die harte Arbeit in der Länderspielpause gelohnt hat. Mit Malocher-Mentalität haben es die 98er ja schon einmal in die Bundesliga geschafft.