Imago Lilien Club
Die Lilien-Defensive ist auch gegen Nürnberg überfordert. Bild © Imago

Darmstadt 98 rutscht immer mehr ins Mittelfeld der 2. Bundesliga ab. Gegen den Club spielen die Lilien zwar gut nach vorne, die vogelwilde Defensive bleibt aber das Sorgenkind.

Der SV Darmstadt 98 hat seine Topspiel-Premiere in dieser Zweitliga-Saison verpatzt. Die Mannschaft von Trainer Torsten Frings verlor am Montagabend trotz früher Führung und ansprechender Offensiv-Leistung mit 3:4 (1:1) gegen den 1. FC Nürnberg und muss sich vorerst aus der Spitzengruppe verabschieden. Nach der zweiten Niederlage in Folge und jetzt schon 19 Gegentreffern beträgt der Abstand der Lilien auf einen Aufstiegsplatz sieben Punkte.

Stark trifft früh, Club kontert direkt

Dabei hatte der Flutlicht-Abend am Böllenfalltor so gut angefangen. Yannick Stark brachte die Lilien mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumkante früh in Führung (6. Minute) und sorgte damit für gute Stimmung unter den 17.100 Zuschauern. Lange hielt die Freude aber nicht an: Club-Stürmer Cedric Teuchert (23.) nutzte ein Missverständnis zwischen Innenverteidiger Patrick Banggaard und Torhüter Joel Mall perfekt aus und traf per Lupfer zum Ausgleich (23.).

Die Lilien, die sich mit insgesamt sechs Änderungen in der Startelf – darunter Comebacker Jan Rosenthal – viel vorgenommen hatten, ließen sich davon aber erst einmal nicht beeindrucken und hätten beinahe im Gegenzug wieder jubeln dürfen. Tobias Kempe, der mit angebrochenem Zeh spielte, scheiterte aber am Pfosten (27.).

Sieben Tore am Böllenfalltor

In der zweiten Hälfte spielten dann zunächst nur die Gastgeber. Felix Platte setzte die beste Chance knapp neben das Tor (49.) und musste dann mit ansehen, wie die Nürnberger aus dem Nichts zum zweiten Mal trafen. Nach einem öffnenden Pass tauchte Mikael Ishak, zumindest abseitsverdächtig, frei vor Mall auf und vollstreckte eiskalt (51.). Kurz später war es erneut Teuchert, der nach klarem Torwartfehler erhöhte (58.).

U21-Europameister Platte brachte die Lilien dann zwar noch einmal zurück in die Partie (72.). Da die ohnehin sehr wacklige Darmstädter Defensive in der Schlussphase aber immer mehr öffnete, wurde Tim Leibold zum vierten Nürnberger Treffer quasi eingeladen (74.). Das Heim-Debakel nahm Formen an, daran konnte auch das Eigentor von Eduard Löwen kurz vor dem Ende (89.) nichts mehr ändern. Die Lilien warten seit vier Spielen auf einen Sieg.

Sendung: hr-heimspiel am Montag, hr-fernsehen, 16.10.17. 23 Uhr