Julian von Haacke hadert.
Julian von Haacke Bild © Imago

Sieben Spiele ohne Sieg, zwei Wochen Zeit für die Analyse: Für Darmstadt 98 kam die Länderspielpause durchaus zum richtigen Zeitpunkt. Profi Julian von Haacke weiß, woran die Lilien noch arbeiten müssen.

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Julian von Haacke

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found von Haacke: "Natürlich will man immer spielen"

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Das Gute an so einer Länderspielpause ist ja: Als Fußballverein hat man viel mehr Zeit. Zeit für Trainingseinheiten, die vor Spielformen und taktischen Übungen nur so sprühen. Zeit für eine ausgedehnte Vorbereitung, um möglichst alle Geheimnisse des nächsten Gegners zu entschlüsseln. Ja, es ist sogar Zeit für eine umfassende Analyse der jüngsten Ergebnisse. Und genau das steht bei Zweitligist Darmstadt 98 in diesen Tagen ganz weit oben auf der To-do-Liste.

Denn: Das 2:2 bei Eintracht Braunschweig am vergangenen Wochenende war einerseits zwar das siebte Spiel in Serie, das die Lilien nicht gewinnen konnten. Andererseits, und das betonen sie nach dem Last-Minute-Remis zu Recht, gelang den Südhessen beim gestandenen Zweitligisten aus Niedersachsen ein überzeugender Auftritt. "Wir haben endlich mal wieder ein bisschen besser Fußball gespielt", fasst es auch Mittelfeldspieler Julian von Haacke zusammen.

Mehr Ruhe, wenig zugelassen

"In bestimmten Situationen hatten wir mehr Ruhe am Ball. Außerdem haben wir über 90 Minuten ziemlich wenig zugelassen und waren das eine oder andere Mal gefährlich." Und dennoch: Der Rückblick auf das fünfte Unentschieden in dieser Saison beeinflusst die Arbeit der Südhessen in diesen Tagen maßgeblich.

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"Wir gucken uns das Spiel noch einmal genauer an und werden dann auf die Fehler eingehen, die wir gemacht haben", verspricht von Haacke. "Im letzten Drittel haben wir immer noch ein paar Schwierigkeiten, daran müssen wir auf jeden Fall arbeiten." Was übrigens nicht für den seelischen Zustand von Joël Mall gilt. Der SV98-Keeper war in Braunschweig zur tragischen Figur geworden, als er kurz vor dem Abpfiff den Ball fallen ließ und damit den Gastgebern den späten Ausgleichstreffer ermöglichte.

Zuspruch für Unglücksrabe Mall

"Joël ist mental stark genug, um darüber schnell hinweg zu kommen und wieder gute Leistungen zu bringen", ist sich von Haacke sicher. "Gegen Kiel hat er uns den Punkt gerettet, das weiß jeder von uns. Er ist nach wie vor ein Top-Torwart." Die Beschreibung für den zweiten Treffer der Eintracht – "ein unglückliches Tor" – könnte man in den Augen des 23-Jährigen auch für eine Vielzahl jener Treffer verwenden, die die Lilien zuletzt während einer wahren Gegentorflut kassiert haben.

"Es gab mal einen Zeitpunkt, da waren wir die Mannschaft, die die zweitwenigsten Schüsse aufs Tor zugelassen hat. Aber trotzdem hatten wir einen Sack voll Gegentore", sagt von Haacke. Die Konsequenz: Er und die anderen 98er müssten sich vor Augen führen, wie wichtig es sei, dass jeder mit nach hinten arbeite. In Braunschweig habe das durchaus funktioniert. Aber: "Es ist natürlich blöd, wenn man dann noch eins fängt. Irgendwann wird das Pendel wieder auf unserer Seite ausschlagen. Jetzt müssen wir es erzwingen."

"Ganz solides Spiel gemacht"

Für von Haacke persönlich ist der Blick zurück aufs Eintracht-Spiel aber auch noch aus einem anderen Grund interessant. Der Mittelfeldspieler, der in der Sommerpause vom niederländischen Club NEC Nijmegen verpflichtet worden war, feierte in Braunschweig sein Startelf-Debüt. "Ich würde sagen, ich habe ein ganz solides Spiel gemacht", bewertet er selbst seine eigene Leistung. "Ich hoffe, es geht so weiter." Nach der Länderspielpause empfängt der SV98 den SV Sandhausen. Ein bisschen Zeit zur Vorbereitung ist ja noch.