Hinterlässt auch in Zivil einen guten Eindruck: Jan Rosenthal.
Hinterlässt auch in Zivil einen guten Eindruck: Jan Rosenthal. Bild © Imago

Jan Rosenthal ist der etwas andere Fußballer. Der Lilien-Profi zeigt seine Kreativität jetzt auch außerhalb des Platzes. Rosenthal malt und hat nun seine erste Ausstellung eröffnet.

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Der Andrang war groß im Jagdschloss in Bickenbach im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg. Jan Rosenthal hatte zu seiner ersten Ausstellung eingeladen und präsentierte 16 seiner Werke. Abstraktion statt Konkretes - so lautet das Motto bei den Bildern des Fußballprofis. Für ihn war es ein besonderer Tag. "Vorher war eine gewisse Anspannung da. So etwas habe ich schließlich noch nicht kennengelernt", sagte Rosenthal.

Feiner Pinselstrich auf der Leinwand statt feine Klinge auf dem Fußballplatz - war die Malerei in den vergangenen Jahren vor allem Hobby. Jetzt hat er sich damit in die Öffentlichkeit gewagt. "Ich bin schon seit zehn Jahren auf eine gewisse Öffentlichkeit vorbereitet", blieb Rosenthal bei seinem "Debüt" auf ungewohntem Parkett ganz entspannt. Er habe bei dieser Austellung schließlich nichts zu verlieren: "Ich gewinne Eindrücke, Meinungen und Feedback – das ist für mich das schönste an diesem Abend."

Kunst als mentales Training

Mit den Bildern will Rosenthal dem Beobachter keine Interpretation aufzwingen, sondern vor allem ein gutes Gefühl erzeugen - auch bei sich selbst: "Während des Schaffens verliere ich mich in der Kunst. Es macht einfach Spaß, schöne Dinge und schöne Farben auf die Leinwand zu bringen. Wenn da viel Arbeit drinsteckt und man einen gewissen Blick dafür hat, was einem selbst gefällt, dann entsteht vielleicht Schönes, was auch anderen gefällt."

Für den Feingeist ist Malen auch mentales Training: "Es kann helfen, den Körper runterzufahren und den Kopf auf andere Dinge zu lenken. Das Malen ist ein kompletter Gegensatz zum Fußball. Man muss lernen, entspannt zu sein und einfach den Resetknopf zu drücken.“ So habe er sich beispielsweise in die Hocke begeben "und ganz fein mit dem Pinsel versucht, Linien zu ziehen." Konzentration, Balance und Geschick - all das trainiert Rosenthal auch auf diese Weise.

Zwei Talente, eine Berufung

Dabei hatte er anfangs gar nicht die vielfältige Wirkung der Malerei im Sinn, sondern malte die ersten Bilder für seine Frau. Dass er auch eine künstlerische Seite hat, weiß er aber schon viel länger. "Beim Sport konnte mich keiner übertreffen, aber in Kunst war ich auch ganz gut", erinnert sich Rosenthal an seine Schulzeit.

Dass er mal mit beiden Talenten Geld verdienen kann, hätte er damals sicher nicht gedacht. Zwischen 300 und 3.000 Euro ruft der Kicker für seine Werke auf. Noch bis zum 10. Januar sind sie in Bickenbach zu sehen. Den Fußballplatz gegen ein Atelier tauschen? Das ist für Rosenthal aber keine Option. "Der Spaß steht im Vordergrund und soll die Motivation bleiben", sagte er.