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Torsten Frings wurde beim SV98 beurlaubt. Bild © Imago

Der SV Darmstadt 98 hat die Reißleine gezogen und sich nach elf Spielen ohne Sieg von Trainer Torsten Frings getrennt. Wer die Südhessen im letzten Spiel des Jahres gegen Fürth betreut, ist noch nicht bekannt.

Der SV Darmstadt 98 reagiert auf die anhaltende sportliche Talfahrt in der 2. Bundesliga: Die Lilien trennen sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Torsten Frings und seinem Co-Trainer Björn Müller. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil wir Torsten Frings fachlich und menschlich außerordentlich schätzen", teilte Präsident Rüdiger Fritsch am Samstag mit.

"Nach intensiver Analyse der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir aber zu der Auffassung gelangt, diesen schmerzhaften Schritt vollziehen zu müssen", so Fritsch weiter. Die Lilien stehen nach dem Ende der Hinrunde auf Relegationsrang 16.

Wer die Südhessen im letzten Spiel des Jahres betreuen wird, ist noch unklar. Man werde "zu gegebener Zeit" einen Nachfolger präsentieren, hieß es seitens des Vereins. Torwarttrainer Dimo Wache und Athletikcoach Kai-Peter Schmitz sollen nach Informationen des hr-sport zumindest die nächste Trainingseinheit am Montagvormittag leiten.

Blutleer, verunsichert, hoffnungslos

Die Darmstädter hatten sich am Freitagabend beim 0:1 in Aue in erschreckender Form präsentiert. Der blutleere Auftritt - die Lilien hätten das "Sechs-Punkte-Spiel" im Tabellenkeller gut und gern mit drei, vier Toren Unterschied verlieren können – nahm auch dem letzten Fußball-Romantiker am Böllenfalltor die Hoffnung auf die Wende unter Frings. Da halfen auch die gut gemeinten Treuebekenntnisse des Präsidenten und Verweise auf die andauernde Verletztenmisere nichts mehr.

Bezeichnend für die Darmstädter Ratlosigkeit waren die Aussagen von Frings selbst nach der Niederlage in Aue. "Das war einfach zu wenig, wie kampflos und herzlos wir uns präsentieren. Das hat mit Profifußball nicht zu tun", beklagte sich der 41-Jährige. Ansatzpunkte? Fehlanzeige. "Wenn wir wüssten, woran es liegt, würden wir nicht solche Spiele abliefern", sagte etwa Stürmer Terrence Boyd. "Es macht keinen Spaß momentan."

....und jetzt wartet Fürth

Nun soll ein anderer Trainer der völlig verunsicherten Mannschaft Selbstbewusstsein einhauchen. Das Kapitel Frings jedenfalls ist beim SV98 nach einem knappen Jahr wieder beendet. Die letzte Partie des Jahres bestreiten die Südhessen kommende Woche bei der SpVgg Greuther Fürth. Wie brisant die Begegnung ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Fürth steht mit nur einem Punkt weniger auf dem 17. Platz.

Grafik Darmstadt Trainerentlassungen Dezember
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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Samstag, 9.12.2017, 17.15 Uhr