Heuer Fernandes und Sulu nach einem Gegentor
SV98-Keeper Daniel Heuer Fernandes (li.) und -Kapitän Aytac Sulu nach einem Gegentreffer in Ingolstadt Bild © picture-alliance/dpa

Darmstadt 98 nutzt die Länderspielpause, um an der eigenen Abwehrschwäche zu feilen. Nach einem guten Saisonstart können sich die Lilien oben festbeißen – doch der Kapitän warnt vor dem Heidenheim-Effekt.

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0:3 gegen Ingolstadt, jeweils drei Gegentore gegen Dresden und Bielefeld sowie 1:3 im DFB-Pokal gegen Regensburg: Fans und Experten rätseln seit Wochen über die ungewohnt großen Lücken in der Hintermannschaft von Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98. Erklärungen für insgesamt 15 Gegentreffer in gerade einmal neun Punktspielen können nur die Profis selbst liefern – und nach Sandro Sirigu spricht nun auch Aytac Sulu die Probleme offen an.

"Zum einen ist es so, dass wir uns die Tore selbst einschenken", sagt der Kapitän im Gespräch mit dem hr-sport. "Wir machen Fehlpässe im Aufbau oder andere Fehler, die direkt zu Torchancen führen – und die auch eiskalt genutzt werden. Dann sind es die individuellen Fehler, zum Beispiel bei Standards. Aber es ist nicht so, dass wir aus dem Spiel heraus ausgespielt werden." Diese Erkenntnis hätten die Lilien insbesondere bei der Videoanalyse der jüngsten Niederlage in Ingolstadt gewonnen.

"So ein 0:3 ist happig"

Während der Partie bei den Oberbayern habe sein Team nicht den "schönsten Fußball" gezeigt, wie Sulu eingesteht. Bis zum 0:1 sei es aber ohnehin ein zerfahrenes Spiel gewesen. "Es hätte auch 0:0 oder 1:1 ausgehen können. So ein 0:3 ist happig." Doch auch mit diesem Ergebnis ist es wie mit vielen anderen nackten Zahlen: Sie lenken vom Positiven ab. Und davon hat es im bisherigen Saisonverlauf der Südhessen auch schon einiges gegeben.

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Mit bislang vier Siegen, drei Unentschieden und 15 Punkten ist der Absteiger ordentlich in die Runde gestartet. Gemessen daran, dass der Relegationsrang drei nur zwei Zähler entfernt ist, sogar sehr ordentlich. Ein Umstand, den auch der Kapitän gerne hervorhebt.

"Wir haben in der Saison zwei Spiele verloren, gut gepunktet und aktuell einen guten Tabellenplatz. Es läuft eigentlich alles ganz okay", sagt er. Schlechte Laune ob der vielen Gegentreffer gebe es nicht. "Wenn einer mal miese Stimmung hat, kann er sie haben – aber nur wegen seiner eigenen Leistung, wenn er mal am Wochenende nicht gut spielt."

Weder Über- noch Untermannschaft

Wer nun denkt, dass die Lilien wegen der guten Aussichten in der Tabelle automatisch das Wort Aufstieg in den Mund nehmen, der irrt. Der SV98 sei laut Sulu nach den gezeigten Leistungen zwar sicherlich keine "Untermannschaft", aber auch keine "Übermannschaft" in der zweiten Liga. Die Tabelle spiegele den aktuellen Stand leistungsgerecht wider. Und der Blick nach oben sei zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht ratsam.

"Heidenheim ist das beste Beispiel", erläutert Sulu. "Jahrelang waren sie bis zum Winter auf den ersten vier, fünf Tabellenplätzen – und sind dann abgerutscht." Über ein solches Problem würden Fans und Experten in Darmstadt vermutlich noch intensiver rätseln als über die vielen Gegentore.