Artur Sobiech
Artur Sobiech ballt die Faust - seine bisherige Bilanz für den SV98 kann sich durchaus sehen lassen. Bild © picture-alliance/dpa

Neuzugang Artur Sobiech glänzt beim Zweitligisten Darmstadt 98 trotz großer Konkurrenz sofort als Torjäger und Vorbereiter. Dem Spektakel, das die Lilien Woche für Woche liefern, kann er aber nur bedingt etwas abgewinnen.

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Nimmt man die nackten Zahlen, dürften die Lilien nach der abgelaufenen Englischen Woche in der 2. Bundesliga nicht wirklich aus dem Häuschen sein. Fünf Punkte aus drei Spielen sind definitiv kein Beinbruch, aber tabellarisch ging es nach einem Sieg gegen Bielefeld (4:3) und zwei Remis in Heidenheim (2:2) und gegen Dresden (3:3) zwei Ränge nach unten. Vierter statt Zweiter heißt es nun, Aufstiegsplatz vorerst verloren. Das schert in Darmstadt aber kaum jemanden, die ganze Stadt steht noch unter dem Eindruck der spektakulären Aufholjagd gegen Dresden.

"Das war ein verrücktes Spiel", blickte Angreifer Artur Sobiech im hr-heimspiel! am Montagabend zurück. Wobei das nicht nur auf den wilden Ritt gegen Dresden zutreffe: "Wir haben viele Spiele nach Rückstand gedreht. Eine solche Moral hat kaum eine Mannschaft, auf diesen Charakter können wir bauen."

Lilien-Spektakel - zumindest die Zuschauer freut's

Sobiech spielte gegen Dresden im Sturmzentrum durch, stand dabei aber im Schatten des überragenden Tobias Kempe. Der Standard-Spezialist bereitete ein Tor vor und traf selbst doppelt, darunter in der 93. Minute zum 3:3-Ausgleich, der das Stadion am Böllenfalltor endgültig in ein Tollhaus verwandelte. "Die Spiele sind für die Zuschauer schon toll", sagte Sobiech.

Immer braucht der Pole eine derartige Spannung allerdings nicht. Er erinnerte daran, dass die Lilien nach vier Spieltagen in der 2. Liga die beste Defensive hatten. Nun setzte es acht Gegentore in einer Woche. "Wir müssen wieder zu alter Stärke finden", forderte Sobiech. "Wir hatten in den letzten Spielen drei Gegentore nach Standards - das darf nicht passieren."

Sobiech benötigt keine Anlaufzeit

Nicht nur im Kollektiv sieht der 27-Jährige noch Potenzial für Verbesserungen. Auch persönlich müsse eine Steigerung her: "Ich bin nie zufrieden. Als Stürmer will man in jedem Spiel Tore schießen. Ich habe noch viel vor und werde hart arbeiten."

Dabei hätte Sobiech durchaus Grund, sich abends mal mit einem Gläschen Wein zurückzulehnen. Die Umstellung nach sechs Jahren Hannover hat er reibungslos gemeistert. Der Neuzugang hat in bislang neun Pflichtspielen für Darmstadt dreimal getroffen und vier Tore aufgelegt – eine mehr als ordentliche Bilanz. Auf Anhieb sicherte er sich seinen Startplatz im Frings-Ensemble, was angesichts vier waschechter Mittelstürmer im Team nicht selbstverständlich ist.

Richtungsweisende Wochen für Darmstadt 98

Einen breiten Kader braucht es, wollen die Lilien auch nach den kommenden Wochen ein gewichtiges Wörtchen beim Kampf um die Aufstiegsplätze mitreden. Es warten Absteiger Ingolstadt sowie Nürnberg, Düsseldorf und Kiel, die derzeit die Ränge eins bis drei belegen. "Das wird ein harter Kampf", verspricht Sobiech mit Blick auf die Topspiel-Wochen. Für die nächsten Gegner müssen diese Worte wie eine Drohung klingen: Aufgeben ist bei Darmstadt 98 keine Option. Aber das dürfte sich ohnehin bis in die letzten Winkel Fußball-Deutschlands herumgesprochen haben.