Im Hickhack um den Bau seiner Akademie hält der DFB vorerst am geplanten Standort auf dem Gelände der Frankfurter Galopprennbahn fest. Während die Stadt eine Schonfrist erhielt, sondiert der Verband aber bereits Alternativen.

Entwurf der DFB-Akademie
So soll die DFB-Akademie einmal aussehen. Bild © DFB/kaderwittfeldarchitektur

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält am Frankfurter Rennbahn-Gelände als Standort für seine neue DFB-Akademie fest, will aber aufgrund des Rechtsstreits um dieses Areal zumindest mögliche Alternativen dazu sondieren. Das gab der Verband am Freitag nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt bekannt. Als mögliche Ausweich-Standorte sind Friedberg und Bad Vilbel im Gespräch.

Frankfurt bleibt 1a-Lösung

"Wir haben die feste Absicht, unser neues sportliches Zentrum zu bauen. Und wir haben nach wie vor das Ziel, dieses Projekt auf dem uns vertraglich zustehenden Gelände der Galopprennbahn zu realisieren", sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius: "Wir freuen uns, dass die Stadt noch einmal über Parteigrenzen hinaus deutlich gemacht hat, dass sie hinter diesem Vorhaben steht. Unsere Hoffnung ist, dass zeitnah Rechtssicherheit vorliegt, wir dann einen außerordentlichen Bundestag einberufen und das Zukunftsprojekt in Frankfurt umsetzen können." Einen genauen Zeitpunkt nannte der Verband dabei nicht.

Die Stadt streitet derzeit vor dem Oberlandesgericht mit dem immer noch auf dem Areal ansässigen Renn-Klub, der sich mit allen Mitteln gegen die Kündigung durch die Stadt als Vermieter und die Räumung wehrt. Der nächste Verhandlungstermin findet am 1. Juni statt.

Vorerst keine Abstimmung

"Es bleibt das primäre und gemeinsame Ziel, auf Basis des vorliegenden Architektenentwurfs den 'Neuen DFB unter einem Dach' auf dem von der Stadt gepachteten Gelände zu errichten", teilte der DFB mit.

Der Außerordentliche Bundestag, auf dem die gestiegenen Kosten für das "Leuchtturmprojekt" (inzwischen rund 140 Millionen Euro) von den DFB-Mitgliedern abgesegnet werden sollen, wird wegen der unklaren Rechtslage vorerst nicht einberufen. Die Übertragung des Areals an den DFB sollte ursprünglich zum  1. Januar 2016 erfolgen. Dem Vertragsschluss mit der Stadt waren ein politisches Votum für das Projekt und ein Bürgerentscheid vorausgegangen.

Sendung: hr3, 19.05.2017, 11:00 Uhr