Eine Hand mit Handschuh tippt auf einer Computertastatur
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Pädophile versuchen offenbar, über das Internet Kontakt zu Jugendfußballern aus Frankfurt aufzunehmen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen mehrere Unbekannte. Die Vereine rufen zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Auch das Nachwuchsleistungszentrum der Frankfurter Eintracht hat die Tage brisante Post vom Hessischen Fußball-Verband (HFV) erhalten. In dem Schreiben warnt der Kreisausschuss des Verbandes vor "Fällen von gefälschten Profilen, Kontaktaufnahmen und sexueller Belästigung auf Instagram". Der Rundbrief wurde an insgesamt 48 Frankfurter Vereine mit Jugendabteilungen verschickt. Auf der Foto- und Videoplattform hätten es Unbekannte demnach gezielt auf Nachwuchskicker aus dem Stadtgebiet abgesehen, hieß es in dem Schreiben.

"Wir haben alle Mitarbeiter des Leistungszentrums sowie die Spieler und deren Eltern über den Brief des Verbandes in Kenntnis gesetzt", sagte Armin Kraaz, Leiter des Leistungszentrums, am Dienstag dem hr-sport.

Die Polizei geht nach Angaben vom Dienstag von mehreren Tätern aus. Bislang seien zwei Fälle bekannt geworden. "Sie segeln unter dem Namen eines Vereins und versuchen Kontakt zu Kindern aus der U12 und U13 herzustellen", sagte der Polizeisprecher. "Die Täter docken sich an allen möglichen Vereinen an." Inzwischen hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Einzelheiten nannte eine Sprecherin aber nicht.

"Sorgfältig mit Kontaktdaten umgehen"

In mindestens einem Fall kam es bereits zu sexueller Belästigung: Ein Zwölfjähriger wurde nach Angaben des Fußball-Kreises Frankfurt in einen Video-Livestream gelockt, in dem ein Mann vor der Kamera masturbierte. Die Polizei berichtete zudem von einem anderen Fall, als versucht wurde, ein reales Treffen zu vereinbaren. Dazu sei es aber nicht gekommen. Wie viele Fälle es insgesamt gebe, sei noch völlig unklar, sagte der Polizeisprecher.

Auch die Eintracht hat Spieler und Eltern zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. "Wir haben noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, mit seinen Kontaktdaten sorgfältig umzugehen. Und natürlich auch Ansprechpartner im Leistungszentrum angeboten, die bei Fragen zur Verfügung stehen", berichtete Kraaz. Dass eine Person aus dem Betreuerstab der Eintracht die Polizei verständigt hatte, wie die Bild berichtet, dementierte Kraaz: "Uns ist nicht bekannt, dass ein Betreuer Anzeige erstattet hat."

Die Polizei mahnte indes, dass Jugendliche über das Internet auch Opfer von Radikalisierung, Betrug und Datenklau werden könnten. Eltern sollten mit ihren Kindern reden und schauen, wo sie im Internet unterwegs sind, so der Polizeisprecher. Wenn dies schwierig sei, könnten auch Vertrauenspersonen des Kindes dazu geholt werden.