Eintracht-Keeper Hradecky gegen Thomas Müller
Auf Lukas Hradecky (re.) wird einige Arbeit zukommen. Bild © Imago

Der FC Bayern kann sich in Frankfurt die Herbstmeisterschaft sichern. Aber auch für die Eintracht geht es um eine winterliche Krone. Damit das gelingt, sollte Fredi Bobic das Stadion aber wohl meiden. Der Faktencheck.

Videobeitrag

Video

zum Video hr-Reporter: Das Bruderduell im Fokus

Ende des Videobeitrags

Für die einen geht es um Europa, für die anderen um die Sicherung der Tabellenführung. Das Duell zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern am Samstag (15.30 Uhr) kann getrost als Spitzenspiel bezeichnet werden. Wer am Ende jubeln darf? Das Angeberwissen gibt erste Hinweise.

Es geht um die Herbstmeisterschaft – für beide

Sollte der FC Bayern am Samstag die Frankfurter Arena stürmen und am 15. Spieltag den elften Sieg einfahren, ist den Münchnern die siebte Herbstmeisterschaft in Folge zu 99,99 Prozent sicher. (Konkurrent RB Leipzig müsste an zwei Spieltagen sechs Punkte und rund 20 Tore aufholen) So weit, so wenig überraschend. Für etwas mehr Puls sorgt da schon der Fakt, dass auch die Eintracht eine Tabellenführung zu verteidigen hat. Die Hessen sind das auswärtsstärkste Team der Liga und könnten nun mit einem Heimsieg dafür sorgen, dass der Zweitplatzierte – natürlich die Bayern – auf Abstand bleibt. Na, das wär doch was.

Die Stürmer haben es nicht leicht

Gut für ein paar wärmende Adrenalin-Stöße wären auch Tore – hüben wie drüben. Problem dabei: Die Eintracht (14 Gegentore) und der FCB (elf Gegentore) sind die beiden defensivstärksten Mannschaften der Liga. Die Abwehr ist in Hessen und in Bayern Trumpf. Erschwerend hinzu kommt zudem für Frankfurt, dass es sich die Münchner abgewöhnt haben, Kontergegentore zu fangen. Das geschah in dieser Saison genau null Mal. Nur hinten drin stehen und auf Gegenstöße hoffen, ist also nicht möglich. Irgendwann muss sich die Eintracht aktiv am Spiel beteiligen – und zwar am besten ganz zum Schluss. Die vergangenen vier Siege der Eintracht endeten alle mit einem Tor Abstand – und immer fiel der entscheidende Treffer nach der 80. Minute.

Die Bilanz macht wenig Hoffnung

Ob dieses Prinzip auch gegen die Bayern funktioniert, bleibt abzuwarten. In der jüngsten Vergangenheit tat sich die Eintracht – auch das ist keine große Überraschung – gegen den meist übermächtigen Rekordmeister immer sehr schwer. In neun der vergangenen zehn Aufeinandertreffen gelang den Hessen nicht mal ein Tor, einen Sieg gab es zuletzt am 20. März 2010. Die Torschützen damals: Ein gewisser Juvhel Tsoumou und Martin Fenin. Lang, lang ist’s her.

Ex-Bayer trifft Ex-Frankfurter

Lange her ist auch die Frankfurter Amtszeit von Jupp Heynckes. Der 72 Jahre alte Bayern-Coach saß in der Saison 1994/95 für ganze 24 Spiele auf der Eintracht-Trainerbank, ehe er auf Platz 13 liegend entlassen wurde. Wirklich gut hat "Osram" bei seinem Ex-Klub niemand in Erinnerung behalten – eine Tatsache, die ihn klar von Niko Kovac unterscheidet. Der Eintracht-Trainer ist bei seinem ehemaligen Verein Bayern München, wo er von 2001 bis 2003 spielte, noch immer hochangesehen. Gerüchte, dass der Kroate Don Jupp im Sommer beerben könnte, gibt es immer wieder – auch wenn sich Sportvorstand Fredi Bobic derzeit "keine Sorgen" um einen möglichen Abschied macht.

Fredi, bleib daheim!

Apropos Bobic und die Bayern: Der ehemalige Nationalspieler verbindet mit dem großen Verein aus dem Süden der Republik keine allzu schönen Erinnerungen. Der 46-Jährige, der in der Bundesliga für den VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, Hannover 96 und Hertha BSC am Ball war, traf in seiner aktiven Karriere insgesamt 23 Mal auf den FC Bayern. Gewonnen hat er dabei nie! Eine Horrorbilanz, die auch nach seiner Laufbahn weiterging: In 14 Partien gegen die Bayern als Stuttgarter Sportdirektor oder Frankfurter Sportvorstand durfte sich Bobic über genau einen einzigen Punkt freuen. Na, das kann ja heiter werden.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Samstag, 09.12.17, 17.15 Uhr