Eintracht Hoffenheim
Es könnte gut sein, dass die Eintracht bei der TSG Hoffenheim einem Rückstand hinterherlaufen muss. Bild © Imago

These: Die TSG Hoffenheim wird im Spiel gegen Eintracht Frankfurt mit 1:0 in Führung gehen. Macht aber nichts. Die auswärtsstarken Hessen werden das Spiel wieder in der Schlussviertelstunde entscheiden. Der Faktencheck.

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Eintracht Frankfurt ist am Samstag (15.30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim zu Gast. Positiv für die Frankfurter ist die Vorab-Info, dass Benjamin Hübner, der Sohn von Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner, wohl nicht rechtzeitig für das Spiel fit wird. Rein statistisch gesehen natürlich! Immerhin hat Benjamin noch kein Bundesligaspiel gegen seinen Papa verloren. Weitere wichtige Statistiken finden Sie in unserem Angeberwissen.

Talentschmiede gegen Weltoffenheit

In Sinsheim treffen am Samstag zwei Teams mit gänzlich unterschiedlichen Philosophien aufeinander. Die Hausherren setzen gerne auf die eigene Jugend, von den 25 bisher eingesetzten Spielern sind 16 Deutsche. Ganz anders kommt die Eintracht daher, die sich wie die Stadt Frankfurt international präsentiert. Trainer Niko Kovac hat es geschafft, aus einem heterogenen Team einen homogenen Haufen zu formen. 18 der 24 eingesetzten Spieler sind Ausländer. Elf der zwölf geschossenen Saisontore – oder anders gesagt: 92 Prozent (!) der Tore wurden von Ausländern erzielt. Bei den Hoffenheimern gehen hingegen 17 der 19 selbst erzielten Saisontore auf das Konto der deutschen Spieler. Die Gemeinsamkeit: Beide Philosophien führen zum Erfolg.

Nur keine Panik

Apropos Tore: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die TSG Hoffenheim das erste Tor der Partie schießen. In zehn ihrer bisherigen elf Saisonspiele war genau das der Fall. Ein 0:1-Rückstand sollte den Eintracht-Fans aber nicht allzu tiefe Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Denn die Hälfte dieser zehn Partien konnte die TSG am Ende nicht gewinnen. Saisonübergreifend muss man fast schon sagen, dass in Hoffenheim zwar nicht vieles Tradition hat, die Probleme, Führungen in Siege umzumünzen, aber sehr wohl. In 180 Bundesligaspielen erzielte die TSG das erste Tor, 72 davon konnte sie dennoch nicht gewinnen. Eine ähnlich hohe Negativquote von 40 Prozent kann kein anderer aktueller Bundesligist vorweisen.

Wer zuletzt trifft, lacht zuletzt

Viel wichtiger als die Anfangs- scheint da schon die Schlussphase zu sein. Da zeigten sich nämlich beide Teams in der jüngeren Vergangenheit äußerst torfreudig. Eintracht-Anhänger erinnern sich nur allzu gerne an den Last-Minute-Seitfallzieher von Sébastien Haller gegen Stuttgart (2:1), Ante Rebics 2:1-Siegtreffer in der 90. Minute gegen Hannover und Hallers Tor in der 89. Minute gegen Werder Bremen. Fünf Mal netzten die Hessen bereits in der Schlussviertelstunde. Eine bessere Bilanz (sechs Tore) hat, wie könnte es anders sein, nur die TSG Hoffenheim. Allerdings kassierte die Nagelsmann-Elf auch fünf Tore in der Schlussphase und ist damit die zweitanfälligste Mannschaft nach dem SC Freiburg.

Hoffenheimer Schwächephase vorbei?

Den Hessen könnte zum Vorteil gereichen, dass es in den letzten Partien nicht wirklich lief für die Kraichgauer. Vier Spiele in Folge hatte Hoffenheim verloren, bevor gegen Köln der Negativtrend endlich gestoppt werden konnte (3:0). Eine Eintagsfliege? Gegen die auswärts bockstarken Frankfurter wird sich das zeigen. Fünf Spiele in Folge hat das Team von Trainer Niko Kovac nicht mehr verloren. In der Fremde sammelten die Hessen bereits elf Saisonpunkte, nur Bayern München holte bislang mehr (13). Gewinnt die Eintracht im Kraichgau, hat sie nicht nur genauso viele Auswärtspunkte gesammelt wie in der kompletten vergangenen Saison, sie würde Nagelsmann auch die zweite Heimniederlage in Folge bescheren. Das wäre ein Novum für den jungen TSG-Coach.