Peter Fischer
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Hopp in Hoffenheim, Kühne in Hamburg, VW in Wolfsburg: Der Streit um den Einfluss von Investoren nimmt in der Bundesliga immer mehr Fahrt auf. Auch die Eintracht weiß, dass man sich Geldgebern nicht verschließen darf – will aber klare Grenzen setzen.

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zum Video Fischer: Sonst findet man sich in der 2.Liga wieder.

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"Wenn ich über die Eintracht spreche, dann vertrete ich knapp 70 Prozent der Aktien", sagt Frankfurts Präsident Peter Fischer am Montagabend im heimspiel! des hr-fernsehens. Und macht damit sofort klar: Beim hessischen Traditionsclub hat niemand außerhalb des Vereins das Sagen.

In der Bundesliga ist das nicht mehr selbstverständlich. Mit VW in Wolfsburg und Bayer in Leverkusen haben große DAX-Unternehmen wichtigen Einfluss, dazu kommen private Mäzene wie Dietmar Hopp in Hoffenheim oder Klaus-Michael Kühne beim Hamburger SV. Das ist auch der Grund, warum die Diskussion um die 50+1-Regel, nach der ein Verein mehr als 50 Prozent der Club-Aktien besitzen muss, zum Thema vieler Diskussionen geworden ist (siehe Video und Kasten).

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zum Video Kurz erklärt: Die 50+1-Regel

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Eintracht will Einfluss bremsen

Auch für die Eintracht sind Kapitalmaßnahmen und die Folgen im Zuge der finanziellen Konkurrenz in der Bundesliga natürlich ein Thema, wie Fischer betont. "Jeder, der sich dagegen verschließt, findet sich in der zweiten oder dritten Liga wieder." Allerdings hat der langjährige Frankfurter Präsident klare Vorstellungen, wie er potenzielle Investoren begrenzen will.

Solange die aktuellen Verantwortlichen an Bord seien, "wird es bei uns nicht passieren, dass es Investoren gibt, die Einfluss in den Verein nehmen – etwa wenn es um Transfers oder Trainer geht".

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Was ist die 50+1-Regelung?

Beinahe alle Bundesligisten haben ihre Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgelagert. Die 50+1-Regelung sorgt dabei dafür, dass eine Mehrheit der Aktien immer im Besitz des Vereins bleiben muss. Es gibt allerdings Ausnahmen für Investoren, die länger als 20 Jahre dabei sind, wie etwa Bayer in Leverkusen. Über einen entsprechenden Antrag von Hannovers Clubboss Martin Kind muss die DFL kommendes Jahr entscheiden. Weil es natürlich auch noch andere Möglichkeiten gibt, als Kapitalgeber Einfluss zu nehmen, auch wenn man keine Aktien besitzt, ist die Regelung immer stärker in der Diskussion. Dazu kommt, dass es im internationalen Fußball oftmals keine entsprechenden Beschränkungen gibt – und dadurch dort oftmals viel höhere Investitionen möglich sind.

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Bruchhagen verteidigt Kühne

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zum Video Bruchhagen: "Dass Kühne ins operative Geschäft eingreift, ist auszuschließen"

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Gerade diesen Vorwurf muss sich der frühere Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen beim HSV öfter gefallen lassen. Die Norddeutschen werden seit Jahren von Logistik-Milliardär Kühne unterstützt. Doch reicht sein Einfluss bis ins operative Geschäft? "Das kann nur jemand sagen, der mich nicht kennengelernt hat", sagt Bruchhagen im heimspiel! dazu. "Herr Kühne ist ein großer Anhänger unseres Vereins, er ist ein Fußballenthusiast, und er hat uns wiederholt geholfen. Aber dass er Macht ausübt, ist eine groteske Vorstellung."

Insgesamt sieht aber auch Bruchhagen Bewegungsbedarf bei der aktuellen Regel zum Investieren in Bundesliga-Clubs. "50 +1 hat dazu geführt, dass die Liga die beste und gesündeste der Welt ist. Wir haben aber klare Tendenzen, dass Werksmannschaften zulasten der Traditionsclubs eine größere Rolle spielen." Mit Änderungen müsse man vorsichtig sein, aber man sollte sie grundsätzlich nicht ausschließen. "Dass da Bewegung reinkommen muss, spüren wir alle."