Collage: die Boaten-Brüder
Collage: Kevin-Prince (re.) und Jérôme Boateng Bild © picture-alliance/dpa

Seit fast drei Jahren haben die Brüder Jérôme und Kevin-Prince Boateng nicht mehr gegeneinander gespielt. Am Samstag kommt es bei der Partie Eintracht Frankfurt gegen Bayern München zu einem Wiedersehen.

Es sind bewegende Tage für Kevin-Prince Boateng. Am Donnerstagabend wurde der Fußball-Profi von Eintracht Frankfurt für sein Engagement gegen Rassismus mit einem Sonderpreis des Radiosenders 1LIVE geehrt. Und auch in der Bundesliga steckt der 30-Jährige mitten in einer der emotionalsten Wochen, die ihm diese Saison bieten kann.

Videobeitrag

Video

zum Video Boateng: "Ist immer etwas Besonderes"

Ende des Videobeitrags

Am vergangenen Sonntag schoss er die Eintracht zum 2:1-Sieg in seiner Heimatstadt Berlin. Und nur sieben Tage später kommt es am Samstag (15.30 Uhr) zum großen Bruderduell. Eintracht Frankfurt gegen Bayern München heißt eben auch Boateng gegen Boateng.

"Etwas Besonderes, ein Highlight"

"Es ist immer etwas Besonderes, gegen ihn zu spielen", sagt der Frankfurter Mittelfeldspieler über den Münchner Verteidiger. "Es wird auf jeden Fall ein Highlight der Saison für uns und für die Fans. Wir wissen, dass Bayern nicht unschlagbar ist. Aber wir wissen auch, dass eine der besten Mannschaften der Welt auf uns zukommt."

Jérôme Boateng ist Weltmeister, Champions-League-Sieger, Club-Weltmeister und siebenmaliger deutscher Meister. Das sind exakt genauso viele große Titel, wie sein anderthalb Jahre älterer Halbbruder mittlerweile an Karrierestationen in seiner Vita hat.

Weitere Informationen

heimspiel! im hr-fernsehen

heimspiel! am samstag, 17.15 Uhr: Der aktuelle Sport vom Samstag
heimspiel! bundesliga, Sonntag, 21.45 Uhr: Das Bundesliga-Wochenende im Überblick
heimspiel!, Montag, 23 Uhr: Der Sport-Talk

Ende der weiteren Informationen

"Kevin-Prince Boateng liebt die Aufmerksamkeit. Ihm wird zugehört", schrieb der Spiegel einmal. "Jérôme will nur Fußball spielen." Auch deshalb gilt: Wann immer die beiden Brüder aufeinandertreffen, ist der jüngere der Favorit. Das war schon bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 so, als Jérôme für Deutschland spielte und Kevin-Prince für Ghana. Und das ist auch diesmal so, wenn die Bayern in Frankfurt die Herbstmeisterschaft perfekt machen können.

Immerhin ging das letzte Bruderduell im Februar 2015 1:1 aus. Kevin-Prince spielte damals noch für den FC Schalke 04, Jérôme sah die Rote Karte. Nach seiner Rückkehr in die Bundesliga sagte dann der Ältere über den Jüngeren: "Klar freut er sich, dass ich wieder um die Ecke bin und dass wir uns wieder öfter sehen."

Vertrauen in die Trainer

Das zwischenzeitlich stark belastete Verhältnis zwischen beiden ist mittlerweile wieder intakt. Grund für den Bruderzwist war, dass Kevin-Prince den deutschen Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack 2010 so schwer foulte, dass der nicht an der WM in Südafrika teilnehmen konnte. "Wir haben uns gestritten, danach riss der Kontakt für eine Weile ab", sagte Jérôme dem Spiegel. "Mittlerweile haben wir uns wieder ausgesprochen."

Die Entwicklung der vergangenen Monate hat beiden ebenfalls gutgetan. Noch im Sommer gab es Gerüchte über einen Abflug von Jérôme aus München, Kevin-Prince spielte fernab des großen öffentlichen Interesses bei UD Las Palmas auf Gran Canaria. In Jupp Heynckes bei den Bayern und Niko Kovac in Frankfurt haben beide jeweils wieder einen Trainer gefunden, der ihnen vertraut.

Frankfurter Führungsfigur

Und das ist auf dem Platz zu sehen. Kevin-Prince ist in nur drei Monaten vom skeptisch beäugten Rückkehrer zur unumstrittenen Führungsfigur in Frankfurt geworden. Und "Jérôme kommt langsam wieder zur Normalform", lobte Heynckes jüngst.