Fredi Bobic
Fredi Bobic sieht auch Positives in der Niederlage gegen Leverkusen. Bild © Imago

Bei der Frankfurter Eintracht ist die Niederlage gegen Bayer Leverkusen in der Kategorie Lernprozess abgeheftet worden. Uneins ist man sich eher über die Zielsetzung für diese Saison.

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Von übermäßigem Frust konnte bei der Frankfurter Eintracht nach dem 0:1 gegen Bayer Leverkusen nicht die Rede sein. Beim sonntäglichen Auslaufen wurde auf dem Trainingsplatz sogar schon wieder geflachst, und mittags stand dann die Weihnachtsfeier mit den Fans auf dem Stundenplan der Profis.

Klar wäre es mit drei Punkten im Sack sicher noch ein wenig festlicher zugegangen. Doch die Rute mussten die Kicker auch nach der immerhin schon dritten Heimniederlage dieser Saison nicht fürchten. "Die Bundesliga ist eng, diesmal ist es eben leider nicht zu unseren Gunsten ausgefallen", sagte Sportvorstand Fredi Bobic in der Nachbetrachtung gelassen. Der 46-Jährige bemühte sich, die positiven Aspekte des "guten Bundesliga-Spiels" hervorzuheben: "Wir haben auf Augenhöhe mit Bayer Leverkusen gespielt. Das ist gut zu wissen", meinte Bobic.

Noch Luft nach oben

Das Geschehen vom Samstagnachmittag vor 50.000 Zuschauern im Stadtwald war dann auch schnell erzählt. Einer schwachen ersten Hälfte, in der die Gäste aus dem Rheinland Ball und Gegner laufen ließen, wie es auf Fußballdeutsch so schön heißt, folgte eine deutliche Steigerung der Eintracht in Abschnitt zwei. "Mal war Leverkusen dominierend, mal haben wir sie fast an die Wand gespielt", sinnierte Bobic. Dumm nur, dass genau in jener zweiten Halbzeit das Tor durch Kevin Volland (76.) auf der aus Frankfurter Sicht falschen Seite fiel. Sei es drum.

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„Alle sind eingeladen, Tore zu schießen.“ Zitat von Eintracht-Trainer Niko Kovac zur Abschlussschwäche
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Selbstverständlich haben die Verantwortlichen und allen voran Trainer Niko Kovac auch in diesem Auftritt wieder Luft nach oben ausgemacht. Neben einer stark verbesserungswürdigen Spieleröffnung gehörten erneut das Offensivverhalten, das Ausspielen von Überzahlsituationen und natürlich der Abschluss dazu. "Alle sind eingeladen, Tore zu schießen", sagte Kovac mehr fordernd als offerierend. Doch der Coach und seine Vorgesetzten wissen, dass Fehler und Rückschläge Teil des Entwicklungsprozesses dieser Mannschaft sind. "Wir sind nicht perfekt, sonst wären wir Tabellenerster", erklärte Bobic.

Bobic findet's "amüsant und ganz süß"

Vom Platz an der Sonne sind die Hessen als Neunter derzeit ebenso weit entfernt wie vom Tabellenkeller. Und während Fans und Spieler eifrig von Europa träumen, verweist Kovac gerne auf den "Abstand nach unten", der durch die Siege von Freiburg und Hamburg an diesem Spieltag wieder kleiner geworden sei.

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Ganz so pessimistisch äußerte sich Bobic mit Blick auf die bisherige Punktausbeute zwar nicht. "Wir haben eine gute Entwicklung genommen, und die ist sicherlich noch nicht zu Ende", so der Sportvorstand. Generell empfinde er die ganze Diskussion um tabellarische Momentaufnahmen jedoch eher als "amüsant und ganz süß". Denn abgerechnet werde schließlich immer noch am Schluss.

Bis dahin hatte Bobic für alle Europa-Träumer im Kader übrigens noch einen besonderen Tipp parat: "Sie sollen sich in den Flieger setzen und durch Europa fliegen. Das können sie im Urlaub immer machen." Mal sehen, ob es in der kommenden Saison auch beruflich auf Reisen geht.