Abraham Leipzig Eintracht
David Abraham war nach dem 1:2 in Leipzig bedient. Bild © Imago

60 Minuten lang igelte sich Eintracht Frankfurt bei RB Lepizig hinten ein, ließ den Gegner kommen und bettelte geradezu um ein Gegentor. Die Aufholjagd in der letzten halben Stunde kam zu spät. Eine Spielanalyse in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt hat die erste Auswärtsniederlage der Saison kassiert. Bei RB Leipzig verloren die Hessen am Samstag mit 1:2 (0:1). Jean-Kevin Augustin (28. Minute) und Timo Werner (67.) trafen für die Sachsen. Der Anschlusstreffer von Ante Rebic (77.) war am Ende nur Ergebniskosmetik.

Frisches Personal

Es war nicht verwunderlich, dass Eintracht-Trainer Niko Kovac zum Abschluss der Englischen Woche erneut eine veränderte Formation aufs Spielfeld schickte. Die Wahl des Personals sorgte bei dem einen oder anderen Fan aber erst einmal für Stirnrunzeln. Statt Mijat Gacinovic, Ante Rebic, Kevin-Prince Boateng und Taleb Tawatha schickte der Coach Jonathan de Guzman, Marius Wolf, Daicha Kamada und Jetro Willems auf den Platz. Statt eines 4-4-2-Systems wie gegen Köln setzten die Hessen auf ein defensiveres 3-4-2-1. Und das war zunächst das Problem.

Viel zu tief!

Eintracht Leipzig
Nach einer Fehlerkette in der Eintracht-Hintermannschaft hatte Jean-Kevin Augustin leichtes Spiel. Bild © Imago

Die Eintracht stand von Minute eins an hinten drin und ließ die Gastgeber kommen. Die ließen sich nicht lange bitten und machten in den Anfangsminuten ordentlich Druck. Schnell verfestigte sich der Eindruck, dass der erste Leipziger Treffer nur eine Frage der Zeit war. Die Antwort: Nach 28 Minuten war es soweit. Nach einem schlechten Pass von Boateng, einem missglückten Schlag von Torwart Lukas Hradecky und einer Defensive, die immer einen Schritt zu spät beim Gegenspieler war, musste der Franzose Augustin den Ball nur noch zur Führung der Sachsen über die Linie drücken. 

Keinerlei Entlastung

Das Problem der Eintracht war nicht nur, dass die Defensive bedenklich wackelte, die Gäste sorgten in den ersten 60 Minuten kaum für Entlastung. Konter wurden schon im Keim erstickt. Das war selten dem Gegner geschuldet, sondern vielmehr ein Resultat eigener Unzulänglichkeiten. Die Eintracht spielte Fehlpass um Fehlpass. Über die kompletten 90 Minuten gemessen landete knapp jeder dritte Ball beim Gegner. Kamada und Wolf, die wohl für schnelle Gegenstöße sorgen sollten, waren überhaupt nicht zu sehen. Den Ball verloren die Adler-Träger meist schon wieder in der eigenen Hälfte an den Gegner.

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Jovic-Tor zählt nicht

Rebic Eintracht
Da hilft auch die innigste Umarmung nicht: Das Schiedsrichtergespann verweigerte einem Treffer von Luka Jovic die Anerkennung. Bild © Imago

Viel besser wurde das Frankfurter Spiel, als Kovac mit Rebic eine zweite Sturmspitze einwechselte. Gemeinsam mit Luka Jovic, der nur wenige Minuten später Haller ersetzte, kurbelte der Kroate das Offensivspiel der Eintracht an, was in der 65. Minute um ein Haar belohnt worden wäre. Nach einem Eckball köpfte Jovic das Leder wuchtig ins Netz. Der Ball soll zuvor aber bereits die Torauslinie überquert haben. "Es kann ja nicht sein, dass der Videobeweis eine Woche funktioniert und eine Woche nicht", ereiferte sich Boateng über die Entscheidung des Linienrichters, der aber direkt an der Eckfahne stand und beste Sicht auf die Flugkurve des Balles hatte.

Ganz schön viel Aluminium

Nicht nur wegen des nicht gegebenen Tores hätte das Ergebnis auch viel höher ausfallen können. Emil Forsberg traf den Außenpfosten (51.), Michael Sabitzer köpfte aus wenigen Metern an die Latte (81.). Auf der Gegenseite hätte Simon Falette im Zusammenspiel mit RB-Keeper Peter Gulasci beinahe noch für den kuriosen 2:2-Ausgleich gesorgt. Der Frankfurter Innenverteidiger köpfte den Ball an den Pfosten, von wo aus er Gulasci an den Rücken sprang und von dort nur knapp neben den Leipziger Kasten ins Aus (86.).

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RB Leipzig - Eintracht Frankfurt 2:1 (1:0)

Leipzig: Gulacsi - Klostermann (83. Bernardo),Orban, Upamecano, Halstenberg - Ilsanker (90. Kaiser), Demme - Sabitzer, Forsberg - Augustin (73. Poulsen), Werner (90. Kaiser)    

Frankfurt: Hradecky - Abraham, Hasebe, Falette - Chandler, Fernandes (27. Boateng), De Guzman, Willems - Wolf, Kamada (56. Rebic) - Haller (62. Jovic)  

Tore: 1:0 Augustin (28.), 2:0 Werner (67.), 2:1 Rebic (77.)
Gelb: Upamecano / Boateng, Rebic  

Schiedsrichter: Brand (Unterspiesheim)
Zuschauer: 40.606

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