Collage: Boateng, Gacinovic und da Costa
Von links: Boateng, Haller, Gacinovic, Hradecky und da Costa Bild © Imago; Collage: hessenschau.de

Nach seinem Siegtreffer von Heidenheim war Sébastien Haller schnell in aller Munde. Doch die Frankfurter Eintracht konnte sich bei dem Pokal-Krampf auch auf die Qualitäten anderer Profis verlassen.

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Niko Kovac hatte vorgesorgt. "Es ist nicht wichtig, wie wir weiterkommen. Ich will nur weiterkommen", hatte der Trainer von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt vor dem Achtelfinal-Spiel im DFB-Pokal in Heidenheim gesagt – wohl wissend, dass die Partie beim Zweitligisten, die sein Team am späten und kalten Mittwochabend erst in der Verlängerung mit 2:1 gewinnen konnte, eine zähe Angelegenheit werden würde. "Wir haben uns in den ersten 90 Minuten nicht so angestellt, wie ich mir das vorgestellt habe", sah sich Kovac hinterher bestätigt.

"Wir haben den Gegner zu leicht bespielt, ohne Tempo, ohne Konkretheit." An einem sauberen Schlussstrich unter das zu Ende gehende Jahr sah sich der Eintracht-Trainer dadurch aber nicht gehindert. "Wir können das Jahr 2017 erfolgreich abschließen", sagte er. "Wir haben das Pokal-Viertelfinale erreicht, in der Liga haben wir 26 Punkte und mischen dort oben mit, wo wir vom Budget und allem Drumherum vielleicht nicht hingehören. Aber die Mannschaft arbeitet fleißig."

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Wer sich mit Blick auf das Weiterkommen im Pokal nun doch verstärkt für das "Wie" interessiert, der stößt bei der Analyse zwangsläufig auf die Namen einiger Spieler, die entweder erneut oder erstmals durch Einzelleistungen aufgefallen sind. In erster Linie natürlich Sébastien Haller, der nach seinem wichtigen Tor im Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 (2:2) nun den späten Siegtreffer zum Einzug ins Viertelfinale erzielte (109. Spielminute). Drei Spiele, vier Tore: Der französische Stürmer mausert sich auch im DFB-Pokal zum Top-Torschützen der Eintracht.

"Dafür haben wir den Seb, dafür ist er da", sagte Kovac über seinen Angreifer. "Er steht meistens da, wo er gebraucht wird. Ich freue mich, dass wir solche Qualitäten in Frankfurt haben. Und ich denke, dass sich viele Mannschaften in der Bundesliga freuen würden, solch einen Spieler bei sich in den Reihen zu haben." Neben Haller avancierten in Heidenheim aber noch drei andere Eintracht-Profis zu heimlichen Matchwinnern:

  • Kevin-Prince Boateng

Der Mittelfeldspieler glänzte durch 108 Ballkontakte sowie eine Passquote von 84 Prozent. Boateng spielte insgesamt 87 Pässe, ganze 73 davon kamen an – der wichtigste in der 95. Minute: Nachdem er im Aufbauspiel den Ball gegenüber einem Heidenheimer Gegenspieler abschirmen konnte, bediente er Flügelspieler Marius Wolf mit einem Zuspiel über gut und gerne 20 Meter. Wolf beförderte das Leder in den Heidenheimer Strafraum, wo Mijat Gacinovic in bester Haller-Manier genau richtig stand – 1:0.

  • Mijat Gacinovic

Apropos Gacinovic: Die Formkurve des 22 Jahre jungen Serben ging auch in Heidenheim weiter nach oben. Wieder ein Tor (zuletzt hatte er in Hamburg getroffen), zwei Torschüsse, zwei Torschussvorlagen und ebenfalls eine überragende Passquote von 84 Prozent – für Gacinovic kann die Rückrunde vermutlich gar nicht früh genug losgehen.

  • Danny da Costa

Weniger durch Statistisches, dafür aber durch Spielerisches, hat da Costa auf sich aufmerksam gemacht. In der 109. Minute, als die Kräfte der Heidenheimer nicht mehr an die der Frankfurter heranreichten, war der eingewechselte Flügelspieler zur Stelle. In seinem allerersten Pokalspiel für die Eintracht tankte sich der 24-Jährige über die rechte Seite in den Strafraum der Hausherren, wo er den sträflich unbewachten Haller bediente: 2:1, die Entscheidung. Dass da Costa bei diesem Angriff FCH-Verteidiger Arne Feick düpierte, war die Krönung dieses Moments.

Fazit: Auch wenn für Eintracht-Trainer Niko Kovac das "Wie" fürs Weiterkommen im Pokal keine große Rolle spielt – in Heidenheim konnte er sich in den entscheidenden Momenten auf die unterschiedlichen Qualitäten seiner Profis verlassen.