Niko Kovac
Die Zuversicht bei Niko Kovac steigt vor dem Pokalfinale. Bild © Imago

Mit einem Erfolg im Bundesliga-Finale gegen RB Leipzig will sich die Frankfurter Eintracht auf das Pokal-Endspiel einstimmen. Trainer Niko Kovac und sein Team haben rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt den Optimismus wiederentdeckt.

Verspätet, aber bester Laune kam Niko Kovac zur Pressekonferenz der Frankfurter Eintracht vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr) im Waldstadion gegen RB Leipzig. "Ich strahle ein bisschen mehr als in den letzten Wochen", bemerkte der Coach, der sein ungewohnt unpünktliches Erscheinen mit einer verlängerten Trainingseinheit begründete.

Der Kroate konnte offenbar gar nicht genug bekommen von dem selten gewordenen Bild, das sich ihm zuvor auf dem Übungsplatz geboten hatte: 22 Feldspieler und drei Torhüter mischten am Freitagvormittag mit. So viele wie schon lange nicht mehr. "Das freut mich. Das macht es sehr viel einfacher zu trainieren", erklärte Kovac seine positive Gemütsverfassung, die sich auch auf das Team übertrage. "Die Mannschaft tritt ganz anders auf im Training. Ich bin zuversichtlich für das Finale."

Blaupause für Pokal-Endspiel

Mit dem Finale meinte der Coach freilich weniger den Saisonausklang gegen Vizemeister Leipzig als vielmehr das Pokal-Endspiel kommende Woche gegen Borussia Dortmund. Trotz aller Bemühungen, sich auf die Bundesliga zu fokussieren, könne sich keiner von den Gedanken an das große Highlight im Berliner Olympiastadion freimachen, weiß Kovac: "Es wäre schön, wenn es nicht so wäre, aber das ist Wunschdenken", gestand der 45-Jährige.

Für die kommende Partie gegen die Roten Bullen haben sich Trainer und Mannschaft dennoch einiges vorgenommen. Nach verkorkster Rückserie mit den zuletzt schwachen Auftritten gegen Wolfsburg und Mainz "wollen wir mit einem positiven Ergebnis zum Pokalendspiel reisen", forderte Kovac, der im Tabellenzweiten aus Sachsen zudem eine perfekte Vorbereitung für die folgende Aufgabe gegen den BVB sieht. "Es gibt viele Parallelen zwischen Leipzig und Dortmund", analysierte der Ex-Profi, "ich hoffe, dass wir das, was wir gegen Leipzig umsetzen möchten, auch im Endspiel umsetzen."

Mit Meier und Vallejo

Ans Rotieren denkt Kovac daher nicht. Er will seine Stammkräfte im Rhythmus belassen und erst während des Spiels – vielleicht etwas frühzeitiger als sonst - reagieren. Dann nämlich soll die Stunde der wiedergenesenen Alexander Meier und Jesús Vallejo schlagen. "Ich werde versuchen, ihnen Spielminuten zu geben, unabhängig vom Ergebnis", kündigte der Coach an. Beide Spieler hätten die Belastungstests in dieser Woche erfolgreich überstanden. Jetzt sollen sie Spielpraxis für Berlin sammeln.

Ebenfalls wieder in der Verlosung sind Andersson Ordonez und Slobodan Medojevic, die nach Verletzungen wieder im Mannschaftstraining sind und für zusätzliche Glücksgefühle bei ihrem Trainer sorgen. Einzig die Genesung von Omar Mascarell bereitet Kovac weiter Sorgen. Der Mittelfeldspieler, der seit einigen Wochen wegen Achillessehen-Problemen pausieren muss, sei von mehreren Spezialisten in Deutschland und Spanien untersucht worden. Eine exakte Diagnose und Therapie ist offen.

Für das Pokalfinale ist Mascarell definitiv keine Option. Vielmehr hofft Kovac, dass der Spanier rechtzeitig zur Sommervorbereitung Ende Juni fit wird. Dann sollen auch Makoto Hasebe und Marc Stendera nach ihren Knie-OPs wieder einsteigen. In Berlin soll das Trio auf der Tribüne die Daumen drücken - und für noch mehr gute Laune bei der Eintracht sorgen.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Samstag, 20.05.2017, 17:00 Uhr