Marius Wolf im Spiel der Eintracht in Hoffenheim
Mund abputzen, weiter geht's: Marius Wolf ist mit der Eintracht auf Kurs. Bild © Imago

Trotz des späten Nackenschlags in Hoffenheim geht die Frankfurter Eintracht voller Zuversicht in die kommenden Aufgaben. Das Erfolgsrezept der Hessen ist dabei so einfach wie effektiv.

Ein Blick auf die Tabelle nach Abschluss des 12. Bundesliga-Spieltags verrät: Hätte die Frankfurter Eintracht am Samstag dieses ärgerliche Last-Minute-Gegentor zum 1:1 in Hoffenheim nicht kassiert, stünden die Hessen mit nunmehr 21 Punkten auf Platz vier des Klassements. Champions-League-Kurs – und das nach einem guten Drittel der Saison. Es wäre wohl zugleich der Startschuss für die ganz großen Träumereien gewesen.

"Natürlich ist noch Enttäuschung da", räumte Marius Wolf am Tag nach dem späten Nackenschlag ein. "Wenn man so lange kämpft und so lange in Führung liegt, dann hätte man auch gerne gewonnen", sagte der Allrounder am Sonntag dem hr-sport.  

Abwehrschlacht ohne Happy End

Doch Lamentieren und Nachtrauern ist eigentlich nicht die Sache der Frankfurter. So war die Partie im Kraichgau auch schnell analysiert: Starken ersten 45 Minuten mit dem Zuckertor von Kevin-Prince Boateng (13.) folgte eine schwächere zweite Hälfte und zu wenig Entlastung nach vorne. "Wir sind viel marschiert in diesem Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit. Das kostet natürlich Kräfte", erklärte Wolf die spätere Abwehrschlacht ohne Happy End.

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Während die Eintracht bei ihren wenigen Kontern den zweiten Treffer liegenließ, schlug Mark Uth in der Nachspielzeit doch noch für die überlegenen, aber kaum zwingenden Hoffenheimer zu. 1:1, Ende, zwei Punkte verschenkt. "Das ist natürlich ärgerlich", meinte Wolf.

Laufstark, zweikampfstark, nicklig

Von Katerstimmung kann bei den Hessen jedoch bei weitem nicht die Rede sein. Seit sechs Ligaspielen ist das Team von Trainer Niko Kovac nun schon unbesiegt. Und ein Remis beim Europacup-Starter nimmt man auch gerne mit. "Wenn uns davor jemand gesagt hätte, dass wir einen Punkt in Hoffenheim holen, wären wir auch zufrieden gewesen", sagte Wolf.

Die Marschroute der Frankfurter ist trotz des verschenkten Sieges wieder mal aufgegangen. Laufstark, zweikampfstark, nicklig. Die Eintracht ist die Spaßbremse der Liga - zumindest wenn man die Kontrahenten fragt. Gerne spielt derzeit jedenfalls niemand gegen diese eingeschworene Truppe.

Entscheidender Anteil bei Kovac

"Wir wollen unbequem sein für die Gegner", erklärte Wolf, der vor allem in Coach Kovac und dessen akribischer Vorbereitung auf den jeweiligen Widersacher einen entscheidenden Anteil sieht: "Jeder Spieler weiß auf seiner Position, was er zu tun hat. Und wir sehen, dass sich auch jeder daran hält und seine Aufgaben erfüllt. Nur so geht’s", sagte der 22-Jährige.

Von Spiel zu Spiel denken, lautet das einfache wie zugleich erfolgreiche Prinzip. "Ich glaube, wir machen es ganz gut und konzentrieren uns jetzt wieder auf den nächsten Gegner", blickte Allzweckwaffe Wolf voraus. Am kommenden Samstag kommt mit Bayer Leverkusen eine spielstarke Mannschaft in den Stadtwald. Genau das liegt den Frankfurter Spaßbremsen eigentlich am besten. Mit 19 Punkten sind die Hessen nun übrigens Siebter. Ein Sieg gegen die Leverkusener und die internationalen Plätze wären wieder fest im Visier. Träumen darf ja erlaubt sein.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! bundesliga, 19.11.2017, 22.05 Uhr