Carlos Salcedo von Eintracht Frankfurt
Carlos Salcedo ist das neueste Mitglied der Frankfurter Defensiv-Gang. Bild © Imago

Die harten Jungs von Eintracht Frankfurt verteidigen ihr Revier mit allen Mitteln und großem Erfolg. Die Defensive ist schon jetzt ein Faustpfand, die Spielweise allerdings auch ein Risiko.

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Als Spieler war Niko Kovac eher Typ Pitbull. Ohne Scheu im Zweikampf, stets voller Einsatz und immer an der Grenze des Erlaubten. Ein klassischer Sechser eben, der genau diese Spielweise auch von seinem Team fordert und in der Sommerpause offenbar erfolgreich injiziert hat. Die Frankfurter Eintracht der neuen Saison spielt hart wie selten und überzeugte nicht erst beim 1:0-Sieg in Gladbach mit sehr guter Defensivarbeit. In vier Pflichtspielen setzte es erst ein Gegentor.

Gladbach verfängt sich im Frankfurter Netz

"Wir haben viel probiert, uns aber immer wieder festgelaufen im Netz der Eintracht. Wir haben keine Lücke gefunden, weil die Eintracht uns keine gegeben hat", haderte Borussia-Coach Dieter Hecking am Samstag mit der starken Frankfurter Abwehrarbeit. Gerade einmal zwei Torschüsse der Hausherren notierte sein Gegenüber Kovac auf seinem persönlichen Statistik-Zettel, eine hochkarätige Chance war nicht dabei. Und das hat seinen Grund.

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In Frankfurt wird Fußball erst einmal gearbeitet. Die insgesamt 14 Eintracht-Spieler, die in Gladbach auf dem Rasen standen, spulten zusammen knapp 122 Kilometer ab – und damit mehr als jede andere Mannschaft der Liga an diesem Spieltag. Neun von elf Spielern der Startformation könnten zudem im Nebenberuf ohne Probleme als Türsteher arbeiten, lediglich Torhüter Lukas Hradecky und Mijat Gacinovic gehören körperlich zur Leichtbau-Fraktion. Spaß macht es gegen die Eintracht definitiv nicht.

Fernandes kurz vor der ersten Sperre

Das zeigt auch ein Blick in die Sünderkartei der Liga. Die Eintracht leistete sich an den ersten drei Spieltagen durchschnittlich knapp 18 Fouls pro Partie, nur die Spieler des FC Schalke fuhren öfter das lange Bein aus oder griffen beherzt zum Trikot des Gegenspielers. Harte oder grob unsportliche Aktionen, auch das ist wichtig, waren allerdings nicht dabei. Die Eintracht zermürbt ihre Gegner mit ständigem Körperkontakt, das Tor wird mit allen erdenkbaren Mitteln abgeschirmt. "Wir haben gut verteidigt, umgeschaltet und den Gladbachern immer wieder wehgetan", resümierte Kovac.

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Die kompromisslose Spielweise birgt allerdings auch Risiken in sich. Abräumer Gelson Fernandes hat das Kunststück geschafft, in jedem der drei Bundesliga-Spiele eine Gelbe Karte zu bekommen und steuert in Höchstgeschwindigkeit auf die erste Sperre zu. Schon am sechsten Spieltag (23.09.) in Leipzig könnte es soweit sein. "Wenn er so weitermacht, wird er viele Pausen haben und den Gelb-Rekord brechen", so Kovac, der das Problem kennt: In der vergangenen Spielzeit sammelte die Eintracht 83 Gelbe Karten und sechs Platzverweise. Liga-Spitze.

Jetzt schon kein Bock mehr auf die Eintracht

Soweit soll und muss es nicht kommen. Die Abwehrkette, die im Optimalfall aus Organisator Makoto Hasebe, den beiden Innenverteidiger-Recken David Abraham und Carlos Salcedo sowie Timothy Chandler und Jetro Willems besteht, ist aber schon jetzt ein stabiles Fundament. "Wenn man hinten zu Null spielt, ist das der Schlüssel zum Erfolg", ist eine von Kovacs Lieblings-Weisheiten, die der Eintracht in Fleisch und Blut übergegangen ist und schon jetzt die Gegner nervt, wie der Gladbacher Kapitän Lars Stindl bestätigte: "Gegen die Eintracht ist es verdammt schwer."