Kann die Frankfurter Eintracht die Commerzbank-Arena tatsächlich kaufen?
Kann die Frankfurter Eintracht die Commerzbank-Arena tatsächlich kaufen? Bild © Imago

Mitten im Wahlkampf zur Frankfurter Oberbürgermeisterwahl äußert die CDU-Politikerin Bernadette Weyland ihre Idee über einen Stadionverkauf. Während dieser Vorschlag im Eintracht-Lager begrüßt wird, gibt es für Weyland Kritik aus den eigenen Reihen.

Die CDU-Kandidatin für den Frankfurter Oberbürgermeister-Posten, Bernadette Weyland, will die Commerzbank-Arena verkaufen und mit dem Erlös den Breitensport unterstützen. "Meine Idee ist: Wir verkaufen das Stadion an die Eintracht - und die Millionen gehen an die vielen kleinen Vereine in Frankfurt", sagte Weyland der Bild-Zeitung.

Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann zeigte sich erfreut über die Idee der Politikerin und sagte dem hr-sport: "Wir sind für alle Vorschläge offen, die Eintracht Frankfurt in Zukunft voranbringen." Der Jurist sieht den Verein bestens vorbereitet für den Fall der Fälle: "Für eine Übernahme der Commerzbank-Arena als Eigentümer oder Betreiber stehen wir bereit und haben gute Konzepte ausgearbeitet, damit das Stadion auch in den kommenden 15 Jahren der Leuchtturm der Region bleibt."

Frank: "Müssten über eine Summe von 150 Millionen Euro reden"

Sportdezernent Markus Frank, der sich früher schon gegen einen Stadionverkauf ausgesprochen hatte, reagierte hingegen reserviert auf den Vorstoß seiner Parteikollegin Weyland. "Die Arena hat einen Buchwert von 150 Millionen Euro. Das müsste man ganz genau prüfen, ob so eine hohe Summe überhaupt noch möglich ist. Und es kann sein, dass wir das Stadion vielleicht europaweit ausschreiben müssen und ein multinationaler Sportkonzern den Zuschlag erhält. Ich weiß nicht, ob das gewollt ist", sagte Frank im Gespräch mit hr-iNFO. Ob die Partei Weylands Vorschlag mitträgt, ist ebenfalls unklar. Die CDU-Fraktion habe noch nicht darüber beraten, sagte der Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein. Man werde alles intensiv prüfen, kündigte Frank an.

Die Eintracht als Hauptnutzer des Stadions im Frankfurter Stadtwald klagt seit Jahren über die hohe Stadionmiete von jährlich neun Millionen Euro. Deshalb will der hessische Fußball-Bundesligist nach Ablauf des Vertrages im Jahr 2020 neu verhandeln. Man sehe sich künftig in der Betreiberrolle, hatte Vorstandsmitglied Axel Hellmann bereits im Frühjahr angekündigt.

Harte Kritik von SPD-Fraktion

Holger Tschierschke, planungspolitischer Sprecher der SPD, sieht die Pläne von Weyland ebenfalls kritisch. Er warf ihr vor, der Vorschlag sei wenig überlegt und diffus. Tschierschke erkannte einen Teufelskreis: "Wenn man das Stadion verkauft, dann muss man bedenken, dass wir laufende Kredite zu bedienen haben. Wenn Frau Weyland aus den Erlösen die Vereine unterstützen will, wovon bezahlen wir dann die laufenden Kredite? Dieses Geld muss wieder aus dem Haushalt genommen werden und die Leidtragenden sind wieder die Vereine."