Zufriedenheit bei Eintracht Spielern nach Sieg gegen Bremen
Die Frankfurter Bundesliga-Fußballer hatten nach mehreren Last-Minute-Siegen gut lachen. Bild © Imago

Mentalitäts-Monster vom Main: Die Frankfurter Bundesliga-Fußballer waren zuletzt mehrfach in letzter Minute zur Stelle. Das Selbstvertrauen ist riesig, kann aber auch nicht über alle Schwächen der Eintracht hinwegtäuschen.

21 Jahre jung und cool wie eine Hundeschnauze. Zumindest nach dem Spiel klang es bei Marc Stendera so, als hätte er so gar keine Zweifel am Dreier gegen Bremen gehabt. "Ich war am Ende relativ entspannt", plauderte Stendera am Wochenende nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg, den Sébastien Haller mit seinem Treffer in der 89. Minute herausgeschossen hatte. Entspannt, weil Eintracht Frankfurt zuletzt vor allem eins war: zuverlässig, wenn es darum ging, dem Gegner auch in der Schlussphase noch einen einzuschenken.

Das war nicht nur gegen Bremen so, sondern in den vergangenen Wochen auch beim 2:1 in Hannover (Rebic, 90.) und dem 2:1 gegen Stuttgart (Haller, 90.+3). Dazu haben die Hessen im Heimspiel gegen Dortmund mal eben einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt. Ein Mentalitäts-Problem kann man der Mannschaft von Niko Kovac nun wirklich nicht attestieren. Mindestens genauso wichtig wie die richtige Einstellung sei aber die körperliche Fitness, betonte der Trainer nach dem Bremen-Sieg. Dafür, dass die nicht nachlässt, sorgt Kovac regelmäßig: Schon am Dienstag steht der nächste Laktattest an.

Abwehrschwächen und Winner-Mentalität

Nur darauf verlassen, dass am Ende noch ein Ball reinfällt, dürfen sich die Frankfurter aber nicht. Große Abwehrschwächen hätten gegen Bremen im Normalfall zum frühzeitigen K.o. der Eintracht geführt, wäre da nicht ein Zerberus namens Lukas Hradecky gewesen. Das wissen auch Stendera ("Die erste Halbzeit war katastrophal") und Kovac ("Wir hätten zur Pause 1:3 hinten sein können, dann wäre der Drops gelutscht gewesen"). Hradecky warnte: "Wenn wir so weitermachen, werden wir einige Spiele verlieren."

Das unerschütterliche Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten darf dennoch getrost als Qualität gelten. Wo die Bayern ihre "Mia san mia"-Mentalität haben, muss dafür allerdings in Frankfurt noch ein passender Name gefunden werden. "Du musst immer dran glauben, selbst wenn du nicht gut spielst", formulierte Torjäger Haller die Winner-Formel noch etwas ungelenk. Aber über einen passenden Slogan kann sich die Eintracht in der Länderspielpause ja in Ruhe ihre Gedanken machen.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am montag, 6.11.2017, 23 Uhr