Danny Blum auf der Ersatzbank
Danny Blum in seiner natürlich Umgebung: der Frankfurter Ersatzbank. Bild © Rhode/Storch

Nach zahlreichen Krankheiten und Verletzungen ist Danny Blum bei Eintracht Frankfurt zum Dauer-Reservisten abgestiegen. Die Länderspielpause kommt dem Offensivspieler da ganz gelegen.

Audiobeitrag
Danny Blum

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Danny Blum: "Ich werde nicht aufgeben"

Ende des Audiobeitrags

Der Arbeitsnachweis von Danny Blum fällt übersichtlich aus. Auf dem Rasen eines Bundesliga-Stadions stand der Flügelstürmer von Eintracht Frankfurt in dieser Spielzeit genau einmal, positiv aufgefallen ist er dabei nicht. Bei seinem einzigen Einsatz nach Einwechslung in Mainz (1:1) misslang ihm in 16 Minuten so gut wie alles, den Rest der Saison verbrachte Blum im Krankenbett, dem Reha-Raum oder auf der Ersatzbank. "Ich bin schon froh, dass ich überhaupt im Team bin. So ist der Fußball", sagte der 26-Jährige am Mittwoch.

Mehrere Rückschläge zu Saisonbeginn

Richtig gut Fußball gespielt hat Blum letztmals am 34. Spieltag der vergangenen Saison. Beim 2:2 gegen RB Leipzig schoss er ein Tor, danach begann seine Leidenszeit. Auf das verlorene Pokalfinale von Berlin und den Sommerurlaub folgten im Trainingslager in Gais starke Halsschmerzen und Anfang August eine Mandel-OP. Aus den veranschlagten vier Wochen Zwangspause wurden aufgrund einer hartnäckigen Angina und anschließenden Wadenproblemen fast zwei Monate.

Seitdem ackert Blum an seiner Rückkehr. Mit zusätzlichen Schichten versuchte er das konditionelle Loch zu stopfen, das nach insgesamt sechs Wochen kompletter Tatenlosigkeit ein beachtliches Ausmaß angenommen hatte. Ein kompletter Neustart mitten in der Saison: "Ich musste viel Rückstand aufholen. Das war wie aus dem Urlaub zurückkommen und sich gar nicht vorbereitet zu haben", erklärte Blum. "Ich muss mehr arbeiten als andere und habe Tag für Tag zweimal trainiert."

Anderen geht es noch schlechter

Erstmals wieder ein Teil des Kaders war Blum dann Mitte Oktober beim 2:1-Sieg in Hannover, kurz vor seinem unglücklichen Auftritt von Mainz trug er sich in der 2. DFB-Pokalrunde gegen Regionalligist Schweinfurt (4:0) als Kurzarbeiter sogar in die Torschützenliste ein. Sobald es richtig zur Sache ging und seine Teamkollegen einen 0:2-Rückstand gegen Borussia Dortmund aufholten oder gegen Werder Bremen (2:1) den dritten Last-Minute-Sieg feierten, blieb Blum aber nur die Reservistenrolle.

"Es gibt Spieler, die sind noch mehr sauer, weil sie nur auf der Tribüne sitzen", versucht Blum seinem Ergänzungsspieler-Status zwar noch etwas Positives abzugewinnen. Nach einer durchschnittlichen Premierensaison, in der ihn ein Innenbandriss mehrere Monate außer Gefecht setzte, ist der ehemalige Nürnberger aber erneut weit von der Stammelf entfernt. Selbst bei 100 Prozent Fitness stellt sich die Frage, wo ihn Trainer Niko Kovac aufstellen könnte. Denn Blums Lieblingsposition auf der offensiven Außenbahn gibt es im aktuellen Spielsystem nicht. "Ich muss mich einfach weiter empfehlen und zeigen, dass ich bereit bin, wenn es drauf ankommt."

Zeit für Eigenwerbung

Eine gute Möglichkeit, sich in den Fokus zu spielen, bietet da die laufende Länderspielpause. Bein insgesamt neun fehlenden Nationalspielern ist die Frankfurter Trainingsgruppe deutlich übersichtlicher, die Spieler aus der zweiten Reihe können mit guten Leistungen leichter auf sich aufmerksam machen. Beim Testspiel am Freitag gegen Sandhausen kann jeder zudem die bitter benötigte Spielpraxis sammeln. "Für uns Spieler, die nicht so im Vordergrund stehen, ist das sehr gut", so Blum. "Ich gebe nicht auf, ich werde nie aufgeben."