Ante Rebic
Ante Rebic will auch mit Kroatien jubeln. Bild © Imago

Vom Aussortierten zum Hoffnungsträger: Knapp zweieinhalb Jahre nach seinem letzten Länderspiel steht Ante Rebic von der Frankfurter Eintracht wieder im Aufgebot der kroatischen Nationalelf – und könnte gleich zum Volkshelden werden.

Diese Einladung hatte sich Ante Rebic redlich verdient. Neun Bundesliga-Spiele stehen bislang in dieser Saison für den 24 Jahre alten Außenstürmer der Frankfurter Eintracht zu Buche. Seine Bilanz in nackten Zahlen: Vier Tore und eine Vorlage. Rebic hat damit jetzt schon mehr Scorerpunkte auf seinem persönlichen Bundesliga-Konto als in der kompletten abgelaufenen Spielzeit (zwei Tore, zwei Vorlagen). Ein letztes Bewerbungsschreiben gab er erst am vergangenen Freitag mit einem herrlichen Schlenzer beim 2:1-Sieg gegen Werder Bremen ab.

Kein Wunder also, dass diese Entwicklung auch an der östlichen Adriaküste nicht verborgen geblieben ist. Knapp zweieinhalb Jahre nach seinem bislang letzten Länderspiel steht Rebic wieder im Kader der kroatischen A-Auswahl. Der neue Nationaltrainer Zlatko Dalic gab dem Aussortierten wieder eine Chance – und das für die beiden wichtigsten Länderspielen des Jahres: die anstehenden WM-Playoffs gegen Griechenland (9./12. November).

Glücklich über Rückkehr

"Wir brauchen schnelle Stürmer, weil Griechenland sehr defensiv spielen wird. Rebic ist genau der Typ, der vorne draufgeht", erklärte Dalic in der heimischen Presse die Nominierung des hessischen Rückkehrers. Ivica Olic, langjähriger Bundesliga-Spieler und jetziger Assistent von Dalic, überbrachte Rebic schließlich die frohe Kunde. "Natürlich bin ich glücklich, nach so langer Zeit ins Team zurückzukehren", bedankte sich der Frankfurter artig.

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„Er könnte Dalics Ass im Ärmel werden.“ Zitat von Die kroatischen Medien trauen Rebic eine entscheidende Rolle zu
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Und in Kroatien traut man dem 24-Jährigen mittlerweile durchaus eine wichtige Rolle in den beiden Entscheidungsspielen gegen die vom früheren Eintracht-Coach Michael Skibbe trainierten Griechen zu. Neben den großen Superstars Luka Modric (Real Madrid) und Ivan Rakitic (FC Barcelona) fällt auch immer häufiger der Name Ante Rebic. "Er könnte Dalics Ass im Ärmel werden", schrieb etwa die Tageszeitung "Novi list" über Rebics Chancen zum Nationalhelden aufzusteigen.

Lob für Förderer Kovac

Die Entwicklung des nicht immer pflegeleichten Angreifers ist indes ganz eng mit Niko Kovac verbunden. Der heutige Eintracht-Trainer sieht in seinem Landsmann einen Ziehsohn, den er einst schon als kroatischer U21- und A-Nationalcoach betreute. "Niko Kovac hat immer an mich geglaubt und tut es heute noch. Das ist sehr wichtig. Ich arbeite sehr gerne mit ihm", schwärmte Rebic über seinen Chef.   

Niko Kovac und Ante Rebic
Niko Kovac und Ante Rebic verbindet eine lange gemeinsame Vergangenheit. Bild © Imago

Nach einigen Irrungen und Wirrungen über Italien und RB Leipzig scheint der zu Wankelmut neigende Linksaußen in dieser Saison sein Potenzial endlich konstant auszuschöpfen. "Die Bundesliga basiert auf Geschwindigkeit und Stärke, sie passt zu meinen Spieleigenschaften", erklärte Rebic. Und in Topform, das stellte auch Förderer Kovac unlängst fest, gehört der bullige Offensivmann auf seiner Position zumindest zu den Top Ten der deutschen Eliteliga. Die Kaufoption der Hessen über zwei Millionen Euro scheint im kommenden Sommer gut investiert.

Namhafte Konkurrenz für Rebic

Nun darf Rebic seine Klasse aber zunächst einmal international beweisen. Seine teaminterne Konkurrenz in der kroatischen Auswahl ist seit seinem letzten Länderspiel im Juni 2015 (unter Trainer Niko Kovac) dabei nicht kleiner geworden. Ivan Perisic (Inter Mailand), Mario Mandzukic (Juventus), Nikola Kalinic (AC Mailand) oder auch Andrej Kramaric von der TSG Hoffenheim heißen die Widersacher in der Offensive. Blickt man allein auf die Scorerliste der vergangenen Wochen, hat aber Ante Rebic die Nase vorn.