Hier noch mit Bart: Marco Fabián absolvierte nach langer Verletzungspause bereits Lauftraining in Frankfurt.
Hier noch mit Bart: Marco Fabián absolvierte nach langer Verletzungspause bereits Lauftraining in Frankfurt. Bild © Imago

Eine starke Hinrunde als halbe Miete? Nicht bei Eintracht Frankfurt. Der Bundesligist kennt die Tücken einer Bundesliga-Rückrunde nur allzu gut. In diesem Jahr gibt es dank zweier Rückkehrer aber Grund zum Optimismus.

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Was Fußballprofis in ihrer Freizeit treiben, geht den Fans in der Regel am Allerwertesten vorbei. Solange Spieler XY samstags das Tor trifft, darf er unter der Woche gern den Fuhrpark aufpimpen, die Nächte an der Playstation verbringen und im Pelz für Modemagazine posieren. Ein spezieller Pelz weckt im Fall von Eintracht Frankfurt allerdings doch das gesteigerte Interesse der Anhängerschaft: der im Gesicht von Marco Fabián.

Vor dem Trainingsauftakt zum Jahresende lautet die große Frage: Hat sich der Mexikaner über die freien Weihnachtstage endlich von seinem Vollbart getrennt? Schließlich gilt die ersehnte Rasur als Startschuss für Fabiáns Rückkehr ins Mannschaftstraining und den Wettkampf-Sport. Die Chancen stehen gut, zuletzt hatte der Offensivmann bereits signalisiert, dass er nach monatelanger Verletzungspause infolge einer Bandscheiben-OP völlig schmerzfrei sei. Seine Hoffnung: "Beim ersten Rückrundenspiel gegen Freiburg könnte ich dabei sein."

Eintracht darf sich auf Qualitäts-Schub freuen

Um Mitte Januar seine Kaderpremiere in dieser Saison zu feiern, muss Fabián das anstehende Trainingslager in Spanien freilich komplett durchziehen. Ebenso wie Omar Mascarell, der verletzungsbedingt auch noch keine Minute auf dem Platz gestanden hat. Beide sind in der Lage, das Spiel des Frankfurter Bundesligisten auf ein anderes Niveau zu heben – Mascarell als Abräumer und Antreiber im defensiven Mittelfeld, Fabián als Spielmacher und Torschütze davor. Sportdirektor Bruno Hübner frohlockte bereits: "An beiden werden wir in der Rückrunde viel Freude haben."

Die Rückkehrer sollen der Eintracht nicht nur zu mehr Fantasie im Spiel mit dem Ball verhelfen, sondern die Adler auch vor einem erneuten Absturz in der Rückrunde bewahren. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr überwinterte die Eintracht sogar als Tabellendritter, holte dann in der zweiten Hälfte der Saison aber nur noch kümmerliche 13 Punkte. Leistungsträger wie Alexander Meier und Fabián fielen damals wochenlang aus. Ein wichtiger Spieler wie Szabolcs Huszti hatte den Verein kurzfristig verlassen.

Bewegung im Kader

Zu Beginn des Jahres 2018 passiert aber erst einmal das Gegenteil: Der Kader erhält einen erheblichen Zuwachs aus den eigenen Reihen - und muss deshalb auch nicht großartig verstärkt werden. Lediglich bei der Möglichkeit auf ein Schnäppchen wird die Eintracht zuschlagen. "Wir haben Ideen im Kopf. Sollte etwas sinnvoll sein, werden wir dies tun", sagte Sportvorstand Fredi Bobic.

Auch der Kreis möglicher Abgänge ist trotz des großen Kaders überschaubar. "Wir überlegen nach den Erfahrungswerten in der vergangenen Saison ganz genau, ob wir wirklich Spieler abgeben", so Hübner. Andersson Ordonez ist schon weg, Yanni Regäsel oder Max Besuschkow könnten ihm noch folgen. Viel mehr dürfte nicht passieren.

Fabián braucht die WM-Form

Für Fabián hat das bevorstehende Comeback noch eine weitere Bedeutung. Er will sich auch für die WM in Russland und dabei ganz besonders für das erste Gruppenspiel gegen Deutschland empfehlen. "Die WM ist natürlich auch eine große Motivation für mich", sagt der Mexikaner. "Und dass wir gegen Deutschland spielen, ist etwas ganz Besonderes. Deutschland ist meine zweite Heimat. Es ist meine zweite WM, und mein Land dort zu repräsentieren, das ist eine große Ehre."