Die Spieler der Eintracht jubeln mit den Fans
Die Eintracht obenauf: Die gute Stimmung soll möglichst bis Weihnachten halten. Bild © Rhode/Storch

Die Partie gegen Bayer Leverkusen ist der erste von drei Heimspiel-Knallern von Eintracht Frankfurt bis Weihnachten. Der Spielplan hat es in sich, ein paar Punkte müssen aber noch her.

Für Freunde von Lebkuchen, Spekulatius und Weihnachtsplätzchen klingt es wie ein wahrgewordener Traum: Die Spieler von Eintracht Frankfurt haben die offizielle Anordnung, sich bis zur Winterpause ein möglichst komfortables Polster anzufressen. Je mehr Winterspeck, desto besser. "Wenn wir es schaffen, bis Weihnachten zwischen 25 und 30 Punkten zu haben, bin ich mir sicher, dass wir eine bessere Rückrunde spielen als zuletzt", formulierte Keeper Lukas Hradecky das Ziel der sportlichen Schlemmerwochen in der Adventszeit.

Sechs Spiele in 26 Tagen

Zwei bis drei Siege müssen in den verbleibenden fünf Bundesliga-Spielen bis zur Winterpause also noch her, um die wärmende Schicht auf dem Konto noch um ein paar Zähler anwachsen zu lassen. Am kostengünstigsten gibt es die wohl bei Hertha BSC (3.12.) und beim HSV (13.12.). Mit zwei Erfolgen in der Fremde könnte das Minimalziel punktgenau getroffen werden, komplett jubelfrei sollte die Eintracht aber auch in den Heimspielen nicht bleiben. "Wir haben eine Serie gestartet und hoffen, dass sie noch ein bisschen anhält", hatte Trainer Niko Kovac vor dem Spiel in Mainz (1:1) gesagt. Worte, die auch rund einen Monat später noch immer Gültigkeit haben.

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Das Restprogramm der Eintracht

25.11. Bayer Leverkusen (H)
03.12. Hertha BSC (A)
09.12. FC Bayern (H)
12.12. Hamburger SV (A)
16.12. FC Schalke 04 (H)
20.12. FC Heidenheim (DFB-Pokal)

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Die Eintracht ist seit sieben Pflichtspielen ungeschlagen und darf als Tabellensiebter eher von möglichen Reisezielen in Europa träumen als Ausflüge in die Zweitliga-Provinz zu befürchten. Damit das so bleibt, müssen im Jahresendspurt aber noch einmal alle Kräfte mobilisiert werden, der Spielplan mit sechs Partien und zwei englischen Wochen in 26 Tagen hat es in sich. Vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale in Heidenheim kurz vor Heiligabend (20. Dezember) warten auf die Eintracht neben den Reisen nach Hamburg und Berlin vor allem in den verbleibenden Heimspielen drei richtig harte Brocken.

Topspiel-Dreierpack in Frankfurt

Mit Bayer Leverkusen ist am Samstag (15.30 Uhr) der erste Teil des Spitzenteam-Trios zu Gast in Frankfurt; der FC Bayern München (9.12.) und der FC Schalke 04 (16.12.) folgen im Wochen-Rhythmus. Für die Fans drei echte Leckerbissen, für die in dieser Spielzeit nicht allzu heimstarke Mannschaft von Coach Kovac eine große Herausforderung. Von fünf Spielen in der heimischen Arena konnte die Eintracht lediglich gegen Aufsteiger VfB Stuttgart (2:1) und damaligen Tabellenvorletztem Werder Bremen (2:1) dank zweier Last-Minute-Tore die Maximalausbeute einfahren. Eine Festung sieht anders aus.

Hoffnung, dass sich das bald ändert, liefert vor allem die Defensive. Die mit zwölf Gegentoren drittstärkste Abwehr der Liga hat sich nach anfänglichen Anpassungs- und Abstimmungsproblemen gefangen und ist zu einem echten Faustpfand geworden. Die Rückversetzung Kevin-Prince Boateng auf die Sechs hat zu spürbar mehr Stabilität beigetragen, Abwehrchef David Abraham versteht sich mit seinen Nebenleuten immer besser.

Das Tore verhindern funktioniert gut, Verbesserungspotential gibt es hingegen im Abschluss. Bis auf Sébastien Haller (fünf Tore), Ante Rebic (vier) und mit Abstrichen Kevin-Prince Boateng (zwei) versprüht niemand richtige Torgefahr. Viele Angriffsmöglichkeiten werden zudem immer wieder leichtfertig hergeschenkt.

Mit einem guten Gefühl in den Urlaub

"Wir müssen vorne die Bälle besser festmachen", forderte Kovac deshalb. "Du kannst als Mittelfeldspieler gar nicht so schnell nachrücken, wie sie vorne den Ball verlieren. Daran müssen wir noch arbeiten." Gerade gegen Teams wie Leverkusen, Bayern oder Schalke, die gerne die Initiative übernehmen und über den Ballbesitz kommen, soll und muss das besser werden. Die Eintracht wird sich den Luxus gönnen können, trotz Gastgeberrolle erst einmal abzuwarten. Die wenigen Chancen zu Gegenstößen müssen dann aber sitzen.

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zum Video Zimmermann: "Mentalität schlägt Qualität"

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"Wir bauen derzeit ein Fundament", erinnerte auch Ersatzkeeper Jan Zimmermann an die Wichtigkeit der nächsten Wochen. Die Frankfurter Zwischenbilanz Ende November liest sich gut, zu einem vorzeigenswerten Halbjahreszeugnis und einem sorgenfreien Weihnachtsfest fehlen aber noch ein paar erfolgreiche Spiele. Die Spieler der Eintracht haben es in den kommenden Wochen selbst in der Hand. Ab dem 21. Dezember dürfen sie sich dann zurücklehnen und im kurzen Winterurlaub mit Sicherheit auch die eine oder andere Süßspeise schnabulieren. Winterspeck ist ja erlaubt.

Sendung: hr-fernsehen, hr-heimspiel! am Samstag, 25.11.17. 17.15 Uhr