Frankfurter Jubeltraube nach dem späten Siegtreffer von Ante Rebic.
Frankfurter Jubeltraube nach dem späten Siegtreffer von Ante Rebic. Bild © Imago

Das ist in dieser Saison noch keinem anderen Bundesligisten gelungen: Eintracht Frankfurt hat nach einer starken Leistung drei Punkte aus Hannover entführt. Die Hessen belohnten sich für einen aggressiven, couragierten Auftritt.

So langsam entwickeln sich die Frankfurter zu Spezialisten für späte Treffer. Nachdem gegen Stuttgart Sébastien Haller zum Mann des Tages avanciert war, traf am Samstag Ante Rebic in der 90. Minute zum 2:1 (1:1)-Auswärtssieg in Hannover. Und der ging völlig in Ordnung: Die Eintracht dominierte das Spiel bis auf eine Schwächephase im ersten Durchgang, attackierte früh, gewann so zahlreiche Bälle und ließ sogar noch einige Gelegenheiten liegen.

Als erstes Team entführte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac damit in dieser Saison drei Punkte aus der Hannover. Der erneut starke Haller hatte die Gäste in der 10. Minute nach einem Pass der 96-Leihgabe Marius Wolf in Führung geschossen. Später legte der Franzose den Siegtreffer per Brust auf, Rebic traf aus rund 18 Metern. Zwischenzeitlich hatte Salif Sané das 1:1 nach einem Eckball geköpft (36.). In der zweiten Hälfte spielte dann aber fast nur noch die Eintracht und verdiente sich so den Sieg.

Eintracht erwischt Blitzstart

Die ersatzgeschwächten Frankfurter, bei denen Marco Russ zu seinem Saison-Startelfdebüt kam, erwischten vor 43.500 Zuschauern den besseren Start und profitierten beim Führungstreffer von einem Ballverlust der Gastgeber in der Vorwärtsbewegung - Mijat Gacinovic hatte im Mittelfeld entscheidend zugepackt. Im Anschluss bediente Wolf Haller, der vor Philipp Tschauner cool blieb und den Ball über den 96-Keeper hinweg ins Tor chippte.

Die Gastgeber erholten sich nur schwer vom ersten Gegentreffer der Saison in der heimischen Arena. Frankfurt war in der ersten halben Stunde die bessere Mannschaft, erst danach fand Hannover einigermaßen ins Spiel. Der Ausgleich durch Sané, der bei seinem Kopfball ein Stockwerk höher stand als sämtliche Frankfurter, fiel nach einem Eckstoß des ehemaligen Eintracht-Profis Pirmin Schwegler.

Haller als Vollstrecker und Wandspieler gefragt

Hannover hatte auch danach mehr Ballbesitz. Gegen das Pressing der Hessen fanden die Niedersachsen aber selten ein passendes Mittel. Bei einer besseren Chancenverwertung von Wolf (49.) und Jetro Willems (70.) hätten die Frankfurter schon früher für klare Verhältnisse sorgen können, so musste eine Koproduktion der offensiven Unruheherde Rebic und Haller herhalten: Einen Abschlag von Lukas Hradecky legte Haller mustergültig per Brust ab, Rebic ließ den Ball einmal auftropfen und vollendete per Aufsetzer ins linke Eck (90.).

Weitere Informationen

Hannover 96 - Eintracht Frankfurt 1:2 (1:1)

Hannover: Tschauner - Korb, Sané, Ostrzolek - Hübner - Schwegler, Bakalorz  (68. Klaus) - Füllkrug (61. Bebou), Karaman - Harnik (85. Jonathas)        

Frankfurt: Hradecky - Russ, Hasebe, Abraham - Chandler, Tawatha (46. Willems)- Gacinovic, Boateng - Wolf (68. Barkok) Rebic - Haller                        

Tore: 0:1 Haller (10.), 1:1 Sane (36.), 1:2 Rebic (Rebic (89.) 

Gelbe Karten: Ostrzolek, Hübner, Klaus - Hasebe, Chandler, Gacinovic

Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
Zuschauer: 43.500          

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am samstag, 14.10.2017, 17.15 Uhr