Eintracht-Stürmer Ante Rebic im Duell mit Douglas Santos
Ante Rebic rennt und rennt und rennt und rennt. Bild © Imago

Während sich die meisten Frankfurter Spieler in Richtung Winterpause schleppen, ist Ante Rebic gerade richtig heiß gelaufen. Der Stürmer ist der X-Faktor im Eintracht-Spiel.

Auf der Frankfurter Ersatzbank fanden sich in Hamburg zahlreiche prominente Namen wieder. Kevin-Prince Boateng nahm an der Seite von Carlos Salcedo Platz. Stürmer Sébastien Haller saß dick eingepackt daneben. Jetro Willems durfte sich sogar auf der heimischen Couch ausruhen. Trainer Niko Kovac gönnte seinen vielbeschäftigten Schützlingen in der Englischen Woche eine kleine Verschnaufpause. "Es spielen nur die, die komplett fit sind", hatte er vorher bereits angekündigt und dann Ante Rebic folgerichtig auch dieses Mal in die Startelf berufen.

Er läuft und läuft und läuft

Der kroatische Stürmer hat zum letzten Mal beim Spiel in Leipzig Mitte September den Anpfiff eines Bundesliga-Spiels nicht auf dem Platz erlebt. In den folgenden zehn Spielen stand er stets im oberen Teil des Spielberichtsbogens – dabei gelangen ihm vier Tore und eine Vorlage. Ein unverzichtbar Teil des Frankfurter Teams ist Rebic allerdings aus anderen Gründen: Der Kroate ist einfach nicht auszuschalten. "Der nimmt zwei, drei Gegenspieler Huckepack", beschrieb Sportvorstand Fredi Bobic die besondere Spielweise des 24-Jährigen nach dem 2:1-Sieg gegen den HSV.

Der 1,85 Meter große Rebic wirkt auf den ersten Blick zwar gar nicht so durchsetzungsstark, sobald er den Platz betritt, wird er jedoch zum dauerrennenden Bulldozer. In Hamburg bestritt er wahnwitzige 48 Zweikämpfe und setzte 43 Mal zum Sprint an. Beides Bestwerte, die zeigen: Unter Vollgas macht es der kroatische Nationalspieler nicht. Zum Vergleich: In der vergangen Saison, als Rebic bereits in beiden Disziplinen der Frankfurter Musterschüler war, bestritt er im Schnitt 34 Zweikämpfe und 29 Sprints pro Partie. "Was der da vorne ackert, ist Wahnsinn", lobte Bobic. "Der Junge wird immer besser."

Alles richtig gemacht im Sommer

Nachdem die Eintracht am Ende der vergangenen Saison die Kaufoption für Rebic – für viele unverständlich – verstreichen lassen hatte und der Angreifer zurück zum AC Florenz nach Italien ging, dürften mittlerweile alle froh sein, dass es doch noch eine Wende gab. Am letzten Tag der Sommer-Transferperiode kehrte Rebic plötzlich doch wieder leihweise zur Eintracht zurück. "Es hat sich kurzfristig die Möglichkeit ergeben, Ante zu verpflichten", erklärte Trainer Niko Kovac damals. "Mit ihm gewinnen wir Geschwindigkeit und Unberechenbarkeit für unser Spiel."

Während Sturmpartner Haller eher ein klassischer Strafraum-Knipser ist, der lieber einen Schritt zu wenig als zu viel läuft, ist Rebics größter Trumpf seine Dynamik. In Eins-gegen-Eins-Duellen ist er nur schwer zu bremsen, bei Kontern zudem eine absolute Waffe. Einzig beim letzten Pass oder dem Abschluss fehlt ihm noch etwas die Genauigkeit. In Hamburg rutschte Rebic kurz vor der Halbzeit ein finaler Pass auf Luka Jovic etwas über den Fuß – entscheidende Zentimeter, die der Eintracht eine Chance raubten und den HSV völlig unnötig im Spiel hielten.

Rebics Zukunft liegt in Frankfurt

Nach schwankender erster Spielzeit in Frankfurt hat sich Rebic im zweiten Anlauf trotzdem zum absoluten Leistungsträger entwickelt. Die immer wieder angemahnten Disziplinprobleme sind Vergangenheit, Rebic gibt sich inzwischen sogar selbstkritisch. "Letzte Saison war ich besser", sagte er erst kürzlich. Darüber kann man streiten. Einigkeit herrscht hingegen, was seine Zukunft betrifft. Dieses Mal wird die Eintracht den Kroaten nicht noch einmal ziehen lassen. Die im Vertrag verankerte Kaufoption ist nur eine Formalie, nach Informationen des Fachmagazins kicker könnte sie nach 15 Spielen sogar automatisch fällig werden. Dies wäre dann am Samstag nach der Partie gegen Schalke der Fall. Der Eintracht kann das nur guttun.

Sendung: hr3, 13.12.17, 7 Uhr