Eintrachts Stürmer Haller jubelt.
Ein Fußballgott? Sébastien Haller ist auf jeden Fall auf dem Weg zum Kultspieler. Bild © Imago

Dank des Last-Minute-Tors von Sébastien Haller war die Stimmung bei Eintracht Frankfurt nach dem Sieg gegen Bremen natürlich gut. Bei den Hessen warnte man dennoch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Eintracht Frankfurt hat am Freitag wieder ein Mal einen Last-Minute-Sieg gefeiert. Beim 2:1-Erfolg gegen Werder Bremen trafen vor dem Pausenpfiff Ante Rebic für die Eintracht (17. Minute) und Niklas Moisander (24.) für die Gäste. Die Entscheidung besorgte Goalgetter Séabastien Haller eine Minute vor Spielschluss.

Fredi Bobic (Sportvorstand): Ich hatte schon gesagt, wenn es beim 1:1 bleibt, ist das leistungsgerecht. Das muss man ganz klar sagen. Die Bremer haben das in der ersten Halbzeit gut gemacht und uns richtig vor Probleme gestellt. Ständige Positionswechsel, ständig unterwegs: Sie sind griffiger gewesen in ihren Aktionen. Es war ungewöhnlich, dass wir 1:0 geführt haben, eigentlich eine kurze gute Phase hatten und das Spiel dann wieder aus der Hand gegeben haben. Da haben wir dann wirklich Glück gehabt. Und einen starken Lukas Hradecky, der sich heute wirklich ausgezeichnet hat. Dass das Tor dann wieder zum Schluss fällt, ist natürlich super. Das freut mich für die Jungs.

Lukas Hradecky: In der ersten Halbzeit hätten die Bremer eigentlich führen sollen mit zwei oder drei Toren. Wir haben die Punkte, aber das Spiel ist noch nicht gut. Wir müssen ehrgeizig bleiben, damit es sich verbessert. Wenn wir so weiter machen, werden wir auch einige Spiele verlieren. Bei meinen Paraden sind die Hälfte Reflexe, die zweite Hälfte Glück und die dritte Hälfte sind geschlossene Augen. Ich freue mich für Seb (Sébastien Haller, Anm. der Redaktion), der ist eine ganz wichtige Figur für uns geworden – fast wie eine Kopie von Alex Meier.

Lukas Hradecky bei einer Parade
Lukas Hradecky war einer der Matchwinner der Eintracht. Bild © Imago

Sébastien Haller: Man muss immer daran glauben, dass man gewinnen kann. Selbst wenn man nicht so gut spielt. Es zeigt sich ja, eine gute Aktion reicht. Wenn man den Ball im Strafraum bekommt und man will schießen, darf man nicht nachdenken. Alles geht so schnell, da kann man sich nicht überlegen, was man jetzt machen will. Wenn man nicht so gut spielt, muss man sich daran erinnern, dass es der Job eines Stürmers ist, zu treffen. Daher bin ich froh, dass ich getroffen habe und dass wir gewonnen haben.

Niko Kovac: Bremen hat das richtig gut gemacht, wir waren in der ersten Halbzeit kaum im Spiel. Nach der Pause waren wir die bessere Mannschaft, wir hatten viele Chancen. Das Ergebnis ist unter dem Strich etwas glücklich. Es war aber ein harter Kampf. Wenn Bremen so weiter spielt, sieht es in der Tabelle bald ganz anders aus.

Marc Stendera: Die erste Halbzeit war katastrophal, da haben wir zwar 1:0 geführt, aber dann um das 1:1 förmlich gebettelt. Da hatten wir keinen Zugriff und kamen nicht in die Zweikämpfe. Da konnten wir uns bei Lukas (Hradecky, Anm. der Redaktion) bedanken. Für die zweite Halbzeit haben wir uns in der Kabine was vorgenommen und das auch perfekt umgesetzt. Ich war am Ende relativ entspannt, weil wir zuletzt oft spät noch ein Tor gemacht haben. Sébastien steht dann da, wo er stehen muss.

Max Kruse (Werder Bremen): Es ist extrem bitter. Beste Saisonleistung hin oder her: Wir haben nicht gewonnen, wir haben nicht unentschieden gespielt, wir haben wieder null Punkte. Das ist dann im Moment so, selbst wenn du guten Fußball spielst, kriegst du es irgendwie nicht hin. Deshalb müssen wir weiter arbeiten. Wir haben versucht, das umzusetzen, was der Trainer uns mitgegeben hat. Man hat Verbesserungen gesehen, aber wir brauchen Punkte.

Sendung: heimspiel! am Samstag, 4.11.2017, 17.15 Uhr