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Kevin-Prince Boateng haderte noch während der Partie mit der drohenden Niederlage. Nach dem Abpfiff war er dagegen sichtlich stolz. Bild © Imago

Die Frankfurter Eintracht hat ihr Heimspiel gegen Ligaprimus Bayern München verloren. Nach der Partie schwankte die Stimmung bei Spielern und Verantwortlichen zwischen Trotz und Stolz.

Kevin-Prince Boateng: Ich bin sehr stolz und zufrieden. Wir haben über 90 Minuten ein fast perfektes Spiel gemacht – wir sind gelaufen, haben gekämpft, Fußball gespielt und die Fans mitgerissen. Mehr kann man der Mannschaft nicht abverlangen. Dass wir das Spiel verloren haben, ist traurig. Aber ich schaue nach vorne. Wir haben genau das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten, der Trainer hat uns perfekt eingestellt. Das Einzige, was gefehlt hat, war das Erfolgserlebnis. Heute fühle ich mich trotzdem als Gewinner, weil ich so stolz bin auf meine Mannschaft.

Imago Wolf
Marius Wolf Bild © Imago

Marius Wolf (über die zurückgezogene Rote Karte): Ich war schon in der Kabine. Der Schiedsrichter sagt zu mir: Ich soll runter. Ich habe zu ihm gesagt, er soll sich die Szene bitte noch mal anschauen. Und im Endeffekt war es keine Rote Karte. Mein Name wurde 1.000 Mal geschrien von unserem Zeugwart und dass ich zurückkommen soll.

Aymen Barkok: Wir haben das gut gemacht. Die Bayern hatten in der zweiten Halbzeit keine Torchance. Ich glaube das Foul von Arturo Vidal an mir war eine Rote Karte. Es ist bitter, dass wir keinen Punkt oder einen Sieg mitnehmen konnten. Wir haben Teamgeist, eine sehr gute Mannschaft und in der zweiten Halbzeit sehr dominant gespielt. Wir nehmen das Selbstvertrauen mit nach Hamburg.

Fredi Bobic
Fredi Bobic Bild © Imago

Fredi Bobic: Die Frage wird oft gestellt: Was kannst du dir dafür kaufen, wenn du 0:1 verlierst? Fakt ist: Du bekommst Anerkennung für dieses Spiel, weil die Jungs wirklich alles abgerufen und die Bayern unheimlich beschäftigt haben. Das haben die über 90 + 5 Minuten sehr gut gemacht. Dass uns das Quäntchen und vielleicht die Sauberkeit im Abschluss gefehlt hat, ist schade. Aber das müssen wir akzeptieren. Wir haben, glaube ich, sogar mehr Ballbesitz gehabt. Wir können erhobenen Hauptes aus diesem Spiel gehen. Wir wussten vorher: Das ist ein Bonusspiel.

Jupp Heynckes (Trainer FC Bayern): Es ist ja bekannt, dass sich der FC Bayern traditionsgemäß hier bei der Eintracht immer sehr schwer tut. Das ist heute ebenso gewesen. Das lag aber mehr an der Eintracht, die nicht physisch topfit ist, sondern auch vom Kämpferischen her überragend. Deshalb war es für uns ein großes Stück Arbeit, weil der nicht nur in dieser Saison sehr guten Fußball spielt, sondern auch strukturiert spielt, einen ganz klaren Plan hat und sehr unbequem ist.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Samstag, 9.12.2017, 17.15 Uhr