TSV Künzell Quarttet
Der TSV Künzell entwirft sein eigenes Fußballer-Quartett. Bild © TSV Künzell/hessenschau.de

Die Kicker von Gruppenligist TSV Künzell sind ab sofort Stars ihres eigenen Kartenspiels. Punkten kann man bei dem Quartett mit sportlichen Stärken. Aber auch die Performance am Bierglas ist wichtig.

Endlich ein Spiel, bei dem auch Freunde von Bier und Rum-Cola groß auftrumpfen können: Der Künzeller Fußballgott Peter John und TSV-Abwehrhüne Jonas Aschenbrücker haben das Zeug zum osthessischen Superstar. Mit ihrer lange antrainierten und verbrieften Kondition am Tresen sind die beiden nicht nur im Vereinsheim des Fußball-Gruppenligisten TSV Künzell gerngesehene Gäste. Auch beim gerade auf den Markt gekommenen TSV-Quartett sind sie in der Kategorie "Trinkfestigkeit" das Nonplusultra. Auf der vereinsinternen Zapfsäulen-Skala kratzen sie an der 90er-Marke.

TSV Künzell Huder
Bastian Huder (vorne) ist einer der Erfinder des TSV-Quartetts. Bild © TSV Künzell/Bastian Huder

"Wir haben diese Werte nach intensiven Beobachtungen und in enger Absprache mit den Trainern und den Kapitänen festgelegt", erklärt Bastian Huder, einer der Macher des amüsanten Kartenspiels, im Gespräch mit dem hr-sport. Der 33-Jährige bildet zusammen mit Jugendleiter Andreas Schmitt und Mediengestalter Darnell Day eine dreiköpfige Taskforce, die sich um die mediale Vermarktung des kleinen Amateurclubs aus der Nähe von Fulda kümmert. Vereinsheft, Facebook-Auftritt, kleinere Videos für die Fans, "aber halt kein 0815-Geplänkel", so Huder.

Rüpelfaktor 80 - sticht!

Die neueste Errungenschaft der Künzeller Kreativwerkstatt ist ein Spieler-Quartett. Nach Vorbild der allseits bekannten Sportwagen-Quartette sind dort insgesamt 48 Spieler und Trainer von erster bis dritter Herren-Mannschaft abgebildet, die in 14 Kategorien gegeneinander antreten können. Statt Hubraum, Leistung in PS oder Umdrehungen in der Minute geht es beim Kartenspiel des TSV Künzell um sportliche Stärken wie Dribbling-Skills, Sprintvermögen oder Schussstärke – aber eben auch um den Rüpelfaktor oder den bereits erwähnten Bierdurst.

"Wir haben dafür jeden Spieler durch einen Parcours geschickt und ihn analog zum Videospiel FIFA mit einer Note zwischen 0 (schlecht) und 100 (sehr gut) bewertet", so Spielleiter Huder.

Nachtschichten für das TSV-Quartett

Die so entstandenen Steckbriefe sollten ursprünglich zwar nur zur Vorstellung des Kaders in der 180-Seiten-starken Saisonzeitschrift abgedruckt werden, nach durchweg positiver Resonanz machten die Amateurfußballer-Profile in den vergangenen Wochen aber Karriere. Anlässlich des vom Fußballmagazin 11 Freunde initiierten "Tag der Amateure" entstand die Idee des Kartenspiels. Die Auflage ist erst einmal auf 100 Stück begrenzt und kann per Email bestellt werden. Möglicher finanzieller Überschuss soll in die Jugendmannschaften fließen.

Quartett Karte TSV
So sehen die Spielkarten aus. Hier: Musterprofi Christian Isselstein. Bild © TSV Künzell

"Es geht uns nicht um Geld. Wir wollen damit einfach Spaß haben und unseren Club ein bisschen bekannter machen", betont Huder, der "altersbedingt" kürzergetreten ist und seine Freizeit nun eben mit dem Erstellen des TSV-Quartetts füllte. Mehrere Nächte widmete er gemeimsam mit Schmitt und Day dem Positionieren von Porträtfotos und dem Zuordnen der richtigen Attribute. Jeder Spieler wurde zudem mit einem Künstlernamen ausgestattet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und sorgt auch bei Unbeteiligten für gute Laune.

Hackepeter trifft auf Dribbelkönig

So scheint Vincent "Hackepeter I." Breunung Probleme mit dem Passspiel zu haben (65), während Julien "Dribbelkönig" Henning wohl eine persönliche Einladung für die Defensive (59) braucht. Johannes "Schiriflüsterer" Breunung bricht hingegen wenig überraschend als einziger die 70er-Schallmauer beim Rüpelfaktor. "Da gab es natürlich schon Sprüche und einige konnten es nicht glauben, dass sie in bestimmten Kategorien schlechter abgeschnitten haben als andere 'Pfeifen'", schmunzelt Huder. "Aber wir haben alle gleich behandelt."

Einen kleinen sportlichen Nachteil könnte das Quartett allerdings haben. Sollten sich die kommenden Gegner auch eines der Kartenspiele besorgen, wären sie bestens im Bilde und könnten sich auf die Stärken und Schwächen des TSV Künzell genau einstellen. Ob der SV Großenlüder diese Gelegenheit genutzt hat, wird sich im Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) zeigen. Anschließend geht es dann an den Tresen – wer da am längsten sitzen wird, ist sowieso klar.

Sendung: hr3, Die Morningshow, 10.10.17, 5 Uhr