Fans des FSV Frankfurt
Nach der Einigung mit den Gläubigern: neue Zuversicht am Bornheimer Hang. Bild © Imago

Im Kampf ums finanzielle Überleben steht der FSV Frankfurt dicht vor der Rettung. Die Gläubiger des Fußball-Regionalligisten verzichten auf Forderungen in Millionenhöhe. Zudem soll auch das Trikot bald nicht mehr leer sein.

Sportlich hat der FSV Frankfurt in der Regionalliga Südwest derzeit wenig Grund zum Jubeln. Dafür hat der sportlich tief gefallene Traditionsclub vom Bornheimer Hang auf anderer Ebene einen weitaus wichtigeren Etappensieg gelandet.

Denn die Gläubiger des bislang hochverschuldeten Vereins, der vor zwei Jahren noch in der 2. Bundesliga um Punkte kämpfte, verzichten fast komplett auf ihre Forderungen in einer Gesamthöhe von rund drei Millionen Euro. "Mit diesem Schuldenschnitt wird sowohl die GmbH als auch der Verein schuldenfrei gestellt", sagte FSV-Präsident Michael Görner am Dienstag dem hr-sport. Wenige Stunden später verkündete dann der Verein, dass auch ein neuer Hauptsponsor gefunden sei.

Insolvenzberater zufrieden

Görner selbst zählt zu den Gläubigern und hat dem FSV in der Vergangenheit finanziell immer wieder ausgeholfen. "Meine Person spielt überhaupt keine Rolle. Wichtig ist, dass wir jetzt weitere Sponsoren an Land ziehen", betonte er. Die einstimmige Verabschiedung des Insolvenzplans durch die rund 100 Kreditgeber sieht vor, dass sie jeweils 2,6 Prozent ihrer Forderungen erhalten. "Damit ist beste Lösung für alle Gläubiger zustande gekommen und zudem in einem äußerst schnellen Zeitraum", sagte Insolvenzverwalter Fabio Algari laut einer Mitteilung das aktuellen Tabellen-15. vom Montagabend.

Geht alles glatt über die Bühne, können die Hessen bis Ende Oktober mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens rechnen. Der FSV hatte im April Insolvenz anmelden müssen, nachdem der damals neu installierte FSV-Boss Görner die Zahlungsunfähigkeit der GmbH verkündet hatte. Der langjährige Mäzen der Bornheimer sprach seinerzeit von der "schwersten Situation des FSV". Die Frankfurter bekamen noch während der laufenden Drittliga-Saison neun Punkte abgezogen, der Absturz in die Regionalliga war damit endgültig besiegelt.

Weggebrochene TV-Einnahmen, weniger Zuschauer

Trotz der Einigung mit den Gläubigern will Görner nicht in Jubelstimmung ausbrechen. Im Gegenteil: "Die Regionalliga Südwest stellt für sich selbst einige wirtschaftliche Herausforderungen", sagte der FSV-Chef angesichts weggebrochener Fernseh- und Sponsoren-Einnahmen und stark gesunkener Zuschauer-Erlöse.

"Für uns ist es nun wichtig, dass wir einen Namensgeber für das Stadion und einen Trikotsponsor finden", unterstrich Görner die Bedeutung der Suche nach potenten Geldgebern am Dienstagmittag, ehe kurz später eine Pressemitteilung des Vereins in die Postfächer flatterte: Zumindest ein neuer Hauptsponsor wurde inzwischen gefunden - der Geldgeber soll am Mittwoch auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

Sendung: hr-iNFO, 12.09.2017, 12 Uhr