Fan mit OFC-Schal im Stadion am Bieberer Berg
Zuletzt hatten die Offenbacher Kickers als Meister 2015 den Drittliga-Aufstieg in den Qualifikationsspielen verpasst. Bild © Imago

Die viel kritisierten Qualifikationsspiele zur 3. Liga sollen bald weitgehend der Vergangenheit angehören. Nach Plänen des DFB wird der Aufstieg aus den Regionalligen reformiert - zur Freude der Offenbacher Kickers.

Tabellenführer, Meister – und am Ende doch der große Verlierer: Die umstrittene Aufstiegsregelung zwischen Regionalliga und 3. Liga sorgt seit Jahren für Diskussionen. Nur drei Teams aus den insgesamt fünf Regionalligen treten am Saisonende den Gang nach oben an. In direkten Qualifikationsduellen unter den jeweiligen Meistern – aus der Südwest-Gruppe nehmen die beiden Erstplatzierten teil – werden nach Ende der regulären Spielzeit die Aufsteiger ermittelt.

Die drei unterlegenen Vereine schauen dabei in die Röhre. Aus hessischer Sicht hatten zuletzt 2015 die Offenbacher Kickers trotz souveräner Meisterschaft in den Entscheidungsspielen gegen Magdeburg das Nachsehen. Doch damit soll jetzt weitgehend Schluss sein.

Formel: Vier von fünf

Wie DFB-Präsident Reinhard Grindel bestätigte, plant der Deutsche Fußball-Bund eine Reform des Aufstiegsmodus. Ein entsprechender Beschluss soll noch in diesem Jahr fallen und schon ab kommender Spielzeit greifen. "Es ist erfreulich, so etwas zu hören. Wer Meister wird, der muss auch aufsteigen", sagte Kickers-Sportdirektor Sead Mehic auf Nachfrage.

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OFC und KSV scheiterten

Seit Einführung der Aufstiegsspiele verpassten mit den Offenbacher Kickers und Hessen Kassel zwei hessische Team jeweils als Meister den Sprung in die 3. Liga: Der OFC unterlag 2015 in den Entscheidungsduellen dem 1. FC Magdeburg mit 0:1 und 1:3. Der KSV Hessen scheiterte 2013 mit 0:2 und 1:2 an Holstein Kiel.

Ende der weiteren Informationen

Ob es am Ende tatsächlich fünf Auf- und Absteiger zwischen dritter und vierter Liga geben wird, scheint allerdings fraglich. Nach Informationen des hr-sports favorisiert der DFB ein Modell mit lediglich drei Direktaufsteigern. Ein vierter soll im Duell der beiden verbliebenen Regionalliga-Meister ausgespielt werden. Ein Team bliebe damit weiter auf der Strecke.

Staffel-Reduzierung kein Thema

Die unterschiedliche Regelung zwischen den Staffeln soll offenbar in einem rotierenden System über fünf Jahre festgelegt werden. In der Südwest-Gruppe, in der neben dem OFC aktuell auch Hessen Kassel, der FSV Frankfurt, Eintracht Stadtallendorf und der TSV Steinbach spielen, verliert der Zweite das Recht auf die Qualifikation.

"Ob fünf Regionalligen nötig sind, kann man sicher diskutieren. Vielleicht reichen auch vier", schlug Mehic als weiteren Ansatz vor. Doch eine Reduzierung der Ligen steht in Reihen des DFB wohl ebenso wenig zur Debatte wie eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Clubs. Für die Kickers & Co. würden sich die Aufstiegschancen dennoch weiter erhöhen, zumal aus dem Südwesten in den vergangenen drei Jahren kein Team den Sprung nach oben geschafft hat.