Mannschaftsaufstellung Offenbach gegen Magdeburg im Jahr 2015
Das soll es nach Vorstellung der hessischen Regionalligisten nicht mehr geben: Mit Offenbach und Magdeburg spielten zwei Meister im Jahr 2015 gegeneinander um den Aufstieg in die 3. Liga. Bild © Imago

Seit Jahren sorgt die Aufstiegsregelung zur 3. Liga für Zündstoff. Vor der geplanten Reform beim DFB-Bundestag in Frankfurt drängen die hessischen Regionalligisten auf eine Aufstiegsgarantie für die Meister. Im hr-heimspiel! positioniert sich auch der Verband.

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Fünf Regionalligen, aber nur drei Aufsteiger: Der Weg in den deutschen Profifußball ist steinig. Vor allem die Vertreter der Regionalliga Südwest zogen in den vergangenen Jahren in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga regelmäßig den Kürzeren, dabei erwischte es auch Kassel und Offenbach. Eine geplante Reform des Ligen- und Aufstiegssystems könnte Abhilfe schaffen: Das Thema steht beim Außerordentlichen DFB-Bundestag am Freitag in Frankfurt ganz oben auf der Agenda.

Die regionalen Verbände haben sieben Vorschläge zur Änderung erarbeitet: Von einer Reduzierung auf vier Regionalligen über eine Aufstiegsregelung im Rotationsprinzip bis zu einer Vorrangsregelung für die clubreichen Regionen West und Südwest ist alles dabei. 263 Delegierte dürfen auf dem Bundestag ihre Stimme abgeben, zur Durchsetzung braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Spahn: "...dann kann die ganze Saison für die Katz sein"

Wie groß der Bedarf ist, machte Offenbachs Vereinspräsident Helmut Spahn am Montagabend im hr-heimspiel! deutlich. "Wenn du Meister bist und selbst dann nicht mal klar ist, ob du aufsteigst, dann kann die ganze Saison für die Katz sein", sagte Spahn. Der OFC selbst hatte diese Erfahrung 2015 leidvoll in den Aufstiegsspielen gegen Magdeburg gemacht.

Spahn selbst würde eine Rückkehr zu einem System mit nur drei Regionalligen und drei fixen Aufsteigern am liebsten sehen. Der OFC öffne sich aber der vom Großteil der Mannschaften präferierten Lösung mit vier Regionalligen und einer Aufstiegsgarantie für die jeweiligen Meister, betonte der 56-Jährige. Nur eins wolle er auf dem DFB-Bundestag nicht erleben: "Keine Lösung am Freitag wäre für mich der Mega-GAU."

Hessen-Clubs einig: Der Meister muss hoch!

Beim Aufstiegsrecht der Meister besteht bei den hessischen Regionalligisten Einigkeit. Auf Anfrage des hr-sport sagten Vertreter des TSV Steinbach, des KSV Hessen Kassel und des FSV Frankfurt unisono: "Der Meister muss direkt aufsteigen." Alles andere sei nicht vertretbar, sagte Kassels Vorstandsmitglied Jens Rose stellvertretend. Eintracht Stadtallendorf äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Unterstützung bekommen die Clubs vom Hessischen Fußball-Verband. HFV-Vizepräsident Torsten Becker sagte am Montag im heimspiel!: "Es muss klar sein, dass der Meister am Ende aufsteigen kann. Vier Regionalligen mit vier Aufsteigern, das wäre unser Wunschkonzept."

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Hessen Kassel kann auf Hessen-Derbys verzichten

Problematisch wäre die strukturelle Umsetzung und die Frage: Wie mache ich aus fünf Ligen vier? "Es krankt an der Zuordnung der Vereine", sagte Becker. Für ihn wäre es nur schwer verdaulich, wenn zwei Mannschaften aus demselben Verband plötzlich in verschiedenen Ligen spielten. "Kickers Offenbach gegen Hessen Kassel, die sollen schon in einer Liga spielen", so der HFV-Vize. "Wir wollen nicht, dass das auseinandergerissen wird. Das macht den sportlichen Reiz aus."

Fragt man in Kassel nach, hört sich das allerdings anders an. Der Verein fahre teilweise bis zu 500 Kilometer zu seinen Auswärtsspielen, sagte KSV-Vorstand Rose. Man könne sich daher gut vorstellen, dass nach einer Reform künftig nicht mehr die Verbandszugehörigkeit über die Ligen-Zuteilung entscheidet, sondern die geografische Nähe. "Mir würden schon Offenbach und der FSV Frankfurt fehlen", sagte Rose. "Aber vielleicht wären Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen genauso interessant."