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Für die digitalen Sexattacken auf Frankfurter Jugendfußballer fälschten die Täter offenbar das Instagram-Profil des Sohnes von Eintracht-Vorstand Axel Hellmann. Bereits am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft einen Verdächtigen ermittelt.

Im Fall der digitalen Belästigung von Frankfurter Jugendfußballern haben die Täter offenbar auch die Daten des Sohnes von Eintracht-Vorstand Axel Hellmann genutzt. Wie die Bild berichtet, sollen sie ein Instagram-Profil mit dem Namen und Foto von Hellmanns Sohn erstellt und genutzt haben, um andere Jugendliche zu kontaktieren.

"Da wurde zwar der Name meines Sohnes missbraucht. Aber er selber wurde nicht angeschrieben", sagte Hellmann der Bild. Auch ein Video, in dem ein Erwachsener masturbiert habe, habe er nicht erhalten. Die Eltern eines kontaktierten Jugendlichen erstatteten Anzeige. Hellmann soll das nicht gemacht haben.

Verdächtiger ermittelt

Bereits am Mittwoch hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft einen Verdächtigen ermittelt. Der 18-Jährige soll unter falscher Identität versucht haben, Kontakt zu Jugendfußballern aufzunehmen. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem hr. Am Dienstag wurde seine Wohnung im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim durchsucht.

Ermittelt werde wegen sexuellen Kindesmissbrauchs. Nach den bisherigen Erkenntnissen hatten offenbar Pädophile über Instagram versucht, mit 12- bis 13-jährigen Fußballern in Kontakt zu kommen. Ein 12-Jähriger sei in einen Video-Livestream gelockt worden, in dem ein Erwachsener masturbiert habe. Die Staatsanwaltschaft konnte zwei Accounts offenlegen, die dafür genutzt worden sein sollen.

Geständnis des 18-Jährigen

Der eine sei über die Mobilfunknummer des 18-Jährigen gelaufen, der andere über die Email-Adresse des 16-Jährigen. Auch dessen Wohnung wurde untersucht. Der 16-Jährige habe angegeben, seine Daten seien missbraucht worden. Die Staatsanwaltschaft hält dies für glaubwürdig.  Der 18-Jährige soll die Tat bereits eingeräumt haben. Dem Vernehmen nach war gegen ihn schon einmal vor zwei Jahren wegen eines ähnlichen Vorwurfs ermittelt worden. Auch damals soll es um einen Sexualdelikt und junge Fußballer gegangen sein. In einer Mail mit sexuellem Inhalt, gerichtet an einen 16-Jährigen, soll er sich als Schiedsrichter ausgegeben haben. Allerdings wurde das Verfahren nach hr-Informationen eingestellt.

Der Fall war bekannt worden, nachdem der HFV am Wochenende alle 48 Frankfurter Vereine mit Jugendabteilungen angeschrieben und gewarnt hatte. In dem Schreiben warnt der Kreisausschuss des Verbandes vor "Fällen von gefälschten Profilen, Kontaktaufnahmen und sexueller Belästigung auf Instagram". Auf der Foto- und Videoplattform hätten es Unbekannte demnach gezielt auf Nachwuchskicker aus dem Stadtgebiet abgesehen, hieß es in dem Schreiben.

Vereine gewarnt

Auch die Frankfurter Eintracht hatte die Warnung erhalten und "alle Mitarbeiter des Leistungszentrums sowie die Spieler und deren Eltern über den Brief des Verbandes in Kenntnis gesetzt", wie Armin Kraaz, Leiter des Leistungszentrums, am Dienstag dem hr-sport sagte. Bis dahin waren zwei Fälle bekannt geworden.