Alf Mintzel
Alf Mintzel ist so beliebt, dass selbst Alf Mintzel ein Foto von Alf Mintzel haben will. Bild © Imago

Vereinsretter, Fan-Liebling, Duracell-Hase: Alf Mintzel ist das personifizierte Stehaufmännchen des SV Wehen Wiesbaden. In seinen sieben Jahren beim SVWW hat der Linksaußen schon viel erlebt. Diese Saison ist aber irgendwie alles anders.

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Seinen Namen kennt fast jeder in Wiesbaden: Alf Mintzel. Das klingt nicht nur nach einer Clublegende, der 35-Jährige ist eine. Seit sieben Jahren trägt der gebürtige Würzburger das Trikot des SV Wehen Wiesbaden. Unvergessen bleibt, wie er im Mai 2016 mit seinem schwachen rechten Fuß in buchstäblich letzter Sekunde den Klassenerhalt für den SVWW sicherte. "Das war schon ein Erlebnis, das man noch immer spürt", sagt Mintzel dem hr-sport. "Wenn der Trainer mal einen Witz über meinen rechten Fuß macht, weil ich wieder einen Ball irgendwo in die Prärie gehauen habe, sagen die Mannschaftskollegen immer noch: 'Ach, Alf. Das ist schon in Ordnung. Auf deinen rechten Fuß lassen wir nichts kommen.'"

Schon vor seinem rettenden Tor war Mintzel bei den Fans "nicht gerade unbeliebt", wie er es bescheiden nennt. Seither hat sich sein Standing noch einmal verbessert. Wenn der Routinier spricht, hat das Gewicht. Derzeit hat er eigentlich nur Gutes zu erzählen. Das liegt vor allem an Trainer Rüdiger Rehm.

Spezialisten für späte Tore

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SVWW-Jahresfinale in Jena

Zum Abschluss des Fußball-Jahres 2017 und zum Start der Rückrunde muss Wehen Wiesbaden am Samstag (13 Uhr) bei Aufsteiger Jena antreten. "Jena ist eine sehr heimstarke Mannschaft, die nur das erste Heimspiel dieser Saison verloren hat", warnt Trainer Rehm. "Das ist ein Gegner, der uns fordern wird." Hinter den Einsätzen von Steven Ruprecht und Mintzel (beide krank) stehen noch Fragezeichen.

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Seit der im Februar das Zepter beim SVWW übernommen hat, geht es sportlich stetig aufwärts. Der Klassenerhalt 2016/17 wurde frühzeitig klar gemacht, in der laufenden Saison stehen die Landeshauptstädter zum Ende der Hinrunde auf dem dritten Platz. "Er hat eine gewisse Mentalität in die Mannschaft gebracht", lobt Mintzel. "Den Glauben an sich selbst und einen klaren Plan im Spiel zu haben. Und diesen Plan auch dann durchzuziehen, wenn mal was Unvorhergesehenes passiert." Die Wiesbadener gehen aggressiver zu Werke. Über die vollen 90 Minuten.

Die Früchte ihrer Arbeit erntet die Mannschaft des Öfteren erst in den letzten Minuten ihrer Partien. Elf ihrer 34 Saisontore erzielten die Hessen in der Schlussviertelstunde. "Stichwort: Chemnitz. Da haben wir bis zur 86. Minute hinten gelegen und dann doch 2:1 gewonnen", erinnert Mintzel. Und dann gibt es die Spiele, die der SVWW schlichtweg dominiert.

Der Tacho sagt was anderes

Im letzten Heimspiel der Hinrunde schossen die Hessen einfach Mal Tabellenführer Paderborn mit 4:1 aus der Arena. Auch das ist eine Entwicklung, die laut Mintzel eng mit Trainer Rehm verknüpft ist: "Ich weiß gar nicht mehr, wann wir mal ein Spiel 5:1 oder 4:1 gewonnen haben. Das war in vier Jahren vielleicht zwei Mal der Fall. Und in dieser Saison haben wir schon öfter drei oder mehr Tore gemacht." Das Angriffsspiel habe sich unter Rehm enorm entwickelt.

Was sich unter dem neuen Trainer nicht geändert hat, ist die Rolle von Alf Mintzel. Wie schon in den vergangenen Spielzeiten hat der 35-Jährige vor der Saison einen Einjahresvertrag unterschrieben. Vor jeder Saison hieße es, er sei mit seiner Erfahrung wichtig für die Mannschaft, er sei ein guter Backup. "Und dann schaue ich am Ende der Saison auf den Tacho und habe wieder über 30 oder an die 30 Spiele gemacht", sagt Mintzel und lacht. In der aktuellen Saison stand er in 16 von 19 Spielen auf dem Platz. In den kommenden Tagen werde man sich zusammensetzen und über die nächste Verlängerung sprechen, so Mintzel. Alles andere als ein weiterer Jahresvertrag für Alf Mintzel wäre eine faustdicke Überraschung.