Mario Barth und Benjamin Buric
Die Handballer der HSG Wetzlar müssen Komiker Mario Barth weichen. Bild © Imago/dpa, Kombo:hessenschau.de

Weil Blödelbarde Mario Barth in Wetzlar in seine Tournee startet, geht den Handballern der HSG im Pokal-Viertelfinale der Heimvorteil flöten. Eine Lösung wird verzweifelt gesucht.

Das ist überhaupt nicht witzig: Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben Anfang März die große Chance, vor heimischem Publikum erstmals seit 2001 ins Final Four des DHB-Pokals einzuziehen. Nachdem die Auslosung den Mittelhessen am Sonntag ein durchaus machbares Heimspiel gegen Ligakonkurrent TVB Stuttgart beschert hatte, war die Freude zunächst groß. Nach einem Blick auf den Veranstaltungskalender der Stadt gefror das Lächeln jedoch recht schnell.

Schenkelklopfer statt Schlagwürfe

In ihrer angestammten Heimspielstätte heißt es für die HSG vom 4. bis 8. März nämlich: Du kommst hier nicht rein. Hausherr der Wetzlarer Rittal-Arena, die der Stadt gehört, ist in dieser Zeit Berufs-Spaßvogel Mario Barth. Der Komiker startet traditionell in Wetzlar in seine Tournee und hat die Halle gleich mehrere Tage geblockt. "Wir sind von Sonntag bis Donnerstag vor Ort", bestätigte ein Sprecher des Veranstalters am Montag dem hr-sport. Eine Verschiebung sei verständlicherweise nicht möglich.

Von Sonntag bis Dienstag werden das aufwändige und in der Nähe produzierte Bühnenbild erstmals aufgebaut, die Show vorbereitet und Kalauer getestet. Am Mittwoch und Donnerstag – den angedachten Spielterminen – dürfen sich dann jeweils rund 4.500 gutgelaunte Comedy-Fans zu Witzen über die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein auf die Schenkel klopfen. "Männer sind faul, sagen die Frauen", heißt das Barthsche Programm. Kennste, kennste?

Wetzlar hofft auf neuen Termin

Bei der HSG wird derweil fieberhaft nach Alternativmöglichkeiten gesucht. "Wir arbeiten dran", bestätigte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. Kontakt zur Handball-Bundesliga wurde umgehend aufgenommen, die möglichen Lösungen lauten: Umzug in eine benachbarte Halle oder Verschiebung auf einen früheren Zeitpunkt. "Wir werden das intensiv besprechen", sagte HBL-Spielleiter Andreas Wäschenbach, der für Planung und Spielplanerstellung verantwortlich ist.

Da die möglichen Ausweichhallen in Gießen oder Dutenhofen allerdings eine deutlich geringere Kapazität als die gleichermaßen Lachkrampf- wie Pokalkampf-erprobte Arena in Wetzlar haben und aus verschiedenen Gründen nicht infrage kommen, hofft das Team von Trainer Kai Wandschneider auf ein Entgegenkommen der Liga und einen neuen Termin. "Wir würden gerne in der eigenen Halle spielen", so Seipp.

4.421 Wetzlarer Kehlen machen mehr Lärm als 2.600 in Gießen oder 1.750 in Dutenhofen, diesen Heimvorteil will sich die HSG nicht nehmen lassen. "Theoretisch ist eine Verschiebung möglich", so Wäschenbach. "Allerdings müssten beide Vereine zustimmen."

Im Hamburg darf definitiv gespielt werden

Ob der Viertelfinal-Gegner aus Stuttgart auch zu einem früheren Zeitpunkt nach Wetzlar reisen würde, bleibt abzuwarten. Zumindest für das große Final Four in Hamburg am 5. und 6. Mai müsste sich die HSG um etwaige Hallenprobleme oder terminliche Kollisionen mit Comedypreis-Träger Barth keine Gedanken machen. In der Hansestadt tritt der Blödelbarde erst am 24. Mai auf.

Sendung: hr-heimspiel! am Montag, hr-fernsehen, 06.11.17., 23 Uhr