Daniel Wittlake
Daniel Wittlake Bild © privat

Für Daniel Wittlake ist der Ironman Frankfurt mehr als bloß ein Triathlon. Auf dem Weg in ein neues Leben könnte der einstige 200-Kilo-Mann um einen großen Batzen Geld reicher werden.

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zum Video Trailer: 10.000-Euro-Wette – dieser Ironman will 100 Kilo verlieren

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"Mein Freund Simon und ich sind ziemlich unternehmungslustig. Deswegen kamen wir auf die glorreiche Idee, ein Mal in unserem Leben den Ironman mitzulaufen. Als Bestätigung haben wir eine 10.000-Euro-Wette abgeschlossen. Jetzt heißt es: Ran an den Speck. Ironman, here we go!"

Diese Beschreibung fügte Daniel Wittlake aus dem niedersächsischen Springe seiner Anmeldung für den Ironman Frankfurt bei. Der 28-Jährige und sein zwei Jahre jüngerer bester Kumpel Simon werden zwei von knapp 2.900 Altersklassen-Athleten sein, die am frühen Sonntagmorgen in den Langener Waldsee springen. Das Besondere: "Ran an den Speck", wie Simon so locker schreibt, ist in seinem Fall absolut wörtlich zu nehmen. Anfang des Jahres brachte er nämlich noch stolze 206,5 Kilogramm auf die Waage.

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Der Ironman live

Der Hessische Rundfunk berichtet auch in diesem Jahr live vom Ironman Frankfurt. Alle Sendezeiten und Infos zum Livestream finden Sie hier.

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Rückblick: Als Jugendlicher verbringt Wittlake viel Zeit mit Computerspielen, Fastfood steht oft auf seinem Speiseplan. Sport? Fehlanzeige, Wittlake wird stattdessen immer träger. Den Beschluss, am Ironman Frankfurt teilzunehmen, fassen beide bereits im Jahr 2015. Der Startschuss für ein besseres Leben ist da schon gefallen, doch Wittlake wird noch einmal jäh zurückgeworfen.

"So geht es nicht weiter"

Im vergangenen Jahr bereitet ihm sein Übergewicht derart große Probleme, dass er ins Krankenhaus muss. Der Diagnose 'Entzündungen in Sprunggelenken und Knien' folgt eine Behandlung inklusive Cortison, Wittlake verbringt insgesamt vier Monate im Krankenhaus. "Da habe ich dann wirklich gesagt: So geht es nicht weiter", erzählt er im Gespräch mit dem hr-sport. Nachdem verschiedene Diäten nicht angeschlagen hatten, konzentriert er sich von da an nur noch aufs Abnehmen – und auf die Vorbereitung für den Ironman.

In seinem Job beim Rettungsdienst in Hameln macht er bereits seit Monaten eine Pause. "Wer rettet, verfettet", spielt er auf eins der größten Klischees seiner Branche an. "Schichtdienst, kaum Pausen, zwischen den Einsätzen oft nur Fastfood essen – das macht das Abnehmen ganz schön schwierig", sagt Wittlake. Nach dem Ironman und einem ausgiebigen Urlaub will er dennoch in seinen Job zurückkehren. Sein Ziel ist ein Gewicht von rund 100 Kilogramm, das letzte Mal gewogen hat er sich im Mai – da stand er bei 176.

"Wir ziehen es durch"

Das Training für den Ironman Frankfurt unter professioneller Anleitung und sportmedizinischer Beobachtung – Wittlake absolviert zusätzlich eine Stoffwechsel-Kur und verzichtet auf Zucker, Kohlenhydrate und Fett – hilft ihm natürlich beim Abnehmen. "Ich will Gewicht verlieren – aber wir wollen auch ein Ziel vor Augen haben, auf das man hinarbeiten kann", sagt er. Sein Kumpel Simon unterstützt ihn: "Es ist nicht damit getan, eine Stunde Sport am Tag zu machen. Wir sind uns natürlich bewusst, dass das vielleicht nicht komplett vernünftig ist. Aber wir ziehen es durch, komme was wolle!"

Auf dem Weg zu Daniels Wunschgewicht haben sich die beiden noch einen weiteren Anreiz zur Motivation geschaffen – womit wir bei den 10.000 Euro wären. "Wer einfach so aufhört, sich nicht angemeldet hätte oder am Sonntag nicht an den Start geht, der schuldet dem anderen das Geld", erzählt Simon. Medizinische Gründe wie ein kaputtes Knie sind davon ausgenommen.

Die Anmeldung für 2018 liegt schon parat

"Aber wenn ich bei Kilometer 30 aufhöre, nachdem ich mich zwei Mal übergeben habe, dann muss ich zahlen." Am wahrscheinlichsten sei in diesem Fall aber, dass die beiden von dem Geld in zwei, drei Jahren gemeinsam in den Urlaub fahren und einen Anteil an ein Hilfsprojekt spenden.

Sollte es Daniel tatsächlich innerhalb der Zeitlimits auf die Laufstrecke schaffen, will er den Marathon in Wanderschuhen in Angriff nehmen. "Meine Beine sind nicht die stabilsten", sagt er. "Aufgrund meines Gewichts kann ich nicht joggen. Wandern schützt meine Knöchel." 2018, das wissen Daniel und Simon schon jetzt, wollen sie sich wieder für den Ironman Frankfurt anmelden. "Unternehmungslustig" war also nicht übertrieben.