Kassel Marathon
Die Spitzengruppe beim Kassel Marathon wird aus dem Rennen genommen. Bild © Scholz

Die fünfköpfige Spitzengruppe des Kassel Marathon musste am Sonntag komplett disqualifiziert werden, weil sie versehentlich in die falsche Richtung abgebogen war. Der Veranstalter möchte die Athleten für den Fauxpas entschädigen.

Beim Marathon in Kassel ist es zu einem so kuriosen wie ärgerlichen Zwischenfall gekommen. Wie die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet, ist das Führungsfeld nach gleich mehreren Fehlern in der Streckenführung disqualifiziert worden. Bei den fünf betroffenen Athleten habe das "für großen Unmut" gesorgt, hieß es.

Wer trägt Schuld?

Dem Bericht zufolge sind die Läufer versehentlich in die falsche Richtung geleitet worden. Der ersten Vermutung, die Polizei habe die Athleten für Läufer des Halbmarathons gehalten und deshalb in die falsche Richtung geschickt, wurden umgehend dementiert. Die Polizeifahrzeuge hätten den vorgesehen Weg eingehalten, das Zeitfahrzeug, dem die Läufer folgten, aber nicht, sagte Einsatzleiter Achim Scholz der HNA.

Als der Fehler bemerkt wurde, hätten Fahrzeuge und Läufer gewendet. Durch Zurufe sei der Tross aber erneut falsch abgebogen, sodass die Rennleitung feststellte: Wenn die Fünf auf dem falschen Abschnitt weiter gelaufen wären, hätten sie die Strecke am Ende um rund fünf Kilometer verkürzt. Also stoppte die Leitung die Läufer und nahm sie aus dem Rennen.

1.500 Euro Entschädigung

Vier der fünf Läufer werden finanziell entschädigt werden. Auf der Pressekonferenz nach der Veranstaltung war von 1.500 Euro die Rede. Diesen Betrag soll wohl jeder der kenianischen Top-Athleten bekommen, die eigens für den Marathon angereist waren. Der fünfte fehlgeleitete Läufer, Ybekal Daniel Berye vom lokalen PSV Grün-Weiß Kassel, wird hingegen wohl leer ausgehen.

Das Pech der Spitzengruppe war das Glück der Verfolger: Der Sieg bei den Männern ging überraschend an Maciek Miereczko, Zweiter wurde Frederik Unewisse, auch Oliver Hoffmann landete auf dem Treppchen.

Bei den Frauen gewann die Kenianerin Daisy Langat in 2:39:30 Stunden, Landsfrau Prisca Kiprono (2:47:28) wurde Zweite. Silke Altmann durfte sich über Platz drei freuen (3:23:06).

Sendung: hr-iNFO, Nachrichten, 1.10.2017, 13 Uhr