Collage: Bick, Gardner, jubelnde Huskies
Felix Bick, Paul Gardner und jubelnde Huskies (v. li.) Bild © picture-alliance/dpa, imago; Collage: hessenschau.de

Neue Saison, altes Problem: Die Eishockey-Zweitligisten aus Bad Nauheim, Frankfurt und Kassel gehen ab Freitag wieder auf Puck- und Punktejagd. Doch das Thema Aufstieg bleibt ein Dauerbrenner.

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Daran könnte man sich aus hessischer Sicht gewöhnen: Wie schon im vergangenen Jahr wird die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) auch zum Saisonstart 2017/18 von einem Titelverteidiger aus Hessen angeführt. Die Löwen Frankfurt haben die Kassel Huskies als Zweitliga-Meister beerbt und finden sich ab Freitag (19.30 Uhr) in der Rolle der Gejagten wieder.

An das nach wie vor fehlende Recht zum Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) mag sich allerdings niemand gewöhnen, der dem Kufensport sein Herz vermacht hat. Anfang Mai hatte die DEL entschieden, einen Antrag von sechs Zweitligisten zur Wiedereinführung von Auf- und Abstieg abzulehnen. Es folgten Reaktionen der Überraschung aus Frankfurt und Kassel sowie eine Klage der DEL2. Sollte künftig eine Regelung erzielt werden, könnte es frühestens im Jahr 2020 einen Auf- und einen Absteiger zwischen erster und zweiter Liga geben.

Das Interesse an der DEL2 – allen voran an den hessischen Teams – ist dennoch groß. Zu den 26 Heimspielen der vergangenen Saison begrüßten die Löwen insgesamt mehr als 136.400 und durchschnittlich fast 5.300 Zuschauer. Liga-Höchstwert! Dahinter folgten Kassel (86.300/3.300) und die Bietigheim Steelers (74.700/2.900). Die Roten Teufel vom EC Bad Nauheim schafften es in dieser Statistik mit ihrem altehrwürdigen Colonel-Knight-Stadion auf Rang sechs (59.200/2.300).

Ehe für die drei hessischen Teams am Wochenende die neue Saison beginnt, nehmen wir sie im Schnell-Check unter die Lupe.

Löwen Frankfurt

Gleich am ersten Spieltag kommt es zum Kräftemessen mit Final-Gegner Bietigheim. Die Testspiele während der Vorbereitung endeten zwar selten mit zufriedenstellenden Ergebnissen, beim 2:4 gegen DEL-Club Adler Mannheim hinterließen die Löwen aber nicht den Eindruck eines Klassenunterschieds. Der große Vorteil der Frankfurter: Das Führungsduo um Sportdirektor/Trainer Rich Chernomaz und Trainer Paul Gardner hat es geschafft, einen Großteil der Meister-Mannschaft am Main zu halten.

Mit Matt Tomassoni (Bozen), Dennis Reimer (Ravensburg) und Christoph Gawlik (Krefeld) haben aber auch drei namhafte Akteure den Verein verlassen. "Wir haben den drei genannten Spielern ein Angebot vorgelegt, das aus unserer Sicht fair war", sagte Chernomaz im Sommer in einem vereinseigenen Interview. "Die Spieler haben sich jedoch für einen anderen Weg entschieden. Das müssen wir am Ende respektieren." Richard Mueller zog es derweil zum SC Riessersee. Zu den Neuzugängen zählt unter anderem Tyler Gron (zuletzt Heilbronn), der in der vergangenen Saison auf insgesamt 53 Scorerpunkte kam.

Kassel Huskies

Das Aus in den Playoffs gegen den Dauerrivalen Frankfurt ist abgehakt, nun gilt die Konzentration der ersten Partie gegen Dresden. Rund um Kapitän und Routinier Manuel Klinge hat Coach Rico Rossi ein Team aus bewährten ECK-Kräften und vielversprechenden Neuzugängen geformt. Einer von ihnen ist Center Evan McGrath. Der 31 Jahre alte Kanadier hat im August die komplette Vorbereitung in Mannheim absolviert.

"Wir haben Kontakt mit Evan aufgenommen, als sein Probevertrag bei den Adlern kurz vor dem Ablauf stand", sagte Rossi. "In seinem Tryout-Monat in Mannheim hat er zahlreiches positives Feedback von den Adler-Spielern zum Eishockey-Standort Kassel erhalten. Durch die Kooperation und das Netzwerk zu Mannheim konnten wir ihn letztlich für unser Team gewinnen." Auch nicht unwichtig – und gut fürs Selbstvertrauen: Beim 5:4 nach Verlängerung in Krefeld haben die Nordhessen mit einem knappen Testspiel-Sieg gegen ein DEL-Team aufhorchen lassen.

EC Bad Nauheim

Die Roten Teufel, auf die am ersten Spieltag ein Heimspiel gegen Heilbronn wartet, haben die Hauptrunde der vergangenen Saison gewissermaßen als Pre-Playoff-Teilnehmer der Herzen beendet. Mit gerade einmal einem Punkt Rückstand auf Ravensburg landete der EC auf dem elften Platz, rettete sich aber in der anschließenden Abstiegsrunde zum Klassenerhalt. Einige Monate später sind die Sorgen anderer Natur: Die Vorbereitung der Bad Nauheimer war von zum Teil schweren Verletzungen geprägt.

Allen voran die Kreuzband-OP bei Torwart Jan Guryca warf die Planungen der Verantwortlichen um Chef-Trainer Petri Kujala zurück. Guryca fällt insgesamt sechs bis acht Monate aus, dafür steigt Felix Bick zur Nummer eins auf. In der Verteidigung wird Eric Meland (Meniskus-OP) durch den Ex-Kasseler Esa Lehikoinen ersetzt, der einen sechswöchigen Tryout-Vertrag unterschrieben hat. Die großen Hoffnungen ruhen aber ohnehin auf dem Angriff: Mit Alex Trivellato hat der EC einen italienischen Nationalspieler verpflichtet, der die Erfahrung aus 194 DEL-Spielen (zuletzt Schwenningen) mitbringt.

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Der DEL2-Modus

In der Hauptrunde spielen 14 Teams insgesamt vier Mal gegeneinander, macht in der Summe 52 Spieltage. Die ersten sechs Clubs sind direkt für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert, die Teams auf den Rängen sieben bis zehn spielen in den Pre-Playoffs in maximal drei Partien die beiden verbliebenen Startplätze aus. Viertel-, Halb- und Finale finden im Modus best of seven statt. Die Teams der Ränge 11 bis 14 ermitteln einen Absteiger in die Oberliga.

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