Der Darmstädter Triathlet Patrick Lange
Patrick Lange hat ein aufregendes Jahr hinter sich. Bild © Imago

Patrick Lange gewann 2017 die Ironman-WM auf Hawaii und ist seitdem weltberühmt. Den Grundstein für seinen Erfolg legte er in Frankfurt, entscheidender Support kam von den Lilien. Ein Rückblick.

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Wer am 9. Juli dieses Jahres sein Erspartes auf einen WM-Sieg von Triathlet Patrick Lange gesetzt hat, dürfte in seinem Leben nicht mehr allzu viele Geldsorgen haben. An diesem Tag nämlich erlebte der 31 Jahre alte Bad Wildunger eine seiner schwärzesten Karrierestunden und katapultierte sich selbst weit an den Rand des Favoritenkreises für die im Oktober stattfindende Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Lange quälte sich in Frankfurt mit Oberschenkel-Krämpfen als Sechster den Römerberg hinauf und brach nach dem Zieleinlauf zusammen. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich das überhaupt schaffe", sagte er am hr-Mikrofon.

Erst Ostsee, dann Südsee

Statt eines ernsthaften Angriffs auf den späteren Sieger Sebastian Kienle musste sich der mittlerweile in Darmstadt ansässige Lange mit einer Nebenrolle begnügen und gewann letztlich nur an Erfahrung. Das Rennen zu schnell angegangen, eine Zeitstrafe wegen zu intensiven Coachings seines Trainers Faris Al-Sultan abgesessen, unglaubliche Schmerzen erlitten. "Das Gute an so einem Tag ist ja, dass man viel lernt", motivierte sich Lange, für den das Jahr ab diesem Zeitpunkt nur noch besser werden konnte.

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Den ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung ging er Anfang September, als er auf Rügen den Halb-Ironman gewann und anschließend mit gestärktem Selbstvertrauen im Gepäck in Richtung Trainingslager in Texas aufbrach. "Rügen hat mir ziemlich Aufwind gegeben“, freute sich Lange damals über den Erfolg auf der Ostseeinsel, den er nur zu gerne auf der Südseeinsel Hawaii wiederholen wollte. Den Form-Feinschliff dafür holte sich der Vorjahres-Dritte dann im Süden der USA, wo er sich auf die schwierigen klimatischen Bedingungen und das Duell mit Jan Frodeno vorbereitete. "Ihn gilt es zu jagen.“

Auch Johnny hilft mit

Die Jagd auf den Topfavoriten begann für Lange und die anderen Eisenmänner und -frauen am frühen Morgen des 14. Oktober mit einem Kopfsprung in die Bucht von Kailua-Kona. Die 3,8 Kilometer lange Strecke im Pazifik legte der gebürtige Nordhesse in 48:43 Minuten zurück – Platz 16 zu diesem Zeitpunkt. Beim anschließenden Radrennen über 180 Kilometer lief es nicht wirklich besser, Lange dachte sogar ans Aufgeben. Erst ein Fan von Darmstadt 98, der ihm an der Strecke "Mach es für Johnny" zurief, verlieh ihm noch einmal zusätzliche Kraft. "Das hat mich unglaublich gepusht", sagte Lange im Ziel.

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Dieses erreichte er dank besonderer Lilien-Motivation und einer sensationellen Leistung im abschließenden Marathon in Streckenrekordzeit von 8:01:39 Stunden als Erster. Titelverteidiger Frodeno hatte seine Siegesambitionen schon begraben müssen, sein Nachfolger als Ironman-Weltmeister hieß ab sofort Patrick Lange. "Es ist unfassbar. Davon habe ich mein ganzes Leben geträumt", jubelte der Sieger auf dem legendären Ali'i Drive im Gespräch mit der ARD. "Einmal diese Krone aufzuhaben, ist wirklich der Wahnsinn."

Rückkehr in die Frankfurter Hölle

Was folgten waren ein stürmischer Empfang am Frankfurter Flughafen, unzählige Auftritte in Fernsehsendungen und Talkshows, der zweite Platz bei der Wahl zum Sportler des Jahres und ganz am Ende die Versöhnung mit dem Ironman Frankfurt. "Natürlich trete ich auch 2018 dort wieder an", kündigte Lange an. "Mein Ziel als Hesse ist es, dieses lokale Rennen zu gewinnen."

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