Cheruiyot, Korir und Gabius beim Laufen
Drei Favoriten: Vivian Cheruiyot, Mark Korir und Deutschlands Nummer 1, Arne Gabius Bild © Imago, Mainova Frankfurt Marathon

Kenia gegen Äthiopien – so heißt das große Duell beim Frankfurt Marathon: Wer die Favoriten beim Rennen am Sonntag sind und welche Chancen die deutschen Starter haben, erfahren Sie hier.

Der Vorjahressieger ist auch in diesem Jahr der große Favorit: Mark Korir aus Kenia. Der 32-Jährige triumphierte vergangenes Jahr mit einem beeindruckenden Finish, als er seine Konkurrenten auf den letzten Kilometern stehen ließ. Dass er auch dieses Jahr in Form ist, hat er im Frühjahr bewiesen. Platz drei beim gut besetzten Seoul Marathon in 2:06:05 Stunden, seiner zweitbesten je gelaufenen Zeit, ist auf jeden Fall ein deutliches Signal.

Marathon-Läufer Mark Korir
Mark Korir Bild © Mainova Frankfurt Marathon
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Zumindest im letzten Jahr war Korirs größter Konkurrent Überraschungsmann Martin Kosgei. Der 28 Jahre alte Kenianer stand bei kaum einem Experten auf dem Zettel. Doch mit neuer persönlicher Bestzeit von 2:07:22 Stunden wurde er Zweiter. "Ich wusste, dass ich gut in Form bin. Aber Platz zwei hat mich überrascht", gab er selbst zu. Auch er lief im Frühjahr in Seoul und wurde in 2:10:43 Neunter.

Gabius hofft auf nächsten Rekord

Gegen die beiden kenianischen Favoriten tritt eine ganze Reihe von Äthiopiern an: Zumindest auf dem Papier ist Getu Feleke der größte Konkurrent der Vorjahresdominatoren. Der 30-Jährige hat eine persönliche Bestzeit von beeindruckenden 2:04:50 – allerdings stammt die bereits aus dem Jahr 2012 (Rotterdam). Sein größter Erfolg war der Wien-Sieg 2014, sein letztes starkes Rennen stammt aus dem Winter 2015, als er in Fukuoka Zweiter wurde. Nach 18 Monaten Wettkampfpause kommt er nun zurück. Wie stark? Das wird sich am Sonntag zeigen.

Neben Feleke machen sich zwei weitere Äthiopier Hoffnungen: Shura Kitata und Kelkile Gezahegn. Der erst 21 Jahre alte Kitata hat sich in diesem Jahr richtig in der Marathon-Szene etabliert. In 2:07:28 Stunden gewann er bei schwierigem Wetter im April den Rom-Marathon. Eine ähnlich gute Form bewies Gezahegn in diesem Jahr: Mit einer Zeit von 2:07:29 Stunden wurde er beim Rennen in Rotterdam Sechster.

hr Gabius
Arne Gabius Bild © hr

Mit Arne Gabius hat auch die deutsche Marathon-Szene einen starken Läufer für die Spitzenpositionen. Auch wenn es für den 36-Jährigen nicht zum Sieg reichen dürfte, hat er mit seinem vierten Platz im Jahr 2015 bewiesen, dass er in die Nähe des Treppchens laufen kann. Der Hamburger kommt in sehr guter Form an den Main und könnte seine bisherige Rekordzeit von 2:08:33 attackieren.

Cheruiyot im Fokus

Cheruiyot bei einem Bahnrennen
Vivian Cheruiyot Bild © picture-alliance/dpa

Bei den Frauen ist die Ausgangsposition eindeutiger: Mit Vivian Cheruiyot gibt es einen großen Star, hinter dem sich alle anderen einreihen. Die Olympiasiegerin und viermalige Weltmeisterin auf der Bahn ist die erfolgreichste Athletin, die je in Frankfurt am Start war. Der Lauf am Sonntag ist zwar erst ihr zweiter Marathon, doch bereits bei ihrem ersten Rennen im April in London zeigte Cheruiyot ihr Potenzial. Die Kenianerin ging das Rennen viel zu schnell an, musste ihrem Tempo Tribut zollen und kam am Ende trotzdem mit starken 2:23:50 als Vierte ins Ziel. In Frankfurt soll es nun besser laufen: Sieg und Streckenrekord sind ihr Ziel.

Gleich drei Äthiopierinnen wollen die ehrgeizige Olymipiasiegerin dabei ärgern. Feyse Tadese ist die Läuferin mit der schnellsten Zeit in der persönlichen Statistik-Kolumne. 2:20:27 schaffte die 28-Jährige vor drei Jahren in Berlin. Nach einer Knöchelverletzung und einigen weniger starken Läufen hofft sie nun auf ein Comeback in Frankfurt. Mit einer guten Form tritt Yebrgual Melese in Hessen an. Die 27-Jährige kam in diesem Frühjahr als Fünfte in Paris ins Ziel. 2:22:51 lautete ihre starke Zeit da. Die dritte Äthiopierin im Bunde ist Abebech Afework, die als sehr konstante Läuferin gilt. Bereits sieben Mal blieb sie bei Marathon-Rennen unter 2:26 Stunden.

Tola gegen Heinig um die Deutsche Meisterschaft

Marathon-Läuferin Fate Tola
Fate Tola Bild © Mainova Marathon Frankfurt

Bei den Frauen ist die Situation aus deutscher Sicht ähnlich wie bei den Männern: Mit Fate Tola aus Gelnhausen gibt es eine Läuferin, die in Topform ganz vorne mitlaufen kann. Das bewies ihr zweiter Platz im vergangenen Jahr. Allerdings hat die gebürtige Äthiopierin in diesem Jahr bereits zwei Marathons in den Knochen (Hannover und die WM in London). Ob es da noch einmal zu einem dritten starken Lauf reicht?

Schwächelt Tola, könnte das die Chance für Katharina Heinig auf die Deutsche Meisterschaft sein. Die Läuferin der Frankfurter Eintracht kommt mit einer persönlichen Bestzeit von 2:28:34 Stunden nach Frankfurt – und mit richtigen Läufer-Genen. Ihre Mutter, Katrin Dörre-Heinig, war eine der besten Marathonläuferinnen der 80er und 90er. Bronze bei Olympia und WM sprechen eine deutliche Sprache.

Videobeitrag

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zum Video Emoji-Interview mit Katahrina Heinig

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