Lange wird von seiner Mutter Carmen auf die Wange geküsst.
Ein Küsschen von Mama Carmen: Patrick Lange wurde am Donnerstagmorgen am Frankfurter Flughafen empfangen. Bild © picture-alliance/dpa

Es wurde laut am Frankfurter Flughafen. Ironman-Weltmeister Patrick Lange staunte bei seiner Ankunft nicht schlecht. An Urlaub ist für ihn jetzt erst einmal nicht zu denken.

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Das breite Grinsen im Gesicht von Ironman-Weltmeister Patrick Lange wich einem ungläubigen Staunen, als das Willkommens-Komitee in lauten Jubel ausbrach. "Vielen Dank für diesen Wahnsinnsempfang. Damit hätte ich gar nicht gerechnet", sagte Lange, nachdem er seine Familie, Freunde und Fans zur Begrüßung allesamt umarmt hatte.

Es dauerte einen Moment, bis Lange realisierte, was sich am frühen Donnerstagmorgen auf dem Frankfurter Flughafen abspielte. Große Spruchbänder wurden ausgerollt, Foto-Collagen hochgehalten, Blumenkränze verteilt und selbst das Läuten von Kuhglocken war nicht zu überhören. Verdutzt schaute manch ein Passagier, der sich durch die Schar von Fans, Familienmitgliedern und Medienvertretern schlängeln musste.

Dicker Schmatzer auf die Wange

Langes Mutter Carmen trug eigens ein T-Shirt mit der Aufschrift: "I'm Patrick's Mum" (Ich bin Patricks Mama). "Ich dachte, so komme ich leichter zu ihm", erklärte sie mit einem Augenzwinkern. Allerdings dauerte es dann doch, ehe sie ihm einen dicken Schmatzer auf die Wange drücken konnte. Sie hatte das Rennen zuhause verfolgt, ebenso wie Schwester Jacqueline. Vater Wolfgang hatte vor Ort auf Hawaii mitgefiebert und war kurz vor dem gefeierten Rückkehrer gelandet.

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Die Maschine, in der sich Lange dank der Fluglinie in der Business-Class von den Strapazen seines Streckenrekord-Rennens (8:01:39 Stunden) weiter erholen konnte, landete um 7:02 Uhr auf dem größten deutschen Airport. Etwa die Zeit, die Lange für die Ironman-Anfangsdisziplin 3,8 Kilometer Schwimmen braucht, dauerte es, bis der 31 Jahre Athlet aus Bad Wildungen mit Trophäe in der Hand den Gepäckbereich verließ.

"Urlaub ist erstmal nicht"

"Wenn ich mir das so anschaue - da kommt noch einiges an Medienterminen auf mich zu", sagte Lange angesichts der Kamerateams, Fotografen und schreibenden Journalisten. "Urlaub ist erstmal nicht", meinte er. Ein bisschen ausruhen wolle er sich nach der Ankunft aber schon. Aufs eigene Bett freue er sich, sagte Lange. Er war direkt vom Trainingslager in Texas nach Hawaii gereist.

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Lange will mit Darmstadt-Fan Trikot versteigern

Es passierte bei Kilometer fünf auf der abschließenden Laufstrecke. "Am Streckenrand stand jemand mit einem Trikot vom SV Darmstadt 98, was an sich verwunderlich ist auf Hawaii", erzählte Lange. "Dieser Mann hat mir zugerufen: Johnny ist bei Dir." Das habe ihm Kraft verliehen, sagte der Weltmeister. Lange will nun das Trikot, das der SV98-Fan trug, signieren und versteigern. Der Erlös soll der Stiftung "DU MUSST KÄMPFEN!" zugute kommen, die der 2016 an Krebs verstorbene Lilien-Fan Johnny Heimes für krebskranke Kinder gegründet hatte.

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Dass er dort nach seinem Rekordlauf und Rang drei vor einem Jahr diesmal nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen als Erster von den Ironman-Ikonen Dave Scott und Mark Allen im Ziel auf dem Ali'i Drive von Kailua-Kona in Empfang genommen wurde, ist für Lange auch Tage danach noch "der absolute Oberhammer" und "unreal".

Er müsse sich auch erst noch dran gewöhnen, als Weltmeister angesprochen zu werden. "Aber das ist etwas, das mir relativ leicht fallen wird", sagte er und grinste wieder. 

Der Druck wird steigen

Mit dem Titel und den dazukommenden Verpflichtungen wird auch der Druck auf Lange steigen. In einem Jahr wird der für DSW Darmstadt startende Hesse der von allen Gejagte sein. Mit seinem Triumph auf Hawaii hatte er die deutsche Dominanz nach den Siegen von Sebastian Kienle 2014 sowie Jan Frodeno (2015 und 2016) fortgesetzt.

Lange wird aber auch dann vor allem auf seine Laufstärke setzen können. "Wenn andere schwach werden oder abbauen, dann schlägt meine Stunde", sagte er.