Tony Martin
Tony Martin wartet weiter auf seinen ersten Etappensieg. Bild © Imago

Radprofi Tony Martin hat bei der Tour de France seinen ersten Etappensieg knapp verpasst. Der Eschborner lag in der Schlussphase der 15. Etappe am Sonntag vermeintlich komfortabel in Führung, wurde dann aber doch noch eingeholt.

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Tony Martin hat trotz eines fulminanten Alleingangs den erhofften Etappen-Coup bei der Tour de France verpasst. Der Zeitfahr-Weltmeister aus Eschborn riss auf dem erneut packenden 15. Abschnitt über 189,5 km nach Le Puy-en-Velay aus einer Spitzengruppe aus und lag in der Schlussphase mehr als anderthalb Minuten vor seinen Verfolgern. Am letzten harten Anstieg wurde der Katjuscha-Profi aber gestellt und durchgereicht. 

Froome verteidigt Gelbes Trikot

Den Sieg sicherte sich der Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segafredo), der ebenfalls zur großen Fluchtgruppe um Martin gehört hatte, mit 19 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Diego Ulissi (UAE). Martin kam als 20. mit einem Rückstand von 5:14 Minuten ins Ziel.

In einer wahren Schlacht um das Gelbe Trikot verteidigte der britische Titelverteidiger Christopher Froome (Sky) die am Vortag eroberte Gesamtführung erfolgreich und geht mit 18 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Fabio Aru (Astana) in den letzten Ruhetag am Montag, bevor in den Alpen der Tour-Showdown beginnt.

Bardet greift an

Allerdings musste Froome, der an der Seite der meisten anderen Favoriten 6:25 Minuten nach Mollema ins Ziel kam, auf der harten Übergangs-Etappe mit zwei Bergwertungen der 1. Kategorie Schwerstarbeit verrichten. Der im Gesamtklassement mit nur 23 Sekunden Rückstand drittplatzierte Franzose Romain Bardet hatte am Col de Peyra Taillade (1. Kategorie) rund 40 Kilometer vor dem Ziel attackiert. Froome kämpfte um Anschluss, erlitt aber zum denkbar ungünstigen einen Plattfuß.

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Mit einem wahren Kraftakt und seinem Adjutanten Mikel Landa als Schrittmacher kämpfte sich Froome am bis zu 14 Prozent steilen Anstieg wieder an die Favoritengruppe heran. Bardet griff kurz vor der Passhöhe unter dem Jubel seiner Landsleute erneut an, konnte sich aber nicht lösen. Auf den schweren Alpen-Etappen ab Mittwoch wird der glänzend aufgelegte Hoffnungsträger der Grande Nation erneut seine Chancen suchen. 

Martin versucht sein Glück

Auf der anspruchsvollen Fahrt durch das Zentralmassiv hatte Tony Martin sein Glück versucht. Der 32-Jährige, der beim Auftakt in Düsseldorf das erhoffte Gelbe Trikot verpasst und danach eine bislang unauffällige Tour erlebt hatte, gehörte zu einer knapp 30 Fahrer starken Spitzengruppe. 

Die Ausreißer fuhren zeitweise fast zehn Minuten Vorsprung heraus. Rund 60 Kilometer vor dem Ziel trat Martin an, doch sein Vorsprung reichte nicht, um die stärkeren Bergfahrer wie Barguil auf dem Peyra Taillade auf Distanz zu halten - an der Passhöhe war Martin seinerseits distanziert.