Kassel Marathon
Die Spitzengruppe musste beim Kassel Marathon aus dem Rennen genommen werden. Bild © Scholz

Obwohl sie wohl nichts falsch gemacht haben, sind fünf Top-Athleten beim Marathon in Kassel disqualifiziert worden. So bitter das ist, es sei die einzige Möglichkeit gewesen, sagte Rennleiter Winfried Aufenanger.

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Zu 100 Prozent ist noch nicht geklärt, was am Sonntag genau falsch gelaufen ist beim Marathon in Kassel. Marathon-Chef und Rennleiter Winfried Aufenanger sprach gegenüber dem hr-sport von einer "Pechsituation von verschiedenen Umständen". Fakt ist: Die Spitzengruppe des Feldes, fünf Athleten, mussten disqualifiziert werden, weil sie bei Kilometer 19 von der vorgesehenen Strecke abgewichen waren.

Sachverhalt klären, keine Ausreden

Klar scheint, dass die Läufer selbst daran keine Schuld tragen. "Die Läufer werden ja geführt", so Aufenanger. Schon während des chaotischen Rennens machten diverse Geschichten die Runde, wie es zu diesem Patzer kommen konnte. In einer hieß es, die Polizei habe die Gruppe in die falsche Richtung gelotst. Die Polizei dementierte das und verwies auf das Führungsfahrzeug, das von der Strecke abgewichen sei.

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"Das Fahrzeug ist an einer entscheidenden Stelle leider geradeaus gefahren und nicht wie vorgesehen rechts ab", sagte nun auch Aufenanger. Verstehen konnte er das aber nicht so genau. "Da saß ein Mann im Führungsfahrzeug, der das schon des Öfteren gefahren ist. Umso verwunderlicher ist das." Man werde das Geschehene in den kommenden Tagen noch ein Mal aufarbeiten. Ausreden wird es aber keine geben. "Es ist klar unser Verschulden", nahm der Veranstalter die Verantwortung auf sich. Deshalb seien auch die Athleten entschädigt worden.

Disqualifikation war unvermeidlich

Die Disqualifizierten wurden mit einem Geldbetrag bedacht, der dem Preisgeld ihrer zu erwarteten Gesamtzeit gleichkommt. "Wir haben mit den Betreuern vereinbart, dass wir die Athleten so behandeln, als wären sie nach 2:15 Stunden ins Ziel gekommen", so Aufenanger. Einen genauen Betrag nannte er nicht. Die Läufer seien zwar betrübt gewesen, dass sie das Rennen nicht wie die anderen im Kasseler Auestadion beenden konnten, mit der generellen Regelung seien sie aber einverstanden gewesen.

Ein Fortsetzen des Rennens sei für die betroffenen Fünf nicht möglich gewesen, unterstrich Aufenanger noch einmal. Man konnte nicht so schnell nachrechnen, wie viele Kilometer die Athleten bereits zurückgelegt hatten. Und selbst wenn das möglich gewesen wäre: Die Reststrecke hätte nicht mehr gereicht, um die geforderte Gesamtdistanz von 42,195 Kilometern zu erreichen. "Die Veranstaltung wird auch von Kampfrichtern des Deutschen Leichtathletik-Verbands betreut. Und da gibt es leider nur diese eine Konsequenz." Die Disqualifikation sei die einzig faire Lösung gewesen.

Überraschungssieger bei den Männern

Das Pech der Spitzengruppe war das Glück der Verfolger: Der Sieg bei den Männern ging überraschend an Maciek Miereczko, Zweiter wurde Frederik Unewisse, auch Oliver Hoffmann landete auf dem Treppchen.

Bei den Frauen gewann die Kenianerin Daisy Langat in 2:39:30 Stunden, Landsfrau Prisca Kiprono (2:47:28) wurde Zweite. Silke Altmann durfte sich über Platz drei freuen (3:23:06).