Anna Fernstädt nach einem Rennen in Altenberg
In Altenberg gab es für Anna Fernstädt noch Blumen, in Südkorea gibt´s Sushi und Olympisches Flair. Bild © Imago

Anna Fernstädt ist das Küken im Skeleton-Team der Frauen. Gerade mal 21 Jahre alt und erst seit sieben Jahren im Eiskanal unterwegs. Mit der hessischen Heimat verbindet sie noch immer ihre ersten sportlichen Erfolge.

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Von Groß-Umstadt über Berchtesgarden zu den Olympischen Winterspielen nach Südkorea – vor sieben Jahren hätte Anna Fernstädt das wahrscheinlich nicht geglaubt. Damals war sie gerade mit ihren Eltern nach Berchtesgarden umgezogen und auf der Suche nach einer neuen Sportart eher zufällig beim Skeleton gelandet.

Ursprünglich war die in Prag geborene Fernstädt Kunstturnerin, von 2004 bis 2010 startete sie für die TSV Heusenstamm und wurde 2010 Hessenmeisterin. Sportlich aktiv ist sie mittlerweile nur noch im Eiskanal, Stufenbarren und Schwebebalken gehören der Vergangenheit an. Ihre Verbundenheit zum TSV Heusenstamm aber nicht, dort ist sie immer noch passives Mitglied.

"Ganz schön gestört"

Weil es in Berchtesgarden keine guten Turnverein gab, ging es zum Wintersport. "Für Rodeln war ich damals zu alt und für Bob noch zu jung war, so blieb nur noch Skeleton übrig", erklärt Fernstädt ihren wintersportlichen Werdegang. Und so ging es für sie von da an kopfüber den Eiskanal hinunter. "Eigentlich ist der Sport schon gestört, wenn man mit 120 km/h die Bahn runterbrettert." Abgehalten hat sie das trotzdem nicht. "So schlimm ist Skeleton auch nicht, es hört sich nur schlimm an."

Ihre turnerischen Erfolge hat Fernstädt im Skeleton längst getoppt, im Januar 2018 wurde sie in St. Moritz Junioren-Weltmeisterin und sicherte sich so das Ticket als dritte im Bunde neben Tina Hermann und Jacqueline Lölling für Olympia.

Gute Stimmung und Sushi

Sie selber sagt von sich, dass sie eine Kämpfernatur sei. Dass sie überhaupt in Pyeongchang dabei ist, beweist dies. Die Saison war denkbar schlecht gestartet, sie hatte sich nicht für das Weltcup-Team qualifiziert und Olympia schon abgeschrieben. Mit der Junioren-Weltmeisterschaft wurde alles anders und jetzt wohnt die Polizistin aus Berchtesgarden mit der zweiten Hessin Tina Hermann in der Hessen-WG im Athletendorf.

"Das Beste an dem Ganzen ist, dass alle Sportler und alle Athleten aus Deutschland und der Welt zusammen sind. Das hat schon was hier, ich finde es echt cool", sagt die 21-Jährige im Gespräch mit dem hr über die Stimmung in Südkorea. Neben der guten Stimmung freut sie sich auch auf das Sushi vor Ort. Bis zu ihrem Wettkampf am 16. Februar hat sie noch ein paar Tage Zeit, die olympische Stimmung einzusaugen und um eine Menge Sushi zu essen.

Sendung: hr-info, Aktuelles & Sport, 16.02.18, 21.05 Uhr