Hessen wird 70 Jahre alt und kann stolz sein auf das, was es geleistet hat. Wir gehören zu den wirtschaftsstärksten Bundesländern. Wir profitieren von einem großen Boom der Dienstleistungen und von den hohen Gehältern im Finanz- und Versicherungsbereich. Noch nie haben so viele Menschen in Hessen gearbeitet: über 3,3 Millionen Erwerbstätige gab es 2015. Der Aufwärtstrend hält schon viele Jahre an, nur Bayern ist in diesem Punkt besser als Hessen. Doch ausruhen dürfen wir uns nicht, denn Hessen ist voller Gegensätze und befindet sich mitten im Wandel. Was heißt das für die Menschen und Gemeinden, was für die Arbeitsplätze? Wie sind Armut und Reichtum verteilt? Der hessenreporter schaut im Hessen-Check genauer hin. Während der Hochtaunus- und der Maintaunuskreis zusammen mit den bayrischen Landkreisen Starnberg und München zu jenen Gegenden in Deutschland gehören, in denen sich die Menschen am meisten kaufen können, gibt es andere Gebiete Hessens die sich schwertun. Aufgrund der Landflucht sind dort die Einwohnerzahlen niedrig, das Durchschnittsalter hoch. Ebenso bei den Einkommen: Es gibt Regionen, in denen wenig verdient wird, wo zahlreiche Hartz IV-Bezieher wohnen und die Kinderarmut hoch ist. Kassel und auch die Landeshauptstadt Wiesbaden gehören dazu. Offenbach hat ebenfalls mit sozialen Problemen zu kämpfen. Aber die Hessen verfallen nicht ins Lamentieren sondern versuchen Lösungen zu finden. Rebecca Rühl besucht in Offenbach ein kleines innovatives Dienstleistungsunternehmen und ein Projekt, das Schulabbrecher in Ausbildung bringt. Im Landkreis Fulda trifft sie einen Bauunternehmer, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich seit einiger Zeit ein zweites Standbein aufbaut: Er betreibt nicht nur eine Baufirma mit noch 100 Mitarbeitern, sondern auch 7 Seniorenheime, in denen mittlerweile 900 Menschen einen Job gefunden haben. Eine typische Entwicklung: Drei Viertel aller Erwerbstätigen Hessens arbeiten im Dienstleistungsbereich – jenem Gewerbe, dem Hessen – im Gegensatz zu den anderen Bundesländer...