Ist die "Ahle Wurscht" bald nur noch begrenzt verfügbar?
Ist die "Ahle Wurscht" bald nur noch begrenzt verfügbar? Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Dem Schlachthof in Kassel droht das endgültige Aus. Ein letzter Interessent ist als Investor abgesprungen. Metzger in der Region fürchten jetzt um ihre "Ahle Worscht".

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Ein kleiner Betrieb, in dem wöchentlich knapp 500 Schweine geschlachtet werden, dazu Maschinen, die erneuert werden müssten. Für Investoren war der Schlachthof in Kassel schließlich so wenig attraktiv, dass nach Informationen der hessenschau nun auch der letzte Interessent am Dienstag abgesprungen ist.

Seit Dezember hatte sich der vorläufige Insolvenzverwalter Simon Braun um die Rettung des Schlachthofs bemüht. Und dabei ging es nicht nur darum, die 14 Arbeitsplätze zu erhalten. Das Verschwinden des Schlachthofs könnte auch dramatische Auswirkungen auf die berühmteste regionale Spezialität, die "Ahle Worscht" haben.

Fleisch muss "schlachtwarm" sein

Das Besondere an der "Ahlen Worscht": Bei ihrer Herstellung ist es das Wichtigste, dass das Fleisch noch "schlachtwarm" verarbeitet wird, also bis spätestens ein bis zwei Stunden nach der Schlachtung. Der Schlachthof Kassel hatte sich auf diese Warmfleischproduktion spezialisiert und rund 60 Betriebe in der direkten Umgebung beliefert.

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"Ahle Worscht" - Nordhessens Gold

Die "Ahle Worscht", auch "Stracke" genannt, ist eine luftgetrocknete oder leicht kaltgeräucherte Dauerwurst aus schlachtfrischem Schweinefleisch. Die Wurst ähnelt stark italienischer Salami. Sie wird in Nordhessen hergestellt und ist eine regionale Spezialität, die in die ganze Welt verkauft wird. Die Bezeichnung "Ahle" kommt vom mitteldeutschen Begriff für das Wort 'alt', also 'Alte Wurst', da sie sehr lang reift.

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Wenn der Schlachthof Kassel nun schließt, müssen Metzger auf weiter entfernte Schlachthöfe ausweichen. Für die Warmverarbeitung wird die Zeit dann möglicherweise knapp.

Der Betrieb hatte seit Jahren Verluste gemacht. Hinzu kam ein Investitionsstau. In das 40 Jahre alte Gebäude wurde lange nichts investiert. Allein die Kosten für dringende Reparaturarbeiten hatte der vorläufige Insolvenzverwalter auf eine Viertelmillion Euro geschätzt.